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26.12.2012
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Museumsinsel in Berlin

Pergamon-Sanierung kostet 385 Millionen Euro

DPA

Fassade des Pergamonmuseums: Bis 2025 sollen die Bauarbeiten dauern

Zum Jahreswechsel startet die Sanierung des Berliner Pergamonmuseums. 385 Millionen Euro soll das Mammutprojekt kosten, 13 Jahre soll es dauern. Auf den Anblick des imposanten Pergamonaltars werden Besucher aber nicht so lang verzichten müssen.

Berlin - Es ist das größte Bauprojekt auf der Berliner Museumsinsel - und selbst die Planer sind sich nicht sicher, ob die veranschlagten 13 Jahre für die Arbeiten reichen werden: Zum Jahreswechsel beginnt die Sanierung des Pergamonmuseums. Das "Pergamon" ist Deutschlands meistbesuchtes Kunstmuseum. Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 1,3 Millionen Menschen aus aller Welt, um den berühmten Pergamonaltar, aber auch das Markttor von Milet, die Mschatta-Fassade oder das Ischtar-Tor mit der Prozessionsstraße von Babylon zu sehen.

Im Rahmen des Masterplans für die unter Unesco-Schutz stehende Museumsinsel wird das Haus nun bis zum Jahr 2025 grundlegend saniert und umgebaut - mit veranschlagten Kosten von bisher 385 Millionen Euro ein Mammutprojekt, das auch die Denkmalschützer auf den Plan rief. Die Kosten trägt zu 100 Prozent der Bund.

"Der Besucher wird die antike Architektur künftig in einem großartigen Rundgang erleben. Wie in keinem anderen Museum der Welt wird man einen Eindruck von ihrer Monumentalität bekommen", sagt der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Die Stiftung ist Eigentümerin aller fünf Häuser auf der Museumsinsel und damit auch Bauherr für das neue Projekt. Nach der Alten Nationalgalerie, dem Bode-Museum und dem preisgekrönten Neuen Museum ist das "Pergamon" das vierte und bisher größte Sanierungsprojekt auf dem Areal. "Wir haben 13 Jahre anvisiert", sagt Parzinger vorsichtig. "Allerdings ist man beim Bauen im historischen Bestand auch bei guter Planung vor Überraschungen nicht gefeit."

Verlust des Welterbe-Siegels?

Um das publikumsträchtige Haus nicht auf Jahre hin ganz schließen zu müssen, ist die Sanierung in mehreren Abschnitten geplant. Den Auftakt macht ausgerechnet der bei Denkmalschützern als besonders sensibel eingestufte Nordflügel. Dort soll später die reich geschmückte Fassade der jordanischen Wüstenresidenz Mschatta aus dem 8. Jahrhundert komplett aufgebaut werden. Dieses Glanzstück des Islamischen Museums ist bisher wenig spektakulär im Südflügel untergebracht.

Der Landesdenkmalrat hatte die Umbaupläne im vergangenen Jahr als "massiven Eingriff in das Baudenkmal" abgelehnt und vor einem Verlust des Welterbe-Siegels gewarnt. In langwierigen Verhandlungen mit dem Denkmalamt einigten sich beide Seiten schließlich auf einen Kompromiss. Demnach hält die Preußenstiftung zwar an dem Plan fest, die Fassade vor der Fensterfront im sogenannten Stadtbahnsaal zu errichten. Die Fensternischen dahinter sollen aber gleichwohl erhalten werden.

"Hier ist eine sehr gute Lösung gefunden worden. Wir sehen keinen Anlass zur Besorgnis", sagt Michael Petzet vom Internationalen Denkmalrat Icomos in München, der für die Beobachtung des Weltkulturerbes zuständig ist. Nach Angaben von Petra Rohland, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde, soll es während des Umbaus weitere Detailabstimmungen geben. "Wir gehen davon aus, dass wir eine denkmalverträgliche Lösung finden."

Start für eine archäologische Zeitreise

Bis zum Jahr 2019 sollen die Arbeiten am Nordflügel dauern. Parallel dazu läuft bereits 2014 auch die Sanierung des Mittelbaus an. "Besonders schmerzen wird uns die Schließung des Pergamonsaals für zwei, drei Jahre", sagt Bauherr Parzinger auch mit Blick auf die Einnahmen durch den Publikumsmagneten. "Wir überlegen derzeit, ob wir vielleicht einige Reliefs woanders zeigen können. Aber ihn komplett auszubauen, ist schlichtweg unrealistisch."

Der Entwurf für den Umbau stammt von dem 2007 gestorbenen Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers. Er gewann im Jahr 2000 den Wettbewerb, löste aber mit seinem radikalen Konzept auch Diskussionen aus. Danach soll der einst von dem kaiserlichen Architekten Alfred Messel entworfene und 1930 eröffnete dreiflügelige Bau durch eine vierte Seite zum Spreearm hin ergänzt werden. Der sogenannte Ehrenhof in der Mitte ist dann ganz umbaut.

Auf der Hauptebene wird so ein Rundgang durch das gesamte Haus möglich. Ziel ist eine Art archäologische Zeitreise, die die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Kulturen deutlich macht. Von Tempelbauten aus dem Alten Ägypten im neuen, vierten Flügel soll es über Vorderasien, Griechenland und Rom bis zum islamischen Kulturraum gehen. Die neu aufgebaute Mschatta-Fassade wäre damit der imposante Abschluss.

hpi/dpa

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