16.05.2012
"The Social Network"-Autor Sorkin
Auf Zuckerberg folgt Jobs
Apple-Gründer Steve Jobs: Bald auch Film-Ikone?
Los Angeles - Er zählte zu den schillerndsten Figuren an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Alltagskultur - kein Wunder, dass sich nur wenige Monate nach Steve Jobs' Tod gleich mehrere Filmprojekte mit dem Leben des Apple-Gründers beschäftigen. Sony Pictures kann nun mit einem Coup aufwarten: Für das Drehbuch hat das Hollywood-Studio Aaron Sorkin gewonnen, wie Vizechefin Amy Pascal mitteilte. Für seine Vorlage zu "The Social Network" hatte Sorkin im Jahr 2011 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch gewonnen.
Pascal nutzte die Ankündigung dafür, die Werbetrommel für das Projekt zu rühren: Der Film werde "alles, was Jobs selbst war: packend, unterhaltsam und polarisierend", sagte die Vizechefin des Hollywood-Studios. Grundlage für das Script wird die von Jobs autorisierte Biografie von Walter Isaacson sein. Bereits kurz vor deren Veröffentlichung im vergangenen Oktober hatte sich Sony Pictures die Rechte für eine angeblich sechsstellige Summe gesichert.
Mit Drehbuchautor Aaron Sorkin hat Sony Pictures bereits sehr gute Erfahrungen bei Filmen über Kult-Computerfirmen gemacht: Bereits für die Geschichte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg gab es nicht nur mehrere Oscars, sondern auch das Lob der Kritiker und vor allem ein herausragend gutes Einspielergebnis. Wie der Film über Steve Jobs heißen soll, ist bislang noch nicht bekannt, ebenso wie der geplante Drehstart.
Ausgerechnet Sony produziert den Film über den Apple-Gründer
Bereits im Mai sollten hingegen die Dreharbeiten für ein Konkurrenzprojekt zu dem Sony-Film beginnen: Joshua Michael Stern ("Swing Vote", "The Contractor") führt die Regie bei "Jobs", einer unabhängigen Produktion, die den Aufstieg des bärtigen Bastlers aus Kalifornien zu dem milliardenschweren und stilprägenden Unternehmer nachzeichnen soll. Zwar wird diese Alternativ-Produktion wohl nicht über mehr als ein paar Millionen Dollar verfügen, kann dafür aber mit einem überaus beliebten Kinostar aufwarten: Ashton Kutcher soll darin den Apple-Gründer verkörpern - die Ähnlichkeit zwischen dem 34-Jährigen und dem jungen Steve Jobs ist verblüffend.
Im Gegensatz dazu ist für das Sony-Projekt ein Budget in Höhe der üblichen Blockbuster-Dimensionen zu erwarten. Pikant ist allerdings, dass mit dem Hollywood-Studio ausgerechnet eine Tochter desjenigen Technologie-Giganten das Leben Steve Jobs' verfilmt, der aktuell enorm unter dem atemberaubenden Erfolg von Apple leidet: Erst im März musste der Sony-Konzern einen Jahresverlust von fast fünf Milliarden Euro vermelden.
In den achtziger Jahren mit Produkten wie dem Walkman eine ähnliche Kultmarke wie heute Apple, hat Sony inzwischen den Anschluss bei Unterhaltungselektronik, Smartphones und Tablet-PCs verloren.
fdi/dapd