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Kultur

Wichtigste britische Literaturauszeichnung

Drei Debütanten auf der Booker-Preis-Shortlist

Große Namen wie Zadie Smith und Colson Whitehead sind bei der Shortlist für den Booker Preis nicht dabei. Dafür dürfen sich George Saunders und zwei weitere Roman-Neulinge Hoffnung auf den Preis machen.

Getty Images

George Saunders

Mittwoch, 13.09.2017   12:24 Uhr

Mit Paul Auster und George Saunders sind zwei bekannte Namen der amerikanischen Literaturszene auf der Shortlist des renommiertesten britischen Literaturpreises gelandet. Dennoch feiert der 1958 in Texas geborene Saunders ein Debüt. "Lincoln in the Bardo" ist der erste Roman des amerikanischen Kurzgeschichten-Autors. Das Buch spielt in einer einzigen Nacht, in der Präsident Abraham Lincoln das Grab seines toten Sohnes besucht, inklusive sprechender Geister und Zwischenwelt.

Austers "4321" hingegen, das die Booker-Preis-Jury in ihrer Mitteilung "meisterhaft" nennt, Erzählt von vier verschiedenen fiktiven Lebenswege eines Jungen namens Archibald Isaac Ferguson. Der Veteran Auster, der dieses Jahr 70 wird, liefert das mit Abstand längste Buch auf der Liste.

Mit Romandebüts auf der Liste sind die britische Autorin Fiona Mozley, nominiert für ihren sozialkritischen Roman "Elmet", und die amerikanische Debütantin Emily Fridlund, die in "History of Wolves" von einer isolierten 14-Jährigen erzählt, die in einer sterbenden Kommune im Mittleren Westen der USA aufwächst.

Post-Brexit-Werk

Ebenfalls auf der Liste steht der britisch-pakistanische Schriftsteller Mohsin Hamid mit seinem Buch "Exit West". Es erzählt die Geschichte von Flüchtlingen, die durch seltsame schwarze Türen an entfernte Orte auf der Erde gelangen können. Hamid stand zuvor bereits mit seinem Roman "The Reluctant Fundamentalist" auf der Shortlist des Booker-Preises. Zudem ist die britische Autorin Ali Smith für ihren Post-Brexit-Roman "Autumn" nominiert.

Einigermaßen überraschend auch: wer fehlt. Die britische Autorin Zadie Smith ("Swing Time") wurde ebenso ausgelassen wie die ehemalige Gewinnerin des Booker-Preises Arundhati Roy ("Das Ministerium des äußersten Glücks"). Und auch das Fehlen des amerikanischen Autors Colson Whitehead fällt auf, der hatte mit seinem Sklaverei-Roman "The Underground Railroad" bereits 2016 den National Book Award und 2017 den Pulitzer Preis für Fiction gewonnen.

Im vergangenen Jahr ging der Preis an den amerikanischen Autor Paul Beatty, er gewann mit seiner Satire "The Sellout". Der Gewinner des diesjährigen Booker-Preises wird am 17. Oktober in London bei einem offiziellen Dinner bekannt gegeben.

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