03.08.2012
Pop!
Wer zum Teufel ist Rick Rubin?
Von Christoph DallachAbgerechnet
Wenn hinter verschlossenen Türen in Aufnahmestudios die Fetzen fliegen, dringt das Getöse nur selten nach außen. Denn selbst im Popuniversum legt man viel Wert auf Diskretion. So ist es schon eine Ausnahme, dass jüngst Graham Nash, von Crosby, Stills & Nash (und manchmal Young), über den Produzenten Rick Rubin vom Leder zog. Der vollbärtige Buddhist Rubin gilt als Zauberer der Branche, er erfand die Beastie Boys, half den Red Hot Chili Peppers auf die Sprünge und ist insbesondere ein Meister darin, abgemeldete Rentner wieder ins Rampenlicht und die Charts zu befördern, wie er mit Johnny Cash, Neil Diamond und Donovan bewies.
Auf einen vergleichbaren Schub hofften wohl auch die Veteranen Crosby, Stills & Nash. Aber die Arbeit mit Rubin sei "keine tolle Erfahrung" gewesen, zeterte nun Graham Nash. Rubin solle sich bloß nicht anmaßen, ihnen zu sagen, was zu tun sei, setzte Nash noch nach. Oder im O-Ton: "Who the fuck is Rick Rubin?" Das Problem der Sessions war wohl, dass die drei Senioren sich als extrem beratungsresistent erwiesen. Dumm nur, dass das letzte relevante Album von Crosby, Stills & Nash auch schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Und es wäre tatsächlich interessant gewesen, zu hören, ob Rick Rubin das Trio noch mal elektrisiert hätte.
Abgestaubt
Sich als aufrechter Popmusiker über den kommerzbefeuerten Trubel der Olympischen Spiele zu beschweren, ist nur mäßig originell. Dass nun auch Damon Albarn in den Chor der Olympia-Kapitalismuskritiker einstimmt mit Sätzen wie "Es kommt einem vor, als ob wir im Kommerz ertrinken. Das ist deprimierend", ist nur deshalb lustig, weil seine Band Blur ebenfalls am Kommerz-Olympia-Zirkus teilnimmt und die Spiele mit einem großen Abschlusskonzert im Hyde Park beschließen soll. Das begründet Albarn teils mit Gewäsch: "Wir tun es für die Menschen" und ehrlicher mit: "Ich stehe auf Tischtennis, hoffentlich staube ich so ein paar Tickets ab."
Aufgerundet
Kommerziell bestens läuft es schon länger für Dave Grohl. Wie sehr es sich lohnt, einst bei Nirvana getrommelt zu haben und nun bei den Foo Fighters an Bord zu sein, bewies Grohl in Philadelphia. Dort kippte der Rocker in einer Bar einen Drink, ließ tausend Dollar Trinkgeld da, kehrte am nächsten Abend zurück und ließ gleich noch mal tausend Dollar da. Prost!
Abgelichtet
Geld sehen will auch der Knabe, der einst auf dem Cover des ersten sehr erfolgreichen Albums der Band Placebo abgebildet war. David Fox, mittlerweile 28, war 12, als er um seinen Bruder trauernd abgelichtet wurde und behauptet nun, dass dieses Bild ohne sein Einverständnis genutzt wurde und üble Hänseleien zur Folge gehabt habe und überhaupt sein Leben ruinierte. Die zuständige Band Placebo hüllt sich derweil in Schweigen.
Abgetaucht
Sauer war irgendwie auch Killing-Joke-Sänger Jaz Coleman, der via Facebook über die laufende Tournee mit den Kollegen von The Cult und The Mission lästerte. So sauer, dass er sich aus dem Staub machte und seitdem spurlos verschwunden ist, was der Rest seiner Band nun ebenfalls mittels Facebook bestätigte.

