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Kultur

World Press Photo Awards 2018

Pressefoto des Jahres zeigt brennenden Mann in Venezuela

Es ist ein dramatisches Foto von den Protesten gegen Venezuelas Präsident Maduro. Fotograf Ronaldo Schemidt gewann damit den ersten Preis beim World Press Photo. Auch zwei Deutsche wurden ausgezeichnet.

Ronaldo Schemidt/ AFP
Freitag, 13.04.2018   10:48 Uhr

Ein rennender junger Mann mit Gasmaske, sein Oberkörper steht in Flammen: Ein drastisches Foto von den heftigen Unruhen in Venezuela ist das Pressefoto des Jahres 2018. Die Jury des renommierten Wettbewerbs World Press Photo zeichnete dafür den Fotografen Ronaldo Schemidt in Amsterdam mit dem mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis aus.

Das Sieger-Foto hat den Titel "Venezuela Krise". Der Fotograf Schemidt arbeitet für die französische Nachrichtenagentur AFP und ist in Mexiko stationiert. Er fotografierte den 28-jährigen José Víctor Salazar Balza während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolás Maduro in Caracas im Mai 2017. Der junge Mann trug eine Gasmaske. Er war von Flammen erfasst worden, als der Tank eines Motorrades explodiert war.

"Ich fühlte die Explosion hinter mir und ich spürte die Hitze und in diesem Moment habe ich mich umgedreht und schon fotografiert, ohne zu sehen, was vor sich ging", sagte Schemidt. Balza hatte mit Brandwunden ersten und zweiten Grades überlebt.

AFP

Fotograf Ronaldo Schemidt bei der Preisverleihung in Amsterdam

Die Jury-Vorsitzende Magdalena Herrera sprach von einem "klassischen Foto mit Energie und Dynamik". Für das Jury-Mitglied Whitney C. Johnson hat das Bild mit dem Mann hohe Symbolkraft: "Er repräsentiert nicht nur sich selbst und sich selbst brennend, sondern auch die Idee von einem brennenden Venezuela."

Der 46-jährige Schemidt ist selbst Venezulaner, verließ das Land aber bereits vor 18 Jahren und lebt in Mexiko. Auch Schemidts Verwandte litten unter Hunger, der galoppierenden Inflation und den Lebensmittelengpässen im Krisenland Venezuela. Er wisse daher, "was Venezuela durchmacht", erklärte Schemidt.

dbate-Video: Aufstand in Venezuela

Foto: dbate.de

In dem sozialistisch regierten Land herrscht eine schwere Wirtschaftskrise. Kritiker machen Staatschef Nicolás Maduro dafür verantwortlich, dem sie überdies die Unterdrückung der Opposition vorwerfen.

In diesem Jahr waren bei dem Wettbewerb um das Pressefoto des Jahres erstmals fünf Fotografen mit sechs Fotos zu aktuellen Ereignissen für den ersten Preis nominiert. Insgesamt waren 42 Fotografen in acht Kategorien ausgezeichnet worden. Zu den Gewinnern gehören auch zwei deutsche Fotografen. So gewann Jesco Denzel einen ersten Preis für ein Foto aus Lagos. Thomas P. Peschak wurde gleich dreimal ausgezeichnet für Fotos in den Kategorien Umwelt und Natur.

Fotostrecke

World Press Photo Awards 2018: Die besten Bilder

Insgesamt hatten sich mehr als 4500 Fotografen mit über 73.000 Fotos an dem Wettbewerb beteiligt. Alle ausgezeichneten Fotos werden in einer Ausstellung gezeigt, die in 45 Ländern zu sehen sein soll.

cop/dpa/AFP

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