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Kultur

Preisgekrönter Filmemacher

Vittorio Taviani ist tot

Zusammen mit seinem Bruder Paolo war der Filmregisseur Vittorio Taviani eine Größe im politischen Kino Italiens. Das Duo gewann die Goldene Palme und den Goldenen Bären. Nun ist der Ältere mit 88 Jahren gestorben.

DPA

Vittorio Taviani (1929-2018)

Sonntag, 15.04.2018   14:49 Uhr

Der italienische Regisseur Vittorio Taviani ist tot. Nach langer Krankheit sei er im Alter von 88 Jahren in Rom gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Tavianis Tochter Giovanna am Sonntag.

Taviani arbeitete als Filmemacher stets mit seinem jüngeren Bruder Paolo zusammen. Mit "Padre Padrone" (deutscher Titel: "Mein Vater, mein Herr"), der Geschichte eines sardischen Schafhirten, gewannen die Brüder 1977 die Goldene Palme von Cannes.

Häufig drehte das Brüderpaar Filme über historische Stoffe, so zum Beispiel "Die Nacht von San Lorenzo" (1981) über den Widerstand gegen das faschistische Regime im Italien der Vierzigerjahre. Beide waren Mitglieder der italienischen KP und thematisierten ihr politisches Milieu in frühen Filmen wie "Die Subversiven" (1967) oder "Allonsanfan" (1974).

Später drehten die Taviani-Brüder dann auch Literaturverfilmungen - Goethes "Wahlverwandtschaften" (1996), Fernsehproduktionen nach Tolstoi oder Dumas. 2007 thematisierten sie in "Das Haus der Lerchen" den türkischen Genozid an den Armeniern - mit dem Deutschen Moritz Bleibtreu in einer Hauptrolle.

Bis ins hohe Alter produzierten die beiden Filme. Der jüngste große Erfolg liegt mit "Cäsar muss sterben" (2012) noch gar nicht allzu lange zurück: Sie bekamen für das Doku-Drama auf der Berlinale den Goldenen Bären. Es handelt von Theaterinszenierungen im römischen Hochsicherheitsgefängnis Rebibbia.

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