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Kultur

Hollywoodstar und Schwulen-Ikone

Schauspieler Tab Hunter ist tot

Mit blondem Haar, durchtrainiertem Körper und Strahle-Lachen wurde er in den Fünfzigerjahren zum Hollywoodstar - und später zur Ikone der Schwulenbewegung. Nun ist Tab Hunter gestorben.

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Tab Hunter auf eine Aufnahme von 1955

Montag, 09.07.2018   17:30 Uhr

Schon zu Beginn seiner Karriere hatte es immer wieder Gerüchte um seine Homosexualität gegeben: Das Klatschmagazin "Confidential" berichtete 1955 über die Verhaftung des Schauspielers Tab Hunter, weil er an einer Schwulenparty teilgenommen haben sollte. Erst im Oktober 2005 outete er sich in seiner Autobiografie selbst. Nun ist Hunter drei Tage vor seinem 87. Geburtstag gestorben, die Todesmeldung wurde auf einer dem Schauspieler nahe stehenden Facebook-Seite veröffentlicht. Sein langjähriger Produzent und Partner, Allan Glaser, bestätigte später, Hunter sei völlig unerwartet an einem durch ein Blutgerinnsel verursachten Herzstillstand gestorben.

Hunter wurde 1931 als Sohn deutscher Einwanderer unter dem Namen Arthur Andrew Keim in New York City geboren, er stieg schnell in die erste Riege der Hollywoodstars auf. Seine erste Hauptrolle spielte er 1952 in "Insel der Verheißung" an der Seite von Linda Darnell. Es folgten "Urlaub bis zum Wecken" und "Der Seefuchs" mit John Wayne und Lana Turner. Er spielte auch mit Natalie Wood und Sophia Loren und gehörte zu den erfolgreichsten Stars von Warner Brothers.

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Tab Hunter, 1960

Doch früh schadeten Gerüchte über seine Sexualität seiner Karriere; zudem kamen weniger glatt polierte Star-Typen wie Dustin Hoffman und Al Pacino in Mode. Hunter selbst stieg bei Warner Brother aus, um fortan selbst über seine Rollen entscheiden zu können. Seine Popularität sank dennoch. Daraufhin arbeitete er als Theaterschauspieler und trat in einigen Spaghetti-Western auf.

In den Achtzigerjahren wurde seine Filmkarriere wiederbelebt als er in John Waters' "Polyester" und Paul Bartels "Geier, Geld und goldene Eier" mitspielte. 1982 war er in einer Nebenrolle in "Grease 2" zu sehen.

2005 erschien Hunters Autobiografie "Tab Hunter Confidential: The Making of a Movie Star". Darin machte er seine Homosexualität öffentlich und schrieb über die Bemühungen der Hollywood-Studios, mit angedichteten Affären - etwa zu Debbie Reynolds und Natalie Wood - über sein Schwulsein hinwegzutäuschen. Die Autobiografie inspirierte Jeffrey Schwarz zu einer gleichnamigen Dokumentation über den Hollywoodstar.

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Tab Hunter, 2016

Fast unfreiwillig wurde Hunter dadurch zur Ikone der Schwulenbewegung. Ineinem Interview mit "Slant" sagte er 2015, er habe nie gern über seine Sexualität gesprochen. In der Dokumentation sei es dann einfacher gewesen, aber immer noch nicht angenehm für ihn. "Ich bin so erzogen, ich bin sehr altmodisch", sagte er.

Hunter hatte Beziehungen mit "Psycho"-Star Anthony Perkins, Eiskunstläufer Ronnie Robertson und dem Schauspieler Helmut Berger. Fast 30 Jahre war Hunter mit dem Filmproduzenten Allan Glaser zusammen.

brs/ap

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