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Kultur

Deutsches Filminstitut

Ellen Harrington wird neue Direktorin

Die neue Leiterin einer der wichtigsten filmwissenschaftlichen Institutionen Deutschlands kommt aus Los Angeles von der Oscar-Academy: Ellen M. Harrington folgt in Frankfurt Claudia Dillmann nach.

Luis R.Quintero

Ellen M. Harrington

Donnerstag, 14.09.2017   10:51 Uhr

Ellen M. Harrington, derzeit Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles, wird Direktorin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt am Main. Die studierte Film- und Literaturwissenschaftlerin wird die Leitung des Instituts, zu dem auch das Deutsche Filmmuseum gehört, in Nachfolge von Claudia Dillmann zum 1. Januar 2018 übernehmen. Dies teilte das Institut am Donnerstag mit.

"Ich freue mich sehr, dass wir mit Ellen M. Harrington eine herausragend qualifizierte Direktorin gefunden haben und nach Frankfurt holen können", sagte die Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Filminstituts Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. "Ellen M. Harrington bringt eine mehr als 20-jährige Erfahrung in einer der renommiertesten Filminstitutionen der Welt in ihre neue Position ein. Sie hat in allen für das Deutsche Filminstitut wesentlichen Bereichen - Archiv, Museum, Kino - in leitender Funktion gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass das Deutsche Filminstitut samt Filmmuseum von ihrer Erfahrung profitieren wird, und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit."

Ellen M. Harrington arbeitet seit 1993 für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills. Zuvor war sie für gemeinnützige Filminitiativen sowie in der Filmproduktion tätig. Sie war Direktorin für Ausstellungen und Filmveranstaltungen sowie Gründungsdirektorin des International Outreach Program der Academy, die auch die Oscars verleiht. Mit der Gründung des akademieeigenen Filmmuseums im Jahr 2013 wechselte sie als Direktorin für Ausstellungen und Sammlungen in den Planungsstab des Großprojektes und ist seit 2015 für Aufbau und Konzeption der Museumssammlung zuständig.

Mit dem Deutschen Filmmuseum arbeitete Ellen Harrington mehrfach zusammen, besonders intensiv im Rahmen der Ausstellung "And the Oscar goes to... 85 Jahre 'Bester Film'", welche das Deutsche Filmmuseum 2012 in Frankfurt realisierte. Derzeit schließt Ellen M. Harrington in Zusammenarbeit mit dem Getty Museum ein großes Ausstellungsprojekt über lateinamerikanische Filmkultur der Sechzigerjahre bis in die Gegenwart ab. Die polyglotte US-Amerikanerin, die fließend Französisch, Spanisch und Italienisch spricht, widme sich in den kommenden Monaten zudem intensiv dem Erlernen der deutschen Sprache, lässt das Institut verlauten.

feb

insgesamt 2 Beiträge
Skalla-Grímr 14.09.2017
1.
Hoffentlich bringt Frau Harrington ein Bewusstsein für die Dringlichkeit der Digitalisierung des filmischen Erbes unseres Landes mit. Das in Archiven, ob im Deutschen Filminstitut oder sonstwo, aufbewahrte Filmmaterial wird über [...]
Hoffentlich bringt Frau Harrington ein Bewusstsein für die Dringlichkeit der Digitalisierung des filmischen Erbes unseres Landes mit. Das in Archiven, ob im Deutschen Filminstitut oder sonstwo, aufbewahrte Filmmaterial wird über kurz oder lang (eigentlich darf man keine Zeit mehr verstreichen lassen) durch Verfallsprozesse wie das "Essigsyndrom" verloren sein, wenn man hier nicht massiv investiert und digitalisiert, solange sich noch ein halbwegs brauchbares Ergebnis erzielen lässt. Verglichen mit anderen Ländern wird hierzulande fast nichts dafür getan. Eine Schande, meiner Ansicht nach.
Thomas Mank 14.09.2017
2.
Sehr richtig! Apropos, hier unser Blog zum Thema: www.kinematheken.info
Zitat von Skalla-GrímrHoffentlich bringt Frau Harrington ein Bewusstsein für die Dringlichkeit der Digitalisierung des filmischen Erbes unseres Landes mit. Das in Archiven, ob im Deutschen Filminstitut oder sonstwo, aufbewahrte Filmmaterial wird über kurz oder lang (eigentlich darf man keine Zeit mehr verstreichen lassen) durch Verfallsprozesse wie das "Essigsyndrom" verloren sein, wenn man hier nicht massiv investiert und digitalisiert, solange sich noch ein halbwegs brauchbares Ergebnis erzielen lässt. Verglichen mit anderen Ländern wird hierzulande fast nichts dafür getan. Eine Schande, meiner Ansicht nach.
Sehr richtig! Apropos, hier unser Blog zum Thema: www.kinematheken.info

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