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23.12.2012
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S.P.O.N. - Helden der Gegenwart

Stricken gegen das Pinguinsterben

Eine Kolumne von Silke Burmester

Glinde, Nabel der Welt des Tierschutzes! Dem tollkühnen Einsatz einer Frau in diesem traurigen, kleinen Ort nahe Hamburg ist es zu verdanken, dass Australiens Pinguine mit mehr als 40.000 Strickpullovern bedacht worden sind. Gehen bald auch Tarnkappen für Nashörner in die Massenstrickproduktion?

Verehrte Pinguinretterin Angelika Regenstein,

Sie haben Glinde in der Welt bekannt gemacht! Glinde, dieser alte und in den siebziger Jahren dann explosionsartig aus dem Acker geschossene Unort neben Reinbek, dem Blinddarm Hamburgs. Sie betreiben, zu meinem absoluten Verständnis, ein Reisebüro.

In einem Touristik-Magazin hatten sie von den Nöten der Pinguine in Australien gelesen, die sich zum Schutze gegen mögliche Ölkatastrophen Pullis wünschten. Beziehungsweise Danene Jones, Sprecherin des Phillip Island Rehabilitation Centre in der Nähe von Melbourne, wünscht sie sich. Sollten die Vögel durch Öl verschmutzt werden, schützt ein Pulli vor Auskühlung und verhindert, dass der Pinguin beim Versuch, sich zu säubern, giftige Stoffe über den Schnabel aufnimmt.

Was nützen so drei, vier, fünf Pullis haben Sie sich gedacht, liebe Frau Regenstein, und über die Fachpublikation für Strickwaren und Nächstenliebe, das "Hamburger Abendblatt", Mitstricker gesucht. Und die fanden sich. Nicht nur in Deutschland. Auch aus Island, der Türkei, Norwegen und Österreich wurde Ihnen Oberbekleidung für Pinguine zugesandt.

40.335 Pingu-Pullis nach Australien

Insgesamt haben Sie 40.335 Pingu-Pullis nach Australien schicken können und dadurch nicht nur das dortige magere Angebot an Dessins und Farben auf den Kopf gestellt, sondern auch Glinde bekannt gemacht. Und damit Deutschland. Radiostationen aus ganz Down-Under bemühen sich um Interviews mit Ihnen, und sollten neuseeländische Kiefermäuler Pullis brauchen, ist Danene Jones gewillt, den nicht sonderlich beliebten Nachbarn eine Ladung Survival-Strick zur Verfügung zu stellen. Spätestens dann wird auch bei den Kiwis das Augenmerk gen Glinde gerichtet sein.

Zunächst aber ist Schluss, es sind genug Sweater am Ende der Welt angekommen. Die Zahl der Pullis soll die der Tiere bereits übersteigen.

Dass Tier- und Strickliebe keine Grenzen kennen, machen Sie mit Ihrer nächsten Idee deutlich, für die Sie erneut Mitbastler suchen: Rumänische Welpen brauchen dringend was anzuziehen, erstaunlicherweise sind die Tierheime dort im Winter kalt. Vielleicht wäre es auch mal eine gute Idee, für Kinder zu stricken, denn wie ein Kinderarzt im Zuge der Berichterstattung über Armut in Deutschland im ZDF berichtete, tauchen in seiner Praxis vermehrt Kinder auf, die keine Winterkleidung tragen. Die in Sommerschuhen und Sommerjacken losgeschickt werden. Vielleicht weil sie ihr warmes Zeug ins Tierheim nach Rumänien geschickt haben, vielleicht aber auch, weil sie einfach keines haben.

Generell ist die Idee, mit Handarbeiten die Welt zu retten, ja eine tolle. Und vielfältig anwendbar. So könnte man etwa für die Eisbären, die infolge der Eisschmelze zunehmend ertrinken, Flöße bauen und um Wale vor Orientierungslosigkeit infolge des Krachs von Schiffsmotoren und Windanlagen zu schützen, Ohrstöpsel aus Fimo formen. Nashörnern könnte man Tarnkappen für ihr Horn nähen, Elefanten Tarnüberzieher für die Zähne.

Eine weltweite soziale Handarbeitsbewegung könnte entstehen. Und wo wäre ihr Ausgangspunkt? In Glinde, Frau Regenstein! Diesem traurigen kleinen Ort neben Reinbek, dem Blinddarm Hamburgs.

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insgesamt 45 Beiträge
1. Hilfe,
chris4you 23.12.2012
und so ganz ohne Mann-Bashing? Sie werden mir unheimlich...:-) Ueber die Ohren der Wale müssen wir uns nochmal unterhalten... Frohe Weihnacht noch...
und so ganz ohne Mann-Bashing? Sie werden mir unheimlich...:-) Ueber die Ohren der Wale müssen wir uns nochmal unterhalten... Frohe Weihnacht noch...
2. Lieber Dirndl uind Trachtenanzug als Pullover
hokldi 23.12.2012
Dirndl und Trachtenanzüge sind doch viel wärmer und vor allem viel lustiger als nur Pullover für australische Pinguine und rumänische Straßenhunde. Also meine Damen aus Norddeutschland, ran ans Werk.
Dirndl und Trachtenanzüge sind doch viel wärmer und vor allem viel lustiger als nur Pullover für australische Pinguine und rumänische Straßenhunde. Also meine Damen aus Norddeutschland, ran ans Werk.
3. Auch eine von denen..
besserwessa 23.12.2012
Soso, liebe Frau Burmester, Sie lassen mich tief in Ihre Seele blicken mit Ihrem ach so lustigen Artikelchen. Sie sind offenbar eine von denen, die sich für GAR NICHTS engagieren. Das Phänomen ist all denen bekannt, die sich für [...]
Soso, liebe Frau Burmester, Sie lassen mich tief in Ihre Seele blicken mit Ihrem ach so lustigen Artikelchen. Sie sind offenbar eine von denen, die sich für GAR NICHTS engagieren. Das Phänomen ist all denen bekannt, die sich für irgendwas einsetzen - reflexartiges Gebrüll: "Könnt Ihr Euch nicht lieber für das, dies oder jenes einsetzen, statt..." Ich engagiere mich im Auslandstierschutz, beim Erhalt des Speyerer Doms ,im Hospizbereich und für Obdachlose in Madrid. Achtung, hier die gängsten Aussagen: "Gibts nicht auch in Deutschland arme Hunde - das Geld für ein altes Gemäuer könnte man doch in Deutschland besser anlegen - wieso Hospiz, die Leute sterben doch so oder so, da könnte man mit dem Geld doch besser in Afrika helfen, gibts nicht auch in Deutschland Obdachlose" ...könnte die Argumente der Klugscheisser noch ins Unendliche weiter auzählen. Und es sind immer die, die rein gar nichts machen, vielleicht mal ein bisschen spenden zur Weihnachtszeit - aber bitte mit Spendenquittung! Frau Burmester, vielleicht verstehe ich Sie aber auch falsch und Sie sammeln regelmäßig warme Winterkleidung für bedürftige deutsche (!) Kinder, dann möchte ich mich herzlich entschuldigen. Wobei das eigentlich nicht sein, denn wer sich - wofür auch immer- engagiert, dafür viel Zeit, Geld und Herzblut aufwendet würde niemals einem anderen vorschreiben wollen, was sinnvoller wäre. Und seien es nur Pullover für Pinguine oder Mäntel für Hundewelpen. Sicherlich werden Sie auch viel Beifall für ihre Kolumne bekommen - solche Leute tun mir dann aber eigentlich nur leid, die sind wie Sie, arme Würstchen, die gar nicht wissen wie es ist "ein Tropfen auf dem heissen Stein" des Egoismus dieser Zeit zu sein. Gerade im Tierschutz wird viel belächelt und kritisiert - aber genau da fließt am meisten Herzblut derer, die hier tätig sind. Ich wünschen Ihnen eine frohes Weihnachtsfest, gehen Sie in guter alter "Christen-Tradition" brav in die Kirche, wie es sich gehört und dann leben Sie Ihr armes Leben 364 Tage weiter wie bisher aber lassen Sie uns in Ruhe mit Ihren guten Ratschlägen. Wir wissen schon selbst, was uns am Herzen liegt.
4. optional
zwop 23.12.2012
Angesichts des Verhaltens des Menschen gegenüber der Natur, könnte man durchaus verstehen, dass der Schutz von Tieren, vor allem wenn sie unter den Auswirkungen menschlicher Bedürfnissbefriedigung leiden müssen, einem mehr am [...]
Angesichts des Verhaltens des Menschen gegenüber der Natur, könnte man durchaus verstehen, dass der Schutz von Tieren, vor allem wenn sie unter den Auswirkungen menschlicher Bedürfnissbefriedigung leiden müssen, einem mehr am Herzen liegt. Nur so eine Vermutung. Frohe Weihnacht
5. Respekt
Timvobe 23.12.2012
Es ist das Fest der Nächstenliebe u nirgens steht geschrieben, dass Pinguine davon ausgenommen sind, oder?! Unglücklichere Weise können die kleinen Kerle nämlich nicht auf einen "gut geschmierten" Betroffenheits-Apparat [...]
Es ist das Fest der Nächstenliebe u nirgens steht geschrieben, dass Pinguine davon ausgenommen sind, oder?! Unglücklichere Weise können die kleinen Kerle nämlich nicht auf einen "gut geschmierten" Betroffenheits-Apparat zurückgreifen, der den Erlös seiner "Altkleidersammlungen" vor allem für seine Funktionäre u Apparat selbst gebraucht u zur Not dann noch was an die Bedürftigen verschifft! Tierfreunde aller Kontinente, vereinigt Euch u handarbeitet, was das Zeug hält! Wer hilft, hat Recht, egal wem das zu Gute kommt, Hauptsache ist doch, es kommt an!

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