Lade Daten...
22.02.2013
Schrift:
-
+

"Frankfurter Rundschau"

Türkischer Investor aus dem Rennen

DPA

Verleger Burak Akbay: Sein Übernahmeangebot für die "FR" wurde abgelehnt

Die Gläubiger der insolventen "Frankfurter Rundschau" haben am Freitag das Übernahmeangebot des türkischen Verlegers Burak Akbay abgelehnt. Damit ist nur noch die "FAZ" im Rennen. Klar ist jetzt schon: Die meisten der 450 Angestellten verlieren ihren Job.

Frankfurt am Main/Hamburg - Die Zeit wird knapp für die insolvente "Frankfurter Rundschau". Bis Ende des Monats muss ein neuer Investor gefunden werden, sonst droht der traditionsreichen Zeitung das Aus. Ein potentieller Interessent ist bereits aus dem Rennen: Am Freitag lehnten die "FR"-Gläubiger das Angebot des türkischen Verlegers Burak Akbay ab. Das teilte der Insolvenzverwalter Frank Schmitt in einem Rundschreiben mit.

Akbay, dem das türkische Verlags- und Druckerhaus Estetik Yayincilik gehört, wollte die "FR" als überregionale Zeitung mit eigenem Druckhaus fortführen. Etwa 80 Mitarbeiter im Verlag und 30 in der Druckerei sollten weiterbeschäftigt werden. Doch schon am Dienstag, als das Angebot von Estetik Yayincilik eingereicht worden war, hatte Betriebsrat Marcel Bathis das Angebot als Strohhalm bezeichnet und die Erfolgschancen auf höchstens drei Prozent eingestuft.

Mit dieser Einschätzung sollte Bathis recht behalten. In dem am Freitag an alle Mitarbeiter verschickten Schreiben der Insolvenzverwaltung heißt es: "Das zuletzt von Estetik vorgelegte Angebot ist vom Gläubigerausschuss als nicht ausreichend abgelegt worden." Einziger verbliebener Interessent ist somit die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Deren Übernahmeangebot liegt aktuell beim Bundeskartellamt.

Selbst wenn die "FAZ" grünes Licht erhalten sollte, bedeutet der Rückzug von Akbay, dass alle Druckereiangestellten entlassen werden. Die "Frankfurter Allgemeine" möchte laut Betriebsrat Bathis nur Redaktionsmitglieder übernehmen - und das in geringer Zahl. Lediglich 28 Beschäftigte aus der Redaktion würden im Falle einer "FAZ"-Übernahme weiterbeschäftigt werden, erklärte Bathis.

Die Insolvenzverwaltung der "Frankfurter Rundschau" hat den meisten Mitarbeitern den Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten. Betroffen sind laut FR-Betriebsrat nicht nur 337 Mitarbeiter in Druckerei und Verlag, sondern auch Dutzende Beschäftigte aus den Tochtergesellschaften. Insgesamt beschäftigen Verlag und Druckerei rund 450 Mitarbeiter.

"Lehnt das Kartellamt eine Übernahme ab, bin ich gezwungen, die Verlagstätigkeit zum Ende des Monats Februar einzustellen", teilte Insolvenzverwalter Frank Schmitt den Mitarbeitern in seinem Rundschreiben mit.

sbr/dpa

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Kultur
Twitter RSS
alles zum Thema Frankfurter Rundschau
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten