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Kultur

Nach Putin-Lob

Pariser Oper lädt "Bad Boy" des Balletts aus

Den Ruf als Enfant terrible des Balletts hat der ukrainische Tänzer Sergej Polunin längst. Nun zog er über dicke Menschen her und lobte Wladimir Putin. Der Pariser Oper geht das zu weit.

REUTERS

Sergej Polunin

Montag, 14.01.2019   17:06 Uhr

Dicke Menschen kritisierte er für ihre Faulheit, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dankte er für seine guten Taten. Nun hat es sich der aus der Ukraine stammende Ballett-Star Sergej Polunin mit der Pariser Oper verscherzt. Das prestigereiche Opernhaus lud den 29-Jährigen kurzerhand aus. Er sollte im Februar in einer Inszenierung von "Schwanensee" tanzen.

Die Pariser Oper erklärte, die "öffentlichen Äußerungen" Polunins seien nicht mit den Werten des Hauses vereinbar. Vergangene Woche hatte Polunin in sozialen Netzwerken dafür plädiert, "dicke Menschen zu ohrfeigen", weil er "ihre Faulheit" nicht akzeptieren könne. Daraufhin gab es einen Sturm der Entrüstung. Der Pariser Operntänzer Adrien Couvez nannte Polunin eine "Schande" und erklärte, das Ensemble stehe für "Respekt und Toleranz".

In der Woche vor Weihnachten hatte der Tänzer im Foto-Netzwerk Instagram zudem Bilder veröffentlicht, die ein tätowiertes Putin-Porträt auf seiner Brust zeigen. Dazu schrieb er: "Danke an Wladimir und jeden anderen, der für das Gute steht." Es sei "nicht leicht, gut zu sein und das Licht zu wählen".

Polunin pflegt schon seit Längerem das Image eines "bad boy of ballet". In früheren Äußerungen hatte er sich über "unmännliche" Tänzer mokiert. Er wurde in der Ukraine geboren, nahm aber vor Kurzem die russische Staatsbürgerschaft an.

brs/AFP

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