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13.11.2012
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Zeitungskrise

"Frankfurter Rundschau" meldet Insolvenz an

Von Matthias Bartsch, Markus Brauck und
DPA

Kiosk in Frankfurt-Sachsenhausen: "Frankfurter Rundschau" vor dem Ende?

Ein Traditionsblatt steht vor dem Aus: Die "Frankfurter Rundschau" hat Insolvenz angemeldet. Die Angestellten werden zur Stunde bei einer Betriebsversammlung über die Pleite informiert.

Frankfurt am Main - Die Gerüchte über eine mögliche Einstellung der verlustreichen "Frankfurter Rundschau" wabern schon seit Monaten - der DuMont-Verlag ließ dergleichen allerdings immer dementieren, zuletzt im Oktober. Nun steht fest: Die "FR" ist endgültig pleite.

Heute morgen um 9.45 Uhr hat das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH beim Amtsgericht Frankfurt am Main Insolvenz angemeldet. Dies bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts dem SPIEGEL. Viele Redakteure wussten zu dem Zeitpunkt vom Schicksal ihrer Zeitung noch nichts, die Pleite wird zur Stunde auf einer Betriebsversammlung verkündet.

Als Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Frank Schmitt eingesetzt. Er ist laut Amtsgericht ein sogenannter "schwacher Verwalter", die Geschäftsführung bleibt also vorläufig im Amt, darf aber nur noch mit Zustimmung des Verwalters Geld ausgeben. DuMont hatte in den vergangenen Jahren mit diversen Sparrunden und einer teilweisen Zusammenlegung mit der "Berliner Zeitung" versucht, die "FR" doch noch profitabel zu machen - ohne Erfolg. Die "Die Folgen für die 'Berliner Zeitung' sind noch nicht abzuschätzen", sagte der amtierende Betriebsratsvorsitzende Alfred Hase der dapd.

"Journalisten der 'FR' brauchen eine Perspektive"

Die Gewerkschaft Verdi reagierte überrascht auf den Insolvenzantrag. "Wir hatten gehofft, dass es andere Lösungen gibt", sagte Manfred Moos, Landesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie bei Verdi in Hessen. Die Gewerkschaft glaube nach wie vor, dass die "Frankfurter Rundschau" eine "attraktive Zeitung in einer attraktiven Region ist". In dem Frankfurter Verlagshaus arbeiten laut Verdi rund 500 Menschen, davon etwa ein Fünftel in der Redaktion.

Der Deutsche Journalisten-Verband hat den DuMont-Verlag aufgefordert, auf Kündigungen redaktioneller Mitarbeiter weitgehend zu verzichten. "Die Journalistinnen und Journalisten der 'FR' brauchen eine berufliche Perspektive", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. "Das Aus der renommierten Zeitung ist besonders bitter für die Beschäftigten, die über Jahre hinweg mit Einkommensverzicht für den Erhalt ihrer Zeitung gekämpft haben."

Die Pleite des Blattes könnte der Auftakt für ein Zeitungssterben in den nächsten Monaten werden. Auch das Gruner+Jahr-Blatt "Financial Times Deutschland" ist von der Schließung bedroht, die Entscheidung soll hier bis zum 21. November fallen.

Mit Material von dpa und dapd

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insgesamt 264 Beiträge
1. selbst schuld
DennisFfm 13.11.2012
wer seit jahren alss Sprachrohr für die goßkapitalisten dient braucht sich wegen konkurrenz in diesem bereich nicht zu beschweren. wenn die fr die wahrheit schreiben würde hätte sie schon morgen reißenden Umsatz. wer mit dem [...]
wer seit jahren alss Sprachrohr für die goßkapitalisten dient braucht sich wegen konkurrenz in diesem bereich nicht zu beschweren. wenn die fr die wahrheit schreiben würde hätte sie schon morgen reißenden Umsatz. wer mit dem teufel geschäfte macht bezahlt den preis.
2. Politisch korrekte Belehrungen
Apologet 13.11.2012
Die Leute glauben eben die politisch korrekten Belehrungen aus den linken Redaktionsstuben nicht mehr.
Die Leute glauben eben die politisch korrekten Belehrungen aus den linken Redaktionsstuben nicht mehr.
3. wundert mich nicht:
TangoGolf 13.11.2012
Zu wenig linksideologisch wie die taz und zudem zu selten auch mal der Realität zugeneigt wie der Spiegel - da ist einfach kein Platz mehr.
Zitat von sysopEin Traditionsblatt steht vor dem Aus: Die "Frankfurter Rundschau" hat Insolvenz angemeldet. Die Angestellten sollen am Nachmittag bei einer Betriebsversammlung informiert werden. "Frankfurter Rundschau": Qualitätszeitung meldet Insolvenz an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/frankfurter-rundschau-qualitaetszeitung-meldet-insolvenz-an-a-866984.html)
Zu wenig linksideologisch wie die taz und zudem zu selten auch mal der Realität zugeneigt wie der Spiegel - da ist einfach kein Platz mehr.
4. Das war zu befürchten.
die-dicke-aus-der-uckerm. 13.11.2012
Bei Schulabgängern, die kaum noch des verstehenden, flüssigen Lesens geschweige denn des fehlerfreien Schreibens fähig sind, droht das noch ganz anderen Presseerzeugnissen. Das sind die collateral damages unserer [...]
Zitat von sysopEin Traditionsblatt steht vor dem Aus: Die "Frankfurter Rundschau" hat Insolvenz angemeldet. Die Angestellten sollen am Nachmittag bei einer Betriebsversammlung informiert werden. "Frankfurter Rundschau": Qualitätszeitung meldet Insolvenz an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/frankfurter-rundschau-qualitaetszeitung-meldet-insolvenz-an-a-866984.html)
Bei Schulabgängern, die kaum noch des verstehenden, flüssigen Lesens geschweige denn des fehlerfreien Schreibens fähig sind, droht das noch ganz anderen Presseerzeugnissen. Das sind die collateral damages unserer Bildungspolitik. Flurschäden.
5.
shakyamuni 13.11.2012
Die FR hätte eine bessere Internet Präsenz Aufbauen sollen. Schade hoffentlich geht es gut aus!
Die FR hätte eine bessere Internet Präsenz Aufbauen sollen. Schade hoffentlich geht es gut aus!

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