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06.01.2013
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Depardieu bei Putin

Priwjet, Monsieur Steuerflüchtling!

Foto: DPA

Zwei grandiose Selbstdarsteller, ein neuer Pass, eine Umarmung unter Alpha-Männchen: Der französische Schauspiel-Star Gérard Depardieu verlässt sein Land wegen zu hoher Steuern - und hat nun seine neuen russischen Papiere in Empfang genommen. Bei Präsident Putin, ganz privat.

Sotschi - Der französische Filmstar Gérard Depardieu hat sich seinen neuen russischen Pass persönlich in Russland abgeholt. Im Rahmen eines "privaten Besuchs" des Schauspielers in Russland habe er am Samstagabend ein "kurzes Treffen" mit Staatschef Wladimir Putin in dessen Residenz in Sotschi am Schwarzen Meer abgehalten, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Sonntag. Außerdem sei Depardieu sein neuer Pass ausgehändigt worden.

"Der Präsident hat mit Herrn Depardieu über dessen weitere künstlerischen Pläne und eine Reihe weiterer Fragen gesprochen", sagte Peskow. "Anlässlich des Aufenthalts wurde ihm der russische Pass übergeben." Auf die Frage, ob Putin ihm selbst das Dokument überreicht habe, antwortete sein Sprecher schlicht mit "Nein", ohne weitere Angaben zu machen.

Das russische Fernsehen zeigte Bilder von dem Treffen. Zu sehen war, wie Depardieu und Putin sich umarmten und zusammen aßen. Laut Übersetzung sprach der Filmstar ("Cyrano de Bergerac", "Obelix") seinen Gastgeber auf einen Film an, in dem der Schauspieler den mysteriösen russischen Mönch Rasputin verkörperte, der großen Einfluss auf Russlands letzten Zar Nikolaus II. hatte.

Ab jetzt 13 Prozent Einkommensteuer

Putin hatte Depardieu am Donnerstag per Dekret die russische Staatsbürgerschaft zugesprochen. Zuvor hatte der Filmstar im Streit mit Frankreichs sozialistischer Regierung um hohe Steuern für Reiche ein Haus in Belgien gekauft, um weniger Abgaben zahlen zu müssen. Die Affäre schlägt in Frankreich hohe Wellen.

Auch Filmstar Brigitte Bardot kündigte zuletzt an, möglicherweise nach Russland abwandern zu wollen - um ein Zeichen gegen den mangelhaften Tierschutz in ihrem Heimatland zu setzen.

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault nannte Depardieus Wegzug "armselig" und unpatriotisch. Präsident François Hollande plant für Jahreseinkommen ab einer Million Euro einen Steuersatz von 75 Prozent. In Russland gilt eine pauschale Einkommensteuer von 13 Prozent.

sto/dpa/AFP/Reuters

Forum

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insgesamt 174 Beiträge
1. Wehrdienst?
Hamberliner 06.01.2013
Muss Depardieu denn nicht zuallererst einmal (in Tschetschenien) seinen Wehrdienst in der russischen Armee nachholen?
Zitat von sysopREUTERSZwei grandiose Selbstdarsteller, ein neuer Pass, eine Umarmung unter Alpha-Männchen: Der französische Schauspiel-Star Gérard Depardieu verlässt sein Land wegen zu hoher Steuern - und hat nun seine neuen russischen Papiere in Empfang genommen. Bei Präsident Putin, ganz privat. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sotschi-depardieu-trifft-putin-zur-pass-uebergabe-a-875979.html
Muss Depardieu denn nicht zuallererst einmal (in Tschetschenien) seinen Wehrdienst in der russischen Armee nachholen?
2.
weserwasser 06.01.2013
Asterix und Obelix erobern Sibirien , wär doch mal was
Asterix und Obelix erobern Sibirien , wär doch mal was
3. Ich will auch !!
wcfields 06.01.2013
Wenn ich von der Einkommen- bis zur Sektsteuer alles zusammenrechne komme ich auch auf 70 - 80 %. Ich möchte auch gerne weg von diesen Raubrittern. Werde morgen mal einen Einbürgerungsantrag an Putin schicken.
Wenn ich von der Einkommen- bis zur Sektsteuer alles zusammenrechne komme ich auch auf 70 - 80 %. Ich möchte auch gerne weg von diesen Raubrittern. Werde morgen mal einen Einbürgerungsantrag an Putin schicken.
4.
yournightmare 06.01.2013
Priwjet wird und das "j" geschrieben. Gérard Depardieu hat also doch noch rechtzeitig geschafft der Enteignung in Europa zu entkommen.
Priwjet wird und das "j" geschrieben. Gérard Depardieu hat also doch noch rechtzeitig geschafft der Enteignung in Europa zu entkommen.
5. Halb Europa möchte die russische Staatsbürgerschaft
mischpot 06.01.2013
bei 13 % Einkommenssteuer. Wo kann man einen Antrag stellen?
bei 13 % Einkommenssteuer. Wo kann man einen Antrag stellen?

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