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Comicverfilmungen

Jared Leto plant Soloauftritt als Joker

Jared Leto war als Fiesling Joker in der Comicverfilmung "Suicide Squad" zu sehen. Jetzt soll ein Soloauftritt für ihn her. Unverdrossen schraubt Hollywood weiter an seinen Filmuniversen.

DPA

Jared Leto als Joker

Von
Mittwoch, 06.06.2018   12:16 Uhr

Im Comic-Thriller "Suicide Squad" von 2016 hatte Jared Leto in seiner Rolle als Joker einen besseren Gastauftritt. Mehrfach beschwerte der Schauspieler sich in Interviews darüber, die meisten seiner Szenen seien aus dem Film herausgeschnitten worden. Jetzt deutet sich an, dass sein Joker eine zweite Chance bekommt.

Wie das Branchenblatt "Variety" berichtet, plant das Filmstudio Warner Bros. einen Soloauftritt für ihn. Jared Leto soll die Hauptrolle spielen und würde produzieren. Derzeit ist das Studio auf der Suche nach geeigneten Drehbuchautoren.

Die Neuigkeit ist insofern überraschend, als das Studio schon länger einen Film über den Batman-Antagonisten Joker plant, und zwar mit Todd Phillips als Regisseur und Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Dieser Film soll die Geschichte der Herkunft der Figur erzählen.

Auch "Wonder Woman" wird fortgesetzt

Allerdings - in Hollywoods Logik der cinematic universes bedeutet das noch lange keinen Widerspruch. Warner fährt zweigleisig: Vorstellbar sind für das Studio mehrere Filme, die die sogenannten origin stories von Comic-Charakteren aus DC Comics beackern; parallel dazu könnte sich das DC Extended Universe weiter ausbreiten.

Dazu gehören ein Film über die von Margot Robbie gespielte Figur Harley Quinn, die Fortsetzung von "Suicide Squad", die 2019 in Produktion geht, und "Wonder Woman 2" mit einem Starttermin im November 2019.

Warner versucht mit seinen Plänen, dem äußerst erfolgreichen Marvel Cinematic Universe ("Iron Man", "Avengers") der Marvel Studios und Disneys Paroli zu bieten. Das ist inzwischen auf 19 Filme angeschwollen, 13 weitere befinden sich in verschiedenen Stadien der Planung. An den globalen Kinokassen spielte Marvel/Disney damit bisher über 16 Milliarden Dollar ein.

Disney

Woody Harrelson und Alden Ehrenreich in Disneys "Solo: A Star Wars Story". Der Film gilt als erster Flop des Franchises seit der Neuauflage.

Ein cinematic universe mit seinen Sequels, Prequels, Solofilmen und diversen überlappenden Erzählsträngen bietet den Filmstudios die Aussicht auf eine langfristige Planungssicherheit sowie die Möglichkeit, ein und denselben Stoff in immer neuen Varianten zu recyceln - und bindet mutmaßlich Fans, die für jeden neuen Film in die Kinos zurückkehren.

Das allerdings ist angesichts vieler Fehlschläge dann doch graue Theorie. Die Universal Studios etwa erlebten mit ihren Plänen für ein "Dark Universe", das die Figuren aus seinen klassischen Monsterfilmen neu auflegen sollte, ein Debakel. Der erste Film, "Die Mumie" mit Tom Cruise, entpuppte sich als schlimmer Flop, die hochfliegenden Pläne wurden komplett eingestampft.

Ermüdungserscheinungen im Filmuniversum

Warner selbst konnte mit seinen DC-Comicfilmen der Marvel-Konkurrenz bisher nie ernsthaft das Wasser reichen, lediglich "Wonder Woman" wurde ein echter Hit. Alle anderen Produktionen wie "Batman v Superman: Dawn of Juctice" und auch "Suicide Squad" waren geplagt von Produktionschaos, schlechten Kritiken und mäßigen Umsätzen.

Selbst ein Teil eines scheinbar unzerstörbaren Film-Universums erlebte kürzlich an der Kinokasse eine Bruchlandung: Der "Star Wars"-Ableger "Solo: A Star Wars Story" gilt als der erste Misserfolg der von Disney vorangetriebenen Zerfaserung des George-Lucas-Klassikers.

Gut möglich also, dass sich selbst bei eingefleischten Fans mittlerweile Ermüdungserscheinungen angesichts immer neuer Abspaltungen aus den endlosen Weiten der Filmuniversen bemerkbar machen.

insgesamt 17 Beiträge
monoman 06.06.2018
1.
Am Ende geht es dann doch immer um die Qualität des einzelnen Filmes, Film-Universum als Erfolgsgarant reicht da noch nicht. In dieser Hinsicht waren die Marvel-Filme (ob mit oder ohne Universum) meistens besser, auch wenn da [...]
Am Ende geht es dann doch immer um die Qualität des einzelnen Filmes, Film-Universum als Erfolgsgarant reicht da noch nicht. In dieser Hinsicht waren die Marvel-Filme (ob mit oder ohne Universum) meistens besser, auch wenn da einige Enttäuschungen dabei waren (etwa Punisher oder Ghost Rider). Joker in einem eigenen Film ohne Batman hört sich als Idee erstmal gut an, das tat aber damals auch die Ankündigung von Superman vs. Batman.
super-m 06.06.2018
2.
Bitte nicht mit ihm... Sein Joker war mit Abstand der schlechteste.
Bitte nicht mit ihm... Sein Joker war mit Abstand der schlechteste.
Newspeak 06.06.2018
3. ...
"Die Universal Studios etwa erlebten mit ihren Plänen für ein "Dark Universe", das die Figuren aus seinen klassischen Monsterfilmen neu auflegen sollte, ein Debakel. Der erste Film, "Die Mumie" mit Tom [...]
"Die Universal Studios etwa erlebten mit ihren Plänen für ein "Dark Universe", das die Figuren aus seinen klassischen Monsterfilmen neu auflegen sollte, ein Debakel. Der erste Film, "Die Mumie" mit Tom Cruise, entpuppte sich als schlimmer Flop, die hochfliegenden Pläne wurden komplett eingestampft." Ah, ist das wirklich so. Dachte ich mir schon. Mal ehrlich, jeder Monster Mash-Up ist bisher schlecht gewesen. Auch die Universal "Dracula trifft Frankenstein" Filme aus den 30ern und 40ern waren es schon. Auch "Van Helsing" war es. Warum nicht jeden Charakter in seinem eigenen Film lassen? Warum nicht mal etwas Neues wagen? Es gibt einige stark unterschaetzte Perlen des Gruselfilms aus dieser Zeit, z.B. "Die Bestie mit den fuenf Fingern". "Die Toteninsel", "Ein Toter spielt Klavier", "The Uninvited", oder "The Night of the Demon", die alle eine eigene Geschichte erzaehlen, oder auf Literatur zurueckgreifen, wie M. R. James, die noch nie verfilmt wurde. Wieso wird nicht mal Lovecraft ordentlich verfilmt? Da steckt soviel unentwickeltes Potential drin. Stattdessen hundert Aufguesse von ein und derselben origin Story.
derjo201 06.06.2018
4. Totales Chaos
Die Kopflosigkeit bei WB/DC in den vergangenen Jahren ist einfach unfassbar. Was die so alles angekündigt haben... Da müssten ja in den nächsten vier Jahren 15 Filme rauskommen. Das Debakel um "Justice League" hätte [...]
Die Kopflosigkeit bei WB/DC in den vergangenen Jahren ist einfach unfassbar. Was die so alles angekündigt haben... Da müssten ja in den nächsten vier Jahren 15 Filme rauskommen. Das Debakel um "Justice League" hätte nun wirklich zum Nachdenken verleiten müssen. Das Drama um "The Batman". Der Versuch, mit gleich zwei Filmen auf den (zumindest finanziellen) Erfolg von "Suicide Club" zu reagieren ("Suicide Squad", "Gotham Sirens"). Das komplette Versagen rund um "The Flash". "Green Lantern Corps". "Cyborg". Zwei "Joker"-Filme mit verschiedenen Hauptdarstellern. (So neu sind die "Pläne" übrigens nicht. Scorsese hatte schon länger Interesse gezeigt – und sofort gingen der Chefetage wieder die Gäule durch...) Die Konkurrenz lässt den Aufbau eins Cinematic Universe so einfach erscheinen. Ist es aber ganz offensichtlich nicht.
manuel.rolle.1978 06.06.2018
5. @monoman #1
Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Es gibt sicher auch Zuschauer, die ein Film-Universum als große Serie betrachten (ich gehöre dazu *g*), für die meisten Zuschauer ist hier jedoch die Qualität des einzelnen eigenständigen [...]
Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Es gibt sicher auch Zuschauer, die ein Film-Universum als große Serie betrachten (ich gehöre dazu *g*), für die meisten Zuschauer ist hier jedoch die Qualität des einzelnen eigenständigen Filmes entscheidend. Und leider liegt hier DC massiv qualitativ hinter Marvel, was die Einzelfilme betrifft, aber natürlich insbesondere auch im Bezug auf (das zugegeben noch recht junge) DCEU. Aber bei einer Sache liegst du entscheidend falsch ;-) Punisher und Ghost Rider sind zwar Marvel-Figuren, die Kinofilme gehören aber nicht in den MCU Kanon. Jedoch haben diese Figuren ihren Auftritt in diversen MCU-Serien die inzwischen existieren, was jedoch auch keine Verbindung zu den erwähnten Kinofilmen besitzt

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