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Kultur

"Jurassic World: Das gefallene Königreich"

Kuscheln mit Raptorenbabys

Vom Freizeitparkspektakel zum Überlebenskampf: In der nächsten "Jurassic World"-Fortsetzung zeigt die in die Jahre gekommene Dino-Saga eine erstaunliche Entwicklung.

Universal
Von
Mittwoch, 06.06.2018   20:00 Uhr

Klar, Saurier machen lustig. Warum sonst durchlaufen so ziemlich alle Kinder unter zehn Jahren eine Phase der Begeisterung für prähistorische Fleisch- und Pflanzenfresser, deren lateinische Bezeichnungen sie gern atemlos und fehlerfrei aufsagen? Aber braucht der Rest der Menschheit ein Vierteljahrhundert nach Steven Spielbergs erstem "Jurassic"-Blockbuster wirklich einen fünften Film über wiederbelebte Dinosaurier?

Selbstverständlich, brüllt es vielstimmig aus "Jurassic World: Das gefallene Königreich". Tatsächlich beweist die von Regisseur Juan Antonio Bayona ("Das Waisenhaus") mit verblüffend düsteren Untertönen inszenierte Fortsetzung, dass noch Leben im Gerippe der Reihe steckt.

Das Terrain ist längst vertraut, also braucht das Publikum keine lange Einführung. Drei Jahre, nachdem durch Gentechnik geschaffene Saurier den Themenpark "Jurassic World" samt menschlicher Hybris zerlegt haben, steht ihr isoliertes Biotop auf Isla Nubar vor dem Untergang.

Die Dino-Flüsterer kommen

Ein Vulkanausbruch droht die Dino-Kolonie zu zerstören, weshalb sich die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) und der einstige Raptoren-Trainer Owen (Chris Pratt) nach ihrer privaten Trennung zusammenraufen müssen, um in einer verdeckten Rettungsaktion die verbliebenen Tiere zu evakuieren.

Wie zu erwarten, bricht dabei alles tricktechnisch mögliche Unheil über sie hinein. Sobald die wohlmeinenden Dinoflüsterer die Insel erreichen, gewinnt der Film zusehends an Rasanz und unterhält mit einem pausenlosen Wettlauf gegen gefräßige Saurier, Lavaströme und skrupellose Trophäenjäger.

So wird in diesem Eintrag weit weniger aus Froschperspektive gestaunt, und dafür mehr auf Augenhöhe mit der nächsten herangaloppierenden Gefahr gerannt und gekreischt. Dennoch finden sich inmitten der digital generierten Katastrophe einige Momente von berührender Erhabenheit, etwa wenn ein verwaister Saurier vom Feuersturm verzehrt wird.

Auch kann niemand Chris Pratt, dem Monchhichi unter den aktuellen Actionhelden, widerstehen, wenn er mit Raptorenbabys kuschelt. Am erstaunlichsten aber, dass der Film im letzten Drittel gekonnt Gothic-Horror und Tierbefreier-Pathos zusammenbringt, um eine ethische Grundsatzfrage für und wider künstlich geschaffenes Leben zu stellen.

Sinnbild für Auslöschung und Wiedergeburt

Der stete Zyklus aus Schöpfung und Apokalypse bestimmt alle "Jurassic"-Filme und übt einen fast schon religiösen Reiz aus. In einer Zeit, da wir um den Fortbestand unzähliger Arten fürchten müssen, wohnt dem Anblick auferstehender Urzeitriesen neben großer Angstlust etwas irreal Tröstliches inne. Die neuen Dinosaurier sind ein grandioses Sinnbild für Auslöschung und Wiedergeburt, das nicht weniger als das Ende der Vergänglichkeit verspricht. So ist die Evolution hier keine lineare Erzählung mehr, sondern ein beseeltes Chaos ohne Anfang und Endpunkt, in dem nichts unwiederbringlich verschwindet.


"Jurassic World: Das gefallene Königreich"
USA 2018
Originaltitel: Jurassic World: Fallen Kingdom
Regie: J.A. Bayona
Drehbuch: Colin Trevorrow, Derek Connolly
Darsteller: Bryce Dallas Howard, Chris Pratt, Ted Levine
Verleih: Universal
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Start: 6. Juni 2018


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"Jurassic World: Das gefallene Königreich": Auslöschung und Wiedergeburt

imaginiert das Kino für uns eine gewaltige Naturvielfalt aus der Retorte. Die behauptet ihr Überleben mit Vehemenz, und mit großer Wahrscheinlichkeit hat über kurz oder lang ein nobler T-Rex die Reste eines gewissenlosen Raubtierkapitalisten zwischen den Zähnen hängen.

Denn wie seine Vorläufer versieht auch dieser "Jurassic"-Film seine mächtigen Geschöpfe mit menschlichen Attributen wie Heimtücke oder Empathie. Mit seiner Inszenierung des Ungeheuers als moralischer Instanz strebt er zudem nach Wiedergutmachung für alle tragisch missverstandenen Kino-Kreaturen seit "King Kong und die weiße Frau".

Damit entsteht eine Fantasie voller verlockender Möglichkeiten: Vielleicht darf diesmal das vermeintliche Monster überleben, vielleicht darf die Frau zusammen mit Chris Pratt eine hübsche Holzhütte im Grünen bauen. Womöglich gar nicht die schlechteste Welt, diese "Jurassic World".

insgesamt 32 Beiträge
liwe 06.06.2018
1.
Die Jurassic-Filme sind einfach gut gemacht und unterhaltsam... Kann jeden Teil immer mal wieder ansehen. Ganz im Gegensatz zu dem ganzen sonstigen Mist, der gezeigt wird.
Die Jurassic-Filme sind einfach gut gemacht und unterhaltsam... Kann jeden Teil immer mal wieder ansehen. Ganz im Gegensatz zu dem ganzen sonstigen Mist, der gezeigt wird.
ansgar_frese 07.06.2018
2. Wow,
wieder ein super Hollywood Film, der von allen Kritikern gelobt wird, wie Star Wars Episode 8 zum Beispiel. Da weiß ich schon, was ich mache: Lieber zuhause bleiben. Average Rating: 6.4/10, Rotten Tomatoes. Imdb Bewertungen [...]
wieder ein super Hollywood Film, der von allen Kritikern gelobt wird, wie Star Wars Episode 8 zum Beispiel. Da weiß ich schon, was ich mache: Lieber zuhause bleiben. Average Rating: 6.4/10, Rotten Tomatoes. Imdb Bewertungen sind auch mittelmäßig. Wieder ein Hollywoodfilm mit viel Action und Green Screen, aber ohne Gefühle, vermute ich. Hollywoodfilme sind wie Popmusik: Sie haben viel Spektakel und machen viel Geld, aber niemand wird sich in 20 Jahren daran erinnern...
mimas101 07.06.2018
3. Du meine Güte
jetzt ist Jurassic Park aber wirklich auf dem Niveau der Zeichentrick-Dinowelt (ich glaube die hieß In einem Land vor unserer Zeit) angekommen. Und vermutlich wird der mittlerweile übliche Mix aus Herz-Schmerz-Geschichte mit [...]
jetzt ist Jurassic Park aber wirklich auf dem Niveau der Zeichentrick-Dinowelt (ich glaube die hieß In einem Land vor unserer Zeit) angekommen. Und vermutlich wird der mittlerweile übliche Mix aus Herz-Schmerz-Geschichte mit ein bißchen CGI-Feuerwerk und ein bißchen Knalleraction, das alles gekrönt von nichtssagenden langatmigen Dialog-Versatzstücken die man eh schon auswendig kennt, in der nächsten Fortsetzung mit knuffigen Tribbles angereichert werden weil man ein Spin-Off der Jurassic-Filme hin ins 25. Jahrhundert plant. Bin mal gespannt wann im kalifornischen Hollymünd neue Ideen für gescheite Filme Einzug halten werden.
kopi4 07.06.2018
4.
Danke.Gestern lief Jurassic World im ZDF. Man wundert sich warum so ein Blockbuster Mittwochs im Sommerloch gesendet wird und liest dann das Teil 2 tags darauf in die Kinos kommt.Zufälle gibt`s....
Danke.Gestern lief Jurassic World im ZDF. Man wundert sich warum so ein Blockbuster Mittwochs im Sommerloch gesendet wird und liest dann das Teil 2 tags darauf in die Kinos kommt.Zufälle gibt`s....
Hans_Suppengrün 07.06.2018
5.
Die Jurassic-Filme haben mir schon seit Teil 2 viel zu viel "Gehirn-ausschalten" verlangt. Logiklöcher, seltsame Entscheidungen der handelnden Personen, klischeehafte Figuren, nervige Kinder, extremste Plot-holes... [...]
Zitat von liweDie Jurassic-Filme sind einfach gut gemacht und unterhaltsam... Kann jeden Teil immer mal wieder ansehen. Ganz im Gegensatz zu dem ganzen sonstigen Mist, der gezeigt wird.
Die Jurassic-Filme haben mir schon seit Teil 2 viel zu viel "Gehirn-ausschalten" verlangt. Logiklöcher, seltsame Entscheidungen der handelnden Personen, klischeehafte Figuren, nervige Kinder, extremste Plot-holes... Das ist es, womit ich dieses Franchise verbinde. Beispiele: Im ersten Film konnte der T-Rex seine Opfer nur erkennen, wenn sie sich bewegten... Im zweiten Teil konnte er dann plötzlich kilometerweit entfernte Gerüche zur Orientierung nutzen... An den dritten Teil kann ich mich gar nicht mehr erinnern... Im vierten Teil wird ein unbezwingbarer und unbeherrschbarer Kampf-Hybrid geklont. Warum noch mal? Und Raptoren sollen als Kriegswaffe benutzt werden und der einzige fähige Mann, der die Tiere beherrscht soll dabei übergangen werden? Wie stellen die sich das vor? In Teil fünf stellt sich jetzt plötzlich heraus [Spoiler], dass der ganze Park auf einem riesigen Vulkan gebaut wurde. Logisch. So ein Multi-Milliarden-Dollar-Park wird natürlich ohne vorheriges geologisches Gutachten gebaut... Die Jurassic-Filme gehören für mich schon immer in die "sonstiger-Mist"-Schublade.
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