25.05.2012
Pop!
Disco-Schrott, oder was?
Von Christoph DallachSpäter Respekt
Nach den Abgängen von Donna Summer und zuletzt Robin Gibb wird in Feuilletons und Blogs mal wieder ausgiebig über die Relevanz des Phänomens namens Disco palavert. Vergessen scheinen die gar nicht so lange zurückliegenden Zeiten, in denen Disco, diese aufgeregte Kultur glitzernder Schlaghosen und geschmeidiger Tanzhits, als grelles, gruseliges Missverständnis galt. Aber es ist eben auch ein Naturgesetz der Popkultur, dass alles, was mal als sehr "in" und dann noch viel mehr als "out" galt, irgendwann zwangsläufig als "cool" rehabilitiert wird.
Daran, dass die Disco-Ära schon lange zurückliegt, erinnern nun die ersten toten Hauptdarsteller. Und wie fabelhaft deren Musik tatsächlich war, wird jedem deutlich, der sich bei YouTube noch mal durch die Genreklassiker von Donna Summers "I Feel Love" über Chics "Le Freak" bis zu "Night Fever" von den Bee Gees klickt. Eine angemessene und ausgiebige Verneigung vor Disco bietet nun die Online-Ausgabe des britischen "Guardian". Der dortige Leserkommentar, dass "Disco immer totaler Schrott war und ist", lässt vermuten, dass die Disco-Debatte noch fröhlich weitergehen wird.
Überlegenes Knistern
Für ausufernde Streitgespräche und Partygeplauder taugt auch die gute alte Streitfrage, ob denn Vinyl tatsächlich nun den besten Klang aller Audioformate bietet. Weil die schwarzen Scheiben nun in erstaunlichem Ausmaß wieder gefragt sind, während CDs gemeinhin als Sondermüll gelten, lohnt es auch, die Debatte um Klangqualität mal wieder aufzufrischen. Einen interessanten Beitrag über diese Wissenschaft von Dynamik und Frequenzen, von der Güte der Plattenrillen und dem Horror des Remasterings bietet ein Interview mit dem amerikanischen Klang-Profi und Ex-New-Wave-Musiker ("Tirez Tirez") Mikel Rouse.
Dub-Quatsch
Was macht eigentlich Larry King, der strenge US-Talkshow-Rentner mit den blauen Oberhemden und den Hosenträgern? Bei der ohnehin stets tollen Seite "Funny or Die" ist derzeit ein herrlich absurder Clip zu bestaunen, der den zu Dubstep-Beats zuckenden King zeigt.
Beat-Collage
Der junge New Yorker Beat-Programmierer Nicolas Jaar gilt als großes Talent seiner Zunft. Warum, belegt nun ein zweistündiger, voll legaler Mix, den der Wunderknabe für die BBC hinlegte und in dem er Keith Jarret, Aphex Twin, Bill Callahan, Charles Mingus, Jay-Z und allerlei weitere Klangkünstler aufs Herrlichste miteinander verschmelzen lässt.

