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Kultur

Ein Jahr #MeToo

Deutschland, Frauenland

Aus den Vorwürfen gegen einen Hollywood-Mogul entstand eine weltweite Bewegung: #MeToo begann vor einem Jahr - und darf nicht enden. Was muss sich ändern, damit Frauen endlich sicher und gleichberechtigt leben können? Elf Forderungen.

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Montag, 08.10.2018   12:44 Uhr
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1. Dating auf Augenhöhe!

Der Mann zahlt. Die Frau will immer nur die große Liebe - was aber nicht bedeutet, dass sie am ersten Abend mit ins Bett geht, schließlich hält sie etwas auf sich. Diese vermeintlichen Universalregeln des Datings werden uns in jeder romantischen Komödie vorgeführt. Dabei basieren sie - ebenso wie romantische Komödien - auf veralteten Rollenklischees. Wir brauchen Gleichberechtigung beim Ausgehen. Männer dürfen die große Liebe suchen und Frauen nur Sex für eine Nacht. Unser erlerntes Dating-Verhalten allerdings basiert noch immer auf dem Bild der romantischen Frau und des erobernden Mannes. Damit übertragen wir in unser Liebesleben genau jene Stereotype von männlicher Macht und weiblicher Ohnmacht, die wir seit #MeToo doch überall sonst versuchen zu bekämpfen. Vergesst also alle Regeln - sie engen ein. Macht, was ihr wollt, wenn es beide wollen. Und meldet euch nach dem ersten Date nicht erst nach drei Tagen obligatorischer Funkstille, sondern dann, wenn euch danach ist. Das Warten, bis der andere schreibt, ist auch nur eines dieser Rollenbilder, denen man sich fügt. Anna-Sophie Schneider, Volontärin bei SPIEGEL ONLINE

2. Fortbildungen für Lehrkräfte!

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Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 54/2018
#frauenland
100 Jahre Frauenwahlrecht, 1 Jahr #MeToo - Wie modern ist Deutschland?

Sexistisch beleidigt und verhöhnt: Es ist kaum zu ertragen, was die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen laut Studien in Deutschland in der Schule erlebt - besonders Mädchen sind betroffen. Lehrkräfte, aber auch Eltern oder Jugendtrainer müssen konsequenter dagegen vorgehen, Mädchen ermutigen, sich zu wehren, ihnen den Rücken stärken und klarmachen: Das dulden wir nicht! Zumal es nicht immer bei Verbalattacken bleibt. Es kommt auch zu Gewalt bis hin zur Vergewaltigung. Mädchen sind davon deutlich häufiger betroffen als Jungen, zu allem Überfluss werden sie danach oft noch verspottet. Wie sicher sich Kinder und Jugendliche fühlen können und wie gut eine Schule Betroffenen hilft, hängt bisher viel zu stark vom Engagement Einzelner ab. Das ist fahrlässig. Alle Bundesländer müssen Schulen verpflichten, sich dem Thema zu widmen, Lehrkräfte fortzubilden, Schüler aufzuklären. Dafür brauchen Schulen auch nötige Ressourcen. Nur dann kann sich etwas ändern. Silke Fokken, Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE im Ressort "Leben und Lernen"

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Gleichberechtigung: Zwölf Frauen haben wir gefragt: Wie modern ist dieses Land?

3. Weniger Angst vorm unbekannten Mann!

Schritte rascheln hinter mir im Laub. Was routinemäßig folgt, kann ich kaum kontrollieren - obwohl mir noch nie etwas beim Joggen passiert ist: Ich beschleunige, greife in die Hosentasche, der Schlüssel bohrt sich in meine Hand. Die einzige Waffe, die ich habe. In einer Studie der EU sagten 77 Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen, der Täter sei ihnen bekannt gewesen. Dennoch wird uns die Angst vorm Unbekannten so massiv eingetrichtert, dass wir selbst dran glauben: Wir werden von Eltern ermahnt, nachts ein Taxi zu nehmen, wir kriegen in jedem mittelmäßigen TV-Krimi erzählt, dass junge Frauen nachts erst verfolgt und dann im Leichenschauhaus begutachtet werden. Woher diese Fehldarstellung und -wahrnehmung kommt? Vermutlich ist es schwer zu ertragen, wenn die Bösen nicht die anderen sind. Ein Weggucken, das sich auch rassistisch instrumentalisieren lässt, wenn etwa die AfD vor übergriffigen Flüchtlingen statt vor übergriffigen Onkeln warnt. Ein Journalist beschrieb mal auf Twitter, wie er damit umgeht, wenn eine Frau vor ihm joggt: "Ich tue, was ein Mann tun muss. Ich biege ab, laufe einen kleinen Umweg, damit sie sich nicht verfolgt fühlt." Der Tweet ging viral. Was ein Mann aber tatsächlich tun muss? Seine Tochter nicht mit falschen Ängsten sozialisieren. Eva Thöne, Stv. Ressortleiterin im Kulturressort von SPIEGEL ONLINE

4. Mehr Wissen über die Folgen sexueller Gewalt!

Ein Jahr lang haben wir zu #MeToo recherchiert - und ständig gab es Misstrauen gegenüber unserer Arbeit, weil Wissen fehlte, Vorurteile aber weitverbreitet waren. Da wurde etwa kritisiert und geschimpft, dass die Betroffenen jahrelang geschwiegen hatten, bevor sie ihre Vorwürfe öffentlich machten. Viel zu viele meinten, das sei ein Anzeichen dafür, dass sie lügen. Sicher, solche Fälle gibt es, Studien und Kriminalitätsstatistiken gehen allerdings nur von zwei bis zehn Prozent aus. Der Grund der Betroffenen war stattdessen, dass ihnen lange niemand zugehört hatte. Und, dass die Übergriffe für sie so traumatisch waren, dass sie diese erst verarbeiten mussten, manche in jahrelanger Therapie. Welche psychischen Erkrankungen sexuelle Gewalt auslösen kann, darüber gibt es Wissen, das man sich aneignen kann. Wem das zu anstrengend ist, der kann es mit etwas probieren, was vielfach verloren gegangen scheint: Empathie, Respekt und Anstand. Ann-Katrin Müller, SPIEGEL-Redakteurin im Hauptstadtbüro

Im Video - Sängerin Ace Tee über Gleichberechtigung:

Foto: Monika Höfler

5. Neue SuperheldInnen!

Batwoman, Angela Merkel und Ada Lovelace: Die queere Superheldin, die mächtigste Frau der Welt und die Pionierin der Computertechnik sind hilfreiche Vorbilder, weil sie Rollenklischees sprengen. Sie helfen Kindern dabei, ihren eigenen Weg zu finden und zu verfolgen - abseits der traditionellen und ja auch sterbenslangweiligen Stereotype. Das ist nicht nur spannender, sondern hilft auch gegen Bedrohungen: Wir brauchen starke Mädchen, die sich wehren können, und starke Jungs, die konstruktiv ins Thema einsteigen, anstatt sich gerade dort zurückzuhalten, wo ihr Beitrag einen Unterschied gemacht hätte. Damit das gelingt, braucht es noch viel mehr diverse Vorbilder: starke Frauen, empathische Männer, nerdige Superheldinnen und erfolgreiche Querdenker. Menschen, die althergebrachten Stereotypen von Macht ein eigenes Verständnis entgegensetzen. Die anders sind, als wir es erwarten. Und gerade darin wahnsinnig cool. Christina Elmer, Mitglied der Chefredaktion von SPIEGEL ONLINE

6. Männer, die mitziehen!

Das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen ist erschreckend - aber für viele Frauen nicht überraschend. Die meisten Männer kennen die Angst vor Übergriffen nicht. Das heißt aber nicht, dass sie sie nichts angeht. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist kein Frauenproblem - sie ist ebenfalls ein Männerproblem. Damit ist nicht gemeint, dass jeder Mann zum Schuldigen erklärt wird. Aber sozialer Wandel gelingt nur, wenn sich alle beteiligen. Männer: Statt im Schuld-Abwehrmechanismus zu verharren, solltet ihr fragen, wie ihr das Leben der Frauen verbessern könnt. Sprecht mit der Frau an eurer Seite, mit eurer Mutter, eurer Tochter, euren Freundinnen! Fragt sie, was sie erlebt haben und welche Ängste sie nicht loslassen. Tut Erfahrungen nicht ab, nur weil ihr sie selbst nie gemacht habt. Toleriert keine herabwürdigende Sprache, auch wenn sie euch harmlos erscheint, weil sie nicht euch herabwürdigt. Gewalt geht uns alle an. Vanessa Steinmetz, Politik-Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE

7. Frauen, die nicht fürs Lautsein abgestraft werden!

Ja, #MeToo ermutigt. Nicht nur Frauen sind im vergangenen Jahr laut geworden, auch People of Colour und LGBT-Personen haben von Diskriminierung berichtet - und klargemacht, was sich ändern muss. Aber das Lautsein wird noch immer häufig sanktioniert, vor ein paar Wochen war es mal wieder so weit: Serena Williams war bei einem Tennismatch ausgerastet.Anschließend musste sie sich nicht nur mit konstruktiver Kritik auseinandersetzen, sondern zudem mit rassistischen Karikaturen, Hass, Häme und Beleidigungen. Der Fall zeigt: Auch ein Jahr nach #MeToo werden wütende, laute Frauen anders behandelt als wütende, laute Männer. Obwohl es für Frauen auch im Jahr 2018 noch jede Menge gute Gründe gibt, wütend zu sein und laut zu werden. Oder, wie es in einem erfolgreichen Tweet heißt:"Männer sollten froh sein, dass Frauen Gleichberechtigung wollen statt Rache." Stattdessen werden laute Frauen ins Lächerliche gezogen, müssen sich rechtfertigen - egal, ob Politikerinnen wie Andrea Nahles oder Entertainerinnen wie Barbara Schöneberger. Das muss sich ändern. Eva Horn, Redakteurin Social Media bei SPIEGEL ONLINE

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#MeToo: Vom Hashtag zur Bewegung

8. Belohnungen für Unternehmen mit weiblichen Führungskräften!

Sexuelle Übergriffe entstehen oft da, wo Macht ungleich verteilt ist. In vielen deutschen Firmen ist die Macht ungleich verteilt. Anzügliche Anmache, frauenfeindliche Sprüche, ungefragt eine Hand am Po, manchmal Schlimmeres. Für etliche Frauen ist das Alltag. Sie ertragen es ohne Murren, weil es vom Chef kommt. Oder vom Chef-Chef. Bei Aufmucken drohen Nachteile. Egal, ob beim Mittelständler in Wuppertal oder beim Dax-Konzern in München. Solche Kulturen müssen sich ändern, dafür braucht es auch mehr Frauen an der Spitze. Tatsächlich aber sind Deutschlands Firmen träge. Obwohl Studien zeigen, dass gemischte Arbeitsteams die Kultur verändern und mehr Erträge erzielen können. Deshalb sollte der Staat nachhelfen. Bund, Städte und Kommunen haben Milliarden zu verteilen, wenn sie Dienstleistungen beauftragen. Künftig sollten diejenigen Firmen bei staatlichen Aufträgen bevorzugt werden, die in den oberen drei Ebenen die meisten weiblichen Führungskräfte beschäftigen. Unternehmen ohne Frauen im Vorstand sollten bei staatlichen Aufträgen leer ausgehen. Das wäre ein frauenfreundliches Signal. Kristina Läsker, Chefin vom Dienst bei SPIEGEL ONLINE

9. Ansprechpersonen in allen Branchen!

Gut, dass im April endlich eine Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung für die Film- und Fernsehbranche eingerichtet wurde. Aber wohin sollen sich die Verkäuferin im Einzelhandel, die Busfahrerin, der Lagerist wenden, wenn sie vom Chef oder der Vorgesetzten belästigt werden - aber nicht riskieren wollen, den Job zu verlieren? Wer nicht mit Kollegen darüber spricht, glaubt womöglich an ein Missverständnis oder einen Ausrutscher bei der Betriebsfeier. Vielleicht war es das auch. Wer allerdings im Gespräch mit einer Ansprechperson herausfindet, dass er oder sie nicht allein ist, kann versuchen, sich mit anderen Betroffenen zu verbünden. Dann steht plötzlich nicht einfach Aussage gegen Aussage, sondern drei oder vier Aussagen gegen eine Aussage. Und das Unternehmen muss aktiv werden. Laura Backes, Redakteurin im SPIEGEL-Deutschlandressort

10. Ärzte, die sich an allen Menschen orientieren!

Gleichberechtigung spielt auch beim Arztbesuch eine Rolle: Als ich einen angehenden Kardiologen fragte, ob es nicht auch ein Problem der Ärzte sei, dass Herzinfarkte bei Frauen mit größerer Verzögerung erkannt werden als bei Männern, wiegelte er ab. Die Symptome bei Frauen seien eben anders, weniger typisch. Da hat er einerseits recht.Gleichzeitig illustriert seine Aussage eine Problematik in der Medizin. Der Mann ist dort traditionell die Blaupause, sozusagen der Prototyp Mensch. Seine Symptome sind die Basis. Sind sie bei Frauen anders - dann sagen, denken wir, sie sind anders. Das ist aber die falsche Sichtweise, wenn wir über die Hälfte der Menschheit sprechen: Wenn etwa, wie beim Infarkt, die Anzeichen bei Männern und Frauen verschieden sind, dann existieren eben zwei Ausprägungen, zwei Sätze typischer, echter Symptome. Zum Glück ist die Medizin auf einem guten Weg, so schaut etwa die Gendermedizin gezielt auf Geschlechterunterschiede - was nicht nur Patientinnen, sondern auch Patienten nutzt. Nina Weber, Redakteurin im SPIEGEL-ONLINE-Ressort Gesundheit

11. Männer und Frauen, die zuhören!

Vor einem halben Jahr erzählte mir eine Freundin, was ihr als Mädchen angetan wurde und wie ihre Eltern reagierten: Sie sagten ihr, sie habe sich das eingebildet. Ein Missverständnis. Schnell vergessen und unbedingt weiter höflich sein zum Freund der Familie. Auch später geriet sie in Situationen, in denen sie sich von Männern bedrängt fühlte. Sie suchte die Schuld bei sich. Darüber sprach sie mit einer Freundin, diese meinte, sie sei halt immer so nett. Andere belehrten sie: #MeToo sei Hysterie und Hexenjagd, die Frauen könnten sich doch wehren. Was ihr passiert war, passiert vielen: Der Täter ein Bekannter, das Opfer stumm - auch, um das gemeinsame Umfeld nicht zu belasten. Statt Menschen mit solchen Erfahrungen über den Mund zu fahren oder sie zu verurteilen, sollten wir - geschlechterübergreifend - zuhören. Und fragen, wie wir unterstützen können. Wahrscheinlich wenden sich Überlebende fast immer zuerst an Freunde und Verwandte. Unsere Reaktionen können weiter verletzen - oder helfen. Raniah Salloum, Redakteurin im SPIEGEL-Auslandsressort

SPIEGEL TV: Die Unbeugsamen - Deutschlands starke Frauen

Foto: SPIEGEL TV

Ein Jahr #MeToo - was hat sich bei Ihnen verändert?

insgesamt 207 Beiträge
harryhorst 08.10.2018
1. Es tut mir leid
Ich kann es nicht mehr hören. Anfangs hatge die Meetoo-Debatte noch Sinn. Inzwischen hat sich das alles verselbstständigt und schadet nur noch.
Ich kann es nicht mehr hören. Anfangs hatge die Meetoo-Debatte noch Sinn. Inzwischen hat sich das alles verselbstständigt und schadet nur noch.
mcpoel 08.10.2018
2. Warum nicht einfach Anstand fordern?
Wer die Serena Williams Geschichte zu einer #MeToo Sache erklärt, kann nicht neutral sein. Erklärt sich daraus vielleicht, warum der Autor nicht einfach generell anständigen Umgang miteinander fordert? Dies wäre eine neutrale [...]
Wer die Serena Williams Geschichte zu einer #MeToo Sache erklärt, kann nicht neutral sein. Erklärt sich daraus vielleicht, warum der Autor nicht einfach generell anständigen Umgang miteinander fordert? Dies wäre eine neutrale Forderung, ohne zu polarisieren. Das #MeToo Problem ist, daß die Kampagne polarisiert. Genau das bringt aber nicht weiter, das hat jeder bei Kavanaugh gesehen. Nur De-eskalierung und schlichtweg anständiger Umgang (das beinhaltet alles Nötige) wären nötig, keine Quotenfrauen oder noch mehr politisch korrekte Regulierung.
SPONU 08.10.2018
3. Als Teenager habe ich
...mehr als einmal versucht, mich schützend vor meine Mutter zu stellen als mein Vater im Suff austeilte. Auch als Erwachsener auf Besuch hatte ich mit ihm schon handfeste Auseinandersetzung weil er meiner Meinung nach respektlos [...]
...mehr als einmal versucht, mich schützend vor meine Mutter zu stellen als mein Vater im Suff austeilte. Auch als Erwachsener auf Besuch hatte ich mit ihm schon handfeste Auseinandersetzung weil er meiner Meinung nach respektlos und herablassend mit meiner Mutter umging. Bis heute würde ich die Hand gegen jeden heben der in meinem Beisein gegenüber einer körperlich schwächeren Person Gewalt anwendet. Ich kann von mir selbs sagen dass ich nie bewusst und zumindest in meiner Erinnerung auch nicht unbewusst mein Geschlecht missbraucht habe, um irgendeine Gegenleistung von einer Frau zu verlangen oder sie zu etwas zu zwingen. Das vorweg. Ich finde allerdings dass dieser Beitrag Sachverhalte miteinander vermischt die nicht zu vermischen sind. #metoo galt und gilt der Unversehrheit der Frauen im Alltag und Schutz vor männlichen Uebergriffen. Es geht hier nicht um z.B. gleiche Aufstiegsschancen oder Gehälter. Und das bewusste "Kleinhalten" weiblicher Mitarbeiter durch das Patriarchat als eine Form von Gewalt einzustufen....nein, das gehört nicht zu #metoo.
madameping 08.10.2018
4. Gute Aktion mit guten Gedanken
Eines hätte ich noch hinzuzufügen: Auch Frauen können das Problem sein, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir sein könnten. Nein, ich spreche nicht von den Opfern, sondern von Frauen, die von einem Opfer hören, ein Opfer [...]
Eines hätte ich noch hinzuzufügen: Auch Frauen können das Problem sein, dass wir noch nicht so weit sind, wie wir sein könnten. Nein, ich spreche nicht von den Opfern, sondern von Frauen, die von einem Opfer hören, ein Opfer zu sein. Noch heute regt sich in vielen Frauenköpfen der Reflex, dem Opfer Selbstverschuldung anzudichten. Da wird mit zynisch aufbebenden Lidern verächtlich gegrunzt und nur kurz darauf eine bösartige Behauptung in den Raum gestellt. Ich frage mich, was dahinter steckt. Mangelnde Empathie? Unglaublich, wenn man denkt, dass wir im 21. Jh. leben, mit all den Erfahrungen, die die Welt gemacht hat.
querollo 08.10.2018
5. Echt jetzt?
Die 11 "Forderungen", die Frauen in diesem Land nach vorne bringen sollen, beginnen mit "Dating auf Augenhöhe"? Ich fasse es nicht! Und es soll Belohnungen geben für Unternehmen, die weibliche [...]
Die 11 "Forderungen", die Frauen in diesem Land nach vorne bringen sollen, beginnen mit "Dating auf Augenhöhe"? Ich fasse es nicht! Und es soll Belohnungen geben für Unternehmen, die weibliche Führungskräfte einstellen? Was ist das denn? Belohnungen gibt es für Leistungen ÜBER dem Selbstverständlichen. Hier ist der Status des Selbstverständlichen, nämlich 50%, noch nicht mal erreicht. Wenn aber das Mittel nicht erreicht wird, wenn man z.B. nicht rechtzeitig liefert, dann zahlt man Strafe. Es sollte also Strafzahlungen für die geben, die keine 50% Frauenquote haben. Wer Belohnung für das Selbstverständliche bezahlt, der zementiert damit den Status Quo. Ich bin fast überrascht, dass "größere Kosmetikspiegel in allen Autos" keine dieser bahnbrechenden Forderungen war. Wie wäre es denn mal mit der Aufhebung des Ehegattensplitting? Oder mit Karierewegen, die es Frauen ermöglichen Kinder und Beruf ohne Einschränkungen zu vereinbaren oder mit Studium und Berufsausbildung erst später loszulegen? Ab 30 gibts kein BAFÖG mehr. Wie wäre es denn mal, das für Frauen zu ändern, die früh Mutter geworden sind?
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