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Kultur

Wegen Missbrauchsvorwürfen

Greta Gerwig bricht mit Woody Allen

Seit Jahren wird Woody Allen sexueller Missbrauch vorgeworfen, bisher reagierte die Branche kaum darauf. Jetzt aber rücken immer mehr Schauspielerinnen von ihm ab. Neuester Fall: Shootingstar Greta Gerwig.

AP

Woody Allen und Greta Gerwig

Mittwoch, 10.01.2018   13:23 Uhr

Die Schauspielerin und Regisseurin Greta Gerwig will zukünftig nicht mehr mit Woody Allen arbeiten. In einem Gespräch mit der " New York Times"sagt sie, sie bereue es, 2012 in Allens Film "To Rome with Love" mitgespielt zu haben.

Wörtlich sagte Gerwig: "Ich kann nur für mich sprechen: Wenn ich damals gewusst hätte, was wir nun wissen, hätte ich nicht in dem Film mitgespielt. Ich habe seither nicht mehr mit ihm gearbeitet und werde das auch zukünftig nicht tun."

Im Zuge der #MeToo-Debatte werden Vorwürfe wieder laut, die Woody Allen seit Langem verfolgen. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow erneuerte im Dezember in einem Stück für die "Los Angeles Times" ihre Anschuldigung, Allen habe sie sexuell missbraucht, als sie sieben Jahre alt war. Allen streitet den Vorwurf ab.

Dylan Farrow wirft konkret Schauspielerinnen wie Kate Winslet, Blake Lively und auch Greta Gerwig vor, sich einerseits für Missbrauchsopfer einzusetzen, andererseits aber ihren Stiefvater zu verteidigen. Ihr Stiefbruder Ronan Farrow, das leibliche Kind von Mia Farrow und Woody Allen, brachte die #MeToo-Debatte im Oktober 2017 mit einem Artikel über die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Harvey Weinstein ins Rollen.

Inzwischen brechen immer mehr Schauspieler und Schauspielerinnen öffentlich mit Woody Allen. Vor Gerwigs Distanzierung hatte bereits Ellen Paige im vergangenen November ihre Rolle in "To Rome with Love" als größten Fehler ihrer Karriere bezeichnet. Der Schauspieler David Krumholtz schrieb letzte Woche auf Twitter, er bereue es zutiefst, mit Woody Allen bei seinem neuen Film "Wonder Wheel" gearbeitet zu haben.

"Wonder Wheel" startet am 11. Januar in den deutschen Kinos. Sein neuer Film "A Rainy Day in New York" mit Jude Law und Elle Fanning ist bereits abgedreht und befindet sich in der Postproduktion. Allens Filme werden seit 2015 von Amazon Studios finanziert.

kae

insgesamt 44 Beiträge
advocatus diaboĺi 10.01.2018
1. Jetzt müssen endlich Taten folgen,
sonst wird sich nichts ändern. Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden. Das sollte auch für solche Machwerke [...]
sonst wird sich nichts ändern. Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden. Das sollte auch für solche Machwerke gelten, in denen sexuelle Belästigung und die Degradierung von Frauen zu Objekten vorkommen. Sonst wirkt die ganze Diskussion über die neue Sexualmoral unglaubwürdig.
bicyclerepairmen 10.01.2018
2. Und genau bei Woody Allen...
zeigt sich doch wie fragwürdig solche orchestriertes Moralgetue sein kann... Wurde hier schonmal verlinkt, geht aber in dem ganzen aufgeregten Nonsens sowieso unter: [...]
zeigt sich doch wie fragwürdig solche orchestriertes Moralgetue sein kann... Wurde hier schonmal verlinkt, geht aber in dem ganzen aufgeregten Nonsens sowieso unter: https://www.nytimes.com/2014/02/09/opinion/sunday/woody-allen-speaks-out.html
paulvernica 10.01.2018
3. Staatsanwalt
Als advocatus diaboli müssen Sie so was wohl sagen. Inhaltlich ist ihr Kommentar natürlich hanebüchener gefährlicher Unsinn. Der Rechtsstaat funktioniert so : Er beginnt mit der Unschuldsvermutung: Zur Prüfung von [...]
Zitat von advocatus diaboĺisonst wird sich nichts ändern. Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden. Das sollte auch für solche Machwerke gelten, in denen sexuelle Belästigung und die Degradierung von Frauen zu Objekten vorkommen. Sonst wirkt die ganze Diskussion über die neue Sexualmoral unglaubwürdig.
Als advocatus diaboli müssen Sie so was wohl sagen. Inhaltlich ist ihr Kommentar natürlich hanebüchener gefährlicher Unsinn. Der Rechtsstaat funktioniert so : Er beginnt mit der Unschuldsvermutung: Zur Prüfung von Anschuldigungen kann dann eine Strafanzeige erstellt werden -> Gerichtsverhandlung > Beweise > Verurteilung. Ansonsten Freispruch. Das was Sie beschreiben findet in Nordkorea und ähnlichen Staaten statt. Hat aber hier nichts zu suchen.
From7000islands 10.01.2018
4.
Toll, zerstört alle Werke von genilaen Künstlern, wir brauchen wohl eine chinesische Kultur Revolution? Sie und Ihresgleichen wollen die Monotonie einer sozialistischen Einheitskunst. Grosse Künstler, Erfinder, wegweisende [...]
Zitat von advocatus diaboĺisonst wird sich nichts ändern. Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden. Das sollte auch für solche Machwerke gelten, in denen sexuelle Belästigung und die Degradierung von Frauen zu Objekten vorkommen. Sonst wirkt die ganze Diskussion über die neue Sexualmoral unglaubwürdig.
Toll, zerstört alle Werke von genilaen Künstlern, wir brauchen wohl eine chinesische Kultur Revolution? Sie und Ihresgleichen wollen die Monotonie einer sozialistischen Einheitskunst. Grosse Künstler, Erfinder, wegweisende Politiker sind keine "normalen" Menschen, daran muss man sich gewöhnen. Niemand zwingt jemandem, Schweinereien an sich zuzulassen, wenn er im Berufsleben steht. Die Leute machen es wegen Karriere oder Geld, und wenn sie angekommen sind und genug haben, geht das Lamentieren über ihre Lehrer los - aus purem Neid.
sefopo 10.01.2018
5. Nägel mit Köpfen
" Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden" Das ist doch wieder einmal viel zu kurz gesprungen. [...]
Zitat von advocatus diaboĺisonst wird sich nichts ändern. Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden. Das sollte auch für solche Machwerke gelten, in denen sexuelle Belästigung und die Degradierung von Frauen zu Objekten vorkommen. Sonst wirkt die ganze Diskussion über die neue Sexualmoral unglaubwürdig.
" Filme an denen an denen der sexuellen Belästigung beschuldigte Schauspieler oder Regisseure beteiligt waren, müssen aus Kinos und Fernsehen verbannt werden" Das ist doch wieder einmal viel zu kurz gesprungen. Es gibt nur eine Lösung: ALLE Filme werden erst einmal verboten und nur, wenn die gesamte Liste aller Beteiligten (Regisseur, Produzent, Schauspieler, technische und künstlerische Mitarbeiter und der Vertrieb - Auflistung ohne Anspruch auf Vollständigkeit) dem Film eine Belästigungsfreigabe erteilt haben, darf er wieder aufgeführt werden. Sollten schon Unterschriftserforderliche verstorben sein (das soll bei älteren Filmen wie zum Beispiel Metropolis oder Lichter der Großstadt ja vorkommen) - Pech gehabt. Dadurch wird das Filmangebot auch endlich wieder überschaubar. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
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