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13.12.2012
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Golden-Globes-Nominierungen

Django, der Lincoln-Jäger

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Sony Pictures

Es ist der Testlauf im Rennen um Hollywoods begehrteste Trophäe: Steven Spielbergs "Lincoln" und Quentin Tarantinos "Django Unchained" sammeln die meisten Golden-Globe-Nominierungen ein - sie gelten als erster Oscar-Indikator. Im TV scheint sich der Siegeszug von "Homeland" fortzusetzen.

Los Angeles - Sieben zu fünf: So steht es nach Golden-Globe-Nominierungen zwischen Steven Spielbergs "Lincoln" und Quentin Tarantinos "Django Unchained". Spielbergs Porträt des wichtigsten Präsidenten der US-Geschichte ist unter anderem in den Rubriken bestes Drama, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin, bester Nebendarsteller, bestes Drehbuch und beste Regie nominiert. "Django Unchained", der erst spät ins Preis-Rennen eingestiegen ist, kann hingegen auf Nominierungen in den Rubriken bestes Drama und beste Regie hoffen. Mit Leonardo DiCaprio und Christoph Waltz sind sogar zwei seiner Schauspieler für die beste Nebenrolle nominiert.

Ben Afflecks Polit-Thriller "Argo", schon lange als Favorit gehandelt, kommt ebenfalls auf fünf Nominierungen (unter anderem bestes Drama und beste Regie). Zum Kreis der möglichen Preisträger als bestes Drama gehören desweiteren "Zero Dark Thirty" und "Life of Pi". Die Regisseure dieser Filme sind alle auch für die beste Regie nominiert, neben Affleck, Tarantino und Spielberg also auch Kathryn Bigelow und Ang Lee.

Daniel Day-Lewis geht als großer Favorit für "Lincoln" ins Rennen, ebenso erwartet wurden die Nominierungen von John Hawkes ("The Sessions"), Joaquin Phoenix, ("The Master") und Denzel Washington ("Flight"). Mit Richard Gere ("Arbitrage") konnte sich ein Geheimtipp durchsetzen.

Ewan McGregor sorgt für Erstaunen

Hochkarätig fällt die Liste der Kandidatinnen für die beste Darstellerin in einem Drama aus: Neben Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") und Naomi Watts ("The Impossible") gehen die Oscar-Preisträgerinnen Marion Cotillard ("Der Geschmack von Rost und Knochen"), Helen Mirren ("Hitchcock") und Rachel Weisz ("The Deep Blue Sea") ins Rennen.

Als beste Komödie oder bestes Musical treten "The Best Exotic Marigold Hotel", "Les Misérables", "Moonrise Kingdom", "Silver Linings Playbook" sowie, als große Überraschung, auch "Lachsfischen im Jemen" an. Dass Ewan McGregor als bester Komödiendarsteller ebenfalls für diesen Film nominiert wurde, gilt indes als fast noch größere Überraschung. Er bekommt Gesellschaft von Hugh Jackman ("Les Misérables"), Jack Black ("Bernie"), Bill Murray ("Hyde Park on Hudson") sowie Bradley Cooper ("Silver Linings Playbook").

Bei den Frauen sind in der Sparte Kino-Komödie Emily Blunt ("Lachsfischen im Jemen"), Judi Dench ("The Best Exotic Marigold Hotel"), Jennifer Lawrence ("Silver Linings Playbook") und Meryl Streep ("Wie beim ersten Mal") und Maggie Smith ("Quartet") die Preisanwärterinnen.

Als große Verlierer müssen im Bereich Kino das Independent-Drama "Beasts of the Southern Wild" und das Sekten-Porträt "The Master" gelten. Während alle Darsteller von "The Master" nominiert wurden, ging Regisseur Paul Thomas Anderson leer aus. "Beasts of the Southern Wild" wurde nach seinen Triumphen in Cannes und beim Sundance-Festival große Chancen auch bei den Oscars ausgerechnet. Ohne eine einzige Nominierung bei den Globes erscheint das nun fraglich.

Kalte Schulter für "Mad Men"

Bei den TV-Comedies gehören sowohl etabliere Formate wie "Modern Family" und "Big Bang Theory" als auch Newcomer wie "Girls" zu den Kandidaten. Zum Ende der Serie hat "30 Rock" noch einmal bei Darsteller-Nominierungen überzeugen können: Alec Baldwin und Tina Fey sind erneut als beste Comedy-Darsteller im Rennen.

Alte Bekannte tauchen in der Rubrik der besten Darstellerin Drama-Serie auf: Hier machen sich Claire Danes ("Homeland"), Glenn Close ("Damages") und Julianna Margulies ("The Good Wife") Konkurrenz. "Homeland" ist neben "Breaking Bad", "Boardwalk Empire", "Downton Abbey" und "The Newsroom" außerdem als bestes TV-Drama nominiert. Danes' "Homeland"-Kollege Damian Lewis tritt als bester Drama-Seriendarsteller gegen Jon Hamm (einzige Nominierung für "Mad Men"), Bryan Cranston ("Breaking Bad"), Steven Buscemi ("Boardwalk Empire") und Jeff Daniels ("Newsroom") an.

Die eigentliche Preisverleihung findet am 13. Januar 2013 statt. Als Moderatorinnen-Duo werden Tina Fey ("30 Rock") und Amy Poehler ("Parks and Recreation") durch die Show führen. Da neben Fey auch Poehler als beste Comedy-Darstellerin nominiert ist, könnte zumindest eine von ihnen den Abend selbst mit einem Preis beschließen.

Die Golden-Globes-Nominierungen gelten in diesem Jahr als besonders wichtig, da vier Tage später die Stimmabgabe für die Oscars beginnt und sich die Mitglieder der Academy womöglich von den Nominierungen beeinflussen lassen. Die tatsächliche Verleihung der Golden Globes könnte dagegen etwas an Aufmerksamkeit verlieren: Die Oscar-Nominierungen wurden erstmalig um zwei Wochen vorgezogen und werden drei Tage vor der Globe-Gala bekanntgegeben. Spätestens dann dürften die meisten nur noch über die Oscars reden.

hpi/sbr/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
1. optional
gbk666 13.12.2012
Keine Erwähnungen/Preise für Walkind Dead? Awwww.
Keine Erwähnungen/Preise für Walkind Dead? Awwww.
2.
WhereIsMyMoney 13.12.2012
Auf "Django Unchained" warte ich schon seit einem Jahr, und wenn es nach dem Drehbuch geht, könnte es wirklich Tarantinos zweitbester FIlm werden. Ich hoffen SPON liefert auch schon bald einen Kommentar zu diesem FIlm. [...]
Auf "Django Unchained" warte ich schon seit einem Jahr, und wenn es nach dem Drehbuch geht, könnte es wirklich Tarantinos zweitbester FIlm werden. Ich hoffen SPON liefert auch schon bald einen Kommentar zu diesem FIlm. DiCaprio und Waltz also nominiert. DiCaprio ist keine Überraschung wenn man die Trailer sieht, Waltz ist immer fantastisch, doch ich hätte auch mit Samuel L. jackson gerechnet, im Drehbuch hat die Rolle das Potential zu glänzen. Doch ich bin überrascht über die Nominierung. Bisher galten doch ZDT und SilverLiningsPlaybook als Favoriten und auch Argo soll bewundert werden. Bei den TV-Auszeichnungen also Homeland. Naja, die erste Staffel war ziemlich aufregend, aber die zweite erscheint mir doch mehr als lächerlich. Breaking Bad ist DIE Serie momentan und auch GoT(obwohl die zweite Staffel keine Offenbarung war) ist ihre Zeit wert. Doch wieviel Hollywood über Fernsehserien versteht haben sie bei The Wire(beste Serie aller Zeiten) gezeigt. Es gab keine Auszeichnung und so viel ich weiss auch noch nie eine Nominierung.
3. Ah ja...
Nellodee 13.12.2012
..."Django Unchained", "Lincoln", "Argo", "Zero Dark Thirty", echt klassische Filme für unschuldige Mädchen und schüchterne Jungs. Sie wissen aber schon, worum es bei diesen Streifen [...]
Zitat von sysop...nämlich für Frauen, Familien, unschuldige Mädchen, schüchterne Jungs etc. Wann dreht Hollywood wieder Filme à la "French Connection" ??
..."Django Unchained", "Lincoln", "Argo", "Zero Dark Thirty", echt klassische Filme für unschuldige Mädchen und schüchterne Jungs. Sie wissen aber schon, worum es bei diesen Streifen geht, oder?
4. Naja,
j.anus 13.12.2012
"Argo" empfand ich in seiner cineastischen Umsetzung als leidlich spannend, eher langatmig und auf B-Movie Niveau befindlich. Der Erfolg von "Argo" ist vermutlich einzig und allein dem Umstand geschuldet, [...]
Zitat von sysopErste Vorabrunde im Rennen um Hollywoods begehrteste Trophäe: Steven Spielbergs "Lincoln" und Quentin Tarantinos "Django Unchained" sammeln die meisten Golden-Globe-Nominierungen ein - sie gelten als erster Oscar-Indikator. Im TV scheint sich der Siegeszug von "Homeland" fortzusetzen. Nominierungen Golden Globes 2013 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/kino/nominierungen-golden-globes-2013-a-872494.html)
"Argo" empfand ich in seiner cineastischen Umsetzung als leidlich spannend, eher langatmig und auf B-Movie Niveau befindlich. Der Erfolg von "Argo" ist vermutlich einzig und allein dem Umstand geschuldet, dass die Umsetzung der annähernd realen Ereignisse enorm dem CIA und den USA generell schmeichelt und so das Image der USA als wahnsinnig gewitzte Nation aufhübscht. Ohne realen Hintergrund wäre der Film ein weiterer Flop Afflecks.
5. Falsch
bennysalomon 13.12.2012
Ich fand den Film ausgezeichnet. Der Film ist auf so ziemlich allen Kritiker Top Ten LIsten. So viel zu ihrem Film verstand.
Zitat von j.anus"Argo" empfand ich in seiner cineastischen Umsetzung als leidlich spannend, eher langatmig und auf B-Movie Niveau befindlich. Der Erfolg von "Argo" ist vermutlich einzig und allein dem Umstand geschuldet, dass die Umsetzung der annähernd realen Ereignisse enorm dem CIA und den USA generell schmeichelt und so das Image der USA als wahnsinnig gewitzte Nation aufhübscht. Ohne realen Hintergrund wäre der Film ein weiterer Flop Afflecks.
Ich fand den Film ausgezeichnet. Der Film ist auf so ziemlich allen Kritiker Top Ten LIsten. So viel zu ihrem Film verstand.

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