25.05.2012
"Times-Picayune" reduziert Erscheinen
New Orleans künftig ohne Tageszeitung
Titelseiten der "Times-Picayune": Pulitzerpreis für "Katrina"-Berichterstattung
Hamburg/New Orleans - Eine der ältesten Tageszeitungen der USA wird Opfer veränderten Medienkonsums: Die in New Orleans erscheinende "Times-Picayune", gegründet 1837, soll künftig nur noch dreimal in der Woche gedruckt werden. Das meldet die "New York Times" unter Berufung auf den Zeitungseigner Advance Publications. Das in New York ansässige Medienunternehmen befindet sich - wie der auch auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt aktive Condé Nast Verlag - im Besitz der Familie Newhouse.
Noch 2005 hatte die "Times-Picayune" Pressegeschichte geschrieben, als ihre Reporter unter schwierigsten Umständen vom Hurrikan "Katrina" berichteten. Dafür wurde die Zeitung im darauffolgenden Jahr mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Auf die Auflage wirkte sich das nicht aus: Zu Beginn des Jahres 2005 - vor dem Hurrikan - hatte die Zeitung nach Angaben der US-"Businessweek" noch eine verkaufte Auflage von 261.000 Exemplaren; im März 2012 war es nur noch die Hälfte.
Nach einer Erhebung des US-amerikanischen Bureaus of Circulations sank die Auflage der großen Tageszeitungen in den USA seit 2007 um durchschnittlich 21 Prozent. Bereits 2009 hatten die in Michigan erscheinenden "Ann Arbor News", die ebenfalls zu Advance Publications gehören, ihre Erscheinungstage reduziert.
Dort, wie auch in New Orleans, ist das Unternehmen keineswegs bereit, die zeitungsfreien Tage der Konkurrenz zu überlassen: Nachrichten gibt es weiterhin - online.
sha