Schrift:
Ansicht Home:
Kultur

Streit um Nachlass

Gericht stoppt Veröffentlichung von Prince-EP

Zum ersten Todestag von Prince am 21. April wollte ein Toningenieur sechs unveröffentlichte Songs des Musikers herausbringen. Seine Erben klagten dagegen - mit Erfolg: Die EP darf nicht ausgeliefert werden.

AP

Prince (Archivbild von 2007)

Donnerstag, 20.04.2017   11:14 Uhr

Die geplante Veröffentlichung von bisher unveröffentlichten Songs des verstorbenen Popstars Prince ist gerichtlich gestoppt worden. Wie das US-Promiportal "TMZ" unter Berufung auf Gerichtsdokumente am Mittwochabend berichtete, erließ ein US-Bundesrichter auf Antrag des Nachlassverwalters eine einstweilige Verfügung, wonach die EP mit dem Titel "Deliverance" (auf Deutsch: "Befreiung") nicht wie geplant am Freitag auf den Markt gebracht werden darf.

Der Produzent George Ian Boxill wollte am ersten Todestag des Künstlers sechs neue Songs veröffentlichen. Das Gericht allerdings stellte fest, Boxill habe augenscheinlich nicht das Recht dazu. Der Richter bezog sich nach dem Bericht auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die der Produzent unterschrieb, als er vor mehr als zehn Jahren mit Prince zusammenarbeitete.

Die Aufnahmen stammen aus der Zeit von 2006 bis 2008 und wurden von Boxill als Toningenieur aufgenommen. Er habe sie in den Monaten nach Prince' Tod vollendet. In einer Pressemitteilung wird Boxill mit den Worten zitiert, Prince habe ihm gesagt, er denke jeden Abend im Bett darüber nach, wie er die großen Plattenfirmen umgehen und seine Musik direkt ans Publikum bringen könne. Das Label, auf dem die "Deliverance"-EP erscheinen soll, heißt Rogue Music Alliance - Schurkenmusikallianz.

Die EP, die schon von mehreren Millionen Fans vorbestellt worden ist, kann zurzeit nicht mehr geordert werden, die betreffende Internetseite ist aus dem Angebot von iTunes verschwunden. Mit der Vorbestellung war allerdings automatisch der Titelsong "Deliverance" zum Download bereitgestellt worden, was viele genutzt haben dürften. Auch bei Amazon ist "Deliverance" nicht mehr zu finden.

Boxill schickte eine Antwort auf die Klage, deren Inhalt das Gericht zunächst unter Verschluss hielt. Prince' Erben haben die Herausgabe aller Masterbänder und Kopien der Aufnahmen gefordert. Der Musiker war am 21. April 2016 an einer versehentlichen Überdosis verschreibungspflichtiger Schmerzmittel gestorben.

feb/dpa/AFP

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP