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Kultur

Liveübertragung

Rembrandts "Nachtwache" wird restauriert

Die Leuchtkraft des Gemäldes ist einzigartig: Rembrandts "Nachtwache" gehört zu den bedeutendsten Kunstwerken der Welt. Um es zu erhalten, plant das Amsterdamer Rijksmuseum eine einzigartige Aktion.

Getty Images

"Die Nachtwache" (1642) von Rembrandt (1606-1669).

Dienstag, 16.10.2018   15:22 Uhr

Das Rijksmuseum will in einem international bislang einmaligen Schritt die Weltöffentlichkeit live an der Restaurierung eines der bedeutendsten Gemälde der Kunstgeschichte teilhaben lassen: Rembrandts "Nachwache" soll vom kommenden Juli an umfangreich restauriert und analysiert werden. "Vor den Augen der Besucher und vor den Augen der Welt" würden die Arbeiten in Echtzeit im Internet übertragen werden, sagte Museumsdirektor Taco Dibbits.

Es sei die Aufgabe des Rijksmuseums, sich um dieses bedeutende Werk bestmöglich zu kümmern, führte Dibbits weiter aus. Jährlich besuchen mehr als zwei Millionen Menschen das Museum in Amsterdam und sehen "Die Nachtwache". Im kommenden Jahr erinnern die Niederlande an den 350. Todestag des holländischen Meisters.

Das Bild ist das kostbarste Kunstwerk der Niederlande und gilt als Spitzenwerk von Rembrandt van Rijn (1606-1669). Das Schützen-Gemälde zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr. Deren Kapitän Frans Banning Cocq gibt seinem Leutnant den Befehl zum Abmarsch.

Für die Restaurierung soll das rund 17 Quadratmeter große Gemälde aus dem Rahmen genommen und auf eine speziell angefertigte Staffelei gestellt werden. Drumherum werde ein gläsernes Atelier entstehen. Zunächst untersuchen Experten das Bild mit den neuesten Techniken, Scannern und Mikroskopen. Erst danach wird es restauriert. Zuletzt war das Werk 1976 restauriert worden, nachdem ein psychisch verwirrter Mann es mit Messerstichen beschädigt hatte.

Das künstlerische Geheimnis lüften

Rembrandt malte "Die Nachtwache" nicht nach der damaligen Konvention als Gruppenbild. "Es ist eine dramatische Momentaufnahme, fast ein Bühnenbild, und Rembrandt zeigt Individuen", erläuterte der Direktor der Abteilung Bildende Kunst des Amsterdamer Museums, Prof. Gregor Weber.

"Durch die Restaurierung werden wir es für die Nachwelt erhalten." Die Oberfläche ist nach Angaben des Kunsthistorikers vergilbt, die Farben hätten ihre Leuchtkraft verloren und manche Stellen wie etwa ein kleiner Hund seien von einer weißlichen Schicht überzogen.

Die Experten sollen auch die Farbpigmente analysieren. So erhoffen sie "hinter das künstlerische Geheimnis von Rembrandt zu kommen", sagte Weber. Das Projekt wird mehrere Monate dauern und soll rund drei Millionen Euro kosten.

brs/dpa

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