17.08.2012
Entdeckung im US-Museum
Picasso-Gemälde im Lager gefunden
Für 50 Jahre verschollen: Picasso-Gemälde "Sitzende Frau mit rotem Hut"
New York - "Picasso" steht in der rechten, oberen Bildecke, in feinem Strich, aber klar erkennbar. Doch so genau hat das Gemälde "Sitzende Frau mit rotem Hut" offenbar lange Zeit niemand betrachtet: Für fast 50 Jahre lag das Werk des berühmten Künstlers im Lager des Evansville Museums im US-Bundesstaat Indiana.
In den Archiven des Museums tauchte der Name Picasso nicht auf - dort stand anstelle des Malers nur "Gemmaux", wie das Museum mitteilte. Der Begriff bezeichnet die Technik, mit der Picasso das Bild geschaffen hat. Dabei fügte der Künstler kleine Glassteine zusammen, die - ähnlich wie bei der Emaillierung - anschließend verschmolzen wurden.
Das zwischen 1954 und 1956 entstandene Bild sei dem Museum Anfang der Sechziger von einem Industriedesigner geschenkt worden, schreibt das Museum. Während der Katalogisierung seien Name und Technik wohl miteinander verwechselt worden. Der Fehler fiel erst auf, als ein New Yorker Auktionshaus bei der Recherche nach Gemmaux-Werken von Picasso in Evansville nachfragte.
Insgesamt hat Picasso laut dem Museum nur etwa 50 der Glasbilder geschaffen. Die Frau auf dem Bild soll Picassos langjährige Lebensgefährtin Marie-Thérèse Walter sein. Das Gemälde sei außergewöhnlich und glitzere wie ein Juwel, sagte John Streetman, Museumsdirektor in Evansville.
Dort wird das Bild jedoch auch künftig nicht zu sehen sein: Das Werk soll verkauft werden. "Das Museum hat entschieden, dass die Kosten und Aufwendungen für die Gewährleistung der Sicherheit des potentiell sehr wertvollen Werks für uns zu hoch sind", hieß es in einer Mitteilung. Ein New Yorker Auktionshaus werde das Bild versteigern. Wie viel es einbringen könnte, wollten zunächst weder das Auktionshaus noch das Museum schätzen.
usp/dpa