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Kultur

"FAZ"-Herausgeber

Johann Georg Reißmüller ist tot

Er floh selbst aus der DDR, später wurde das Schicksal Osteuropas sein Lebensthema. Jetzt ist der Journalist und "FAZ"-Herausgeber Johann Georg Reißmüller gestorben.

F.A.Z.-Foto/ Barbara Klemm

Johann Georg Reißmüller

Mittwoch, 12.12.2018   11:18 Uhr

Johann Georg Reißmüller schrieb für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über den Stalinismus, war Korrespondent in Belgrad und wurde später ins Herausgeber-Gremium des Blattes berufen. Jetzt ist der Journalist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Reißmüller wurde 1932 im böhmischen Leitmeritz geboren und nach Kriegsende mit seinem Vater und Bruder in das Staatsgebiert der späteren DDR deportiert. 1950 wurde sein Vater dort verhaftet, am selben Tag floh Reißmüller zunächst nach West-Berlin. Später zog er nach Tübingen weiter, wo er Rechtswissenschaften studierte.

Als Gerichtsreferendar begann er, nebenbei journalistisch zu arbeiten, 1961 wurde er bei der "FAZ" politischer Redakteur. Ab 1967 arbeitete er für vier Jahre als Korrespondent in Belgrad, ab 1971 war er Ressortchef Innenpolitik. 1974 wurde Reißmüller schließlich ins Herausgebergremium der Zeitung berufen.

Während des Jugoslawienkriegs publizierte Reißmüller eine Serie von Leitartikeln, in denen er für die Anerkennung von Slowenien und Kroatien plädierte.

kae

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