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09.11.2012
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Deutscher Weltstar

Party von A bis Zedd

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Getty Images

In den USA gilt der Kaiserslauterner Anton Zaslavski, genannt Zedd, als kommender Star. Der Techno-Produzent und DJ arbeitete bereits mit Lady Gaga und Justin Bieber zusammen - in Deutschland ist er bislang so gut wie unbekannt. Nun erscheint sein Debüt-Album "Clarity".

Ein 23-Jähriger aus Kaiserslautern sorgt in der US-amerikanischen Popwelt für Trubel - in Deutschland allerdings ist er so gut wie unbekannt: Anton Zaslavski, der sich als Musiker Zedd nennt, gilt neuerdings als einer der gefragtesten Lieferanten elektronischer Tanz-Beats.

Zedd pimpte Songs für die Black Eyed Peas, Justin Bieber, Fatboy Slim und Lady Gaga - und war mit dieser obendrein als Anheizer auf Konzertreise durch Asien. Seine eigenen Tracks wie "Dovregubben" oder sein Remix der Computerspiel-Melodie "The Legend of Zelda" wurden bei YouTube Hunderttausende Male angeklickt, seine DJ-Auftritte sind wie Rockkonzerte vor elektrisiertem Riesenpublikum. Nun erscheint Zedds Debütalbum "Clarity" bei einer großen Plattenfirma (in den USA und Großbritannien ist es bereits seit Anfang Oktober zu haben) und soll dem Elektro-Wunderkind mit Gastsängerinnen wie Ellie Goulding den Weg zu einer etablierten Pop-Karriere ebnen.

Kollektives Ausrasten

Ziemlich weit gebracht hat es Zedd bereits in einem Genre namens E.D.M. (Electronic Dance Music), das vor allem in den USA der Sound des Augenblicks für alle unter 30-Jährigen ist. E.D.M. ist die verspätete Entdeckung von Techno durch die US-Jugend und entspricht in etwa der britischen Rave-Kultur der neunziger Jahre. Spezialisten definieren die E.D.M.-Klänge gern mal als Dubstep, Electro- oder Progressive-House.

Letztlich läuft E.D.M. auf wuchtig donnernde Beats und kollektives Ausrasten bei Massenveranstaltungen hinaus. Dass es sich um kein Außenseiterspektakel handelt, belegen E.D.M.-Festivals wie "Electric Daisy Carnival", die mehr als hunderttausend Besucher anziehen, und E.D.M.-DJs wie der Niederländer Tiesto, der laut "Forbes" im vergangenen Jahr 22 Millionen Dollar an Gagen einsackte. Andere gewichtige Namen in der Welt der E.D.M. sind Deadmau5, Madeon und Skrillex, der Champion aller Donner-Beats. Sie alle zelebrieren einen Sound, dessen Melodien oft spartanisch daherkommen und dessen bassgewaltige Wucht sich vor allem auf Tanzflächen entfaltet.

Der Sound der Netzwerke

Die E.D.M.-Szene floriert jenseits der alteingesessenen Musikindustrie und ihrer Medien. Wichtiger sind die sozialen Netzwerke. Bei traditionellen Plattenfirmen veröffentlichte Tonträger von Größen wie Skrillex scheinen eher nebensächlich, da der Künstler öfter seine Musik im weltweiten Netz verschenkt. Im Radio dudeln diese Songs auch nicht, finden bei YouTube aber zum Teil ein Millionenpublikum. Und wenn einer wie Skrillex seinen zahlreichen Online-Fans via Facebook oder Twitter einen Kollegen empfiehlt, kann das eine Karriere in nie dagewesener Geschwindigkeit befeuern.

So wie bei Zedd: In Russland geboren und in Kaiserslautern aufgewachsen, begann er mit vier Jahren auf dem Klavier zu klimpern, trommelte mit zwölf und lärmte als Teenager mit einer Hardcore-Metal-Band. In Fahrt kam seine Karriere erst, als er elektronische Beats für sich entdeckte. Er gewann einige Online-Remix-Wettbewerbe und stellte sich via Mail bei Skrillex, dem Titanen der E.D.M-Szene, vor - der war beeindruckt. Seitdem rauscht Zedd im Rampenlicht der digitalen Welt von Party zu Party.

Der Zeitung "International Herald Tribune"sagte er kürzlich: "Als ich noch in einer Band spielte, standen die Leute bewegungslos rum. Bei einer DJ-Show dreht das Publikum durch. Niemand kann bestreiten, dass der Energielevel weit über dem eines Rockkonzerts liegt".

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insgesamt 22 Beiträge
1. ...
deus-Lo-vult 09.11.2012
Mit Verlaub, aber dann war die Band einfach schlecht! Besuch mal ordentliche Rockkonzerte!
Zitat von sysopGetty ImagesIn den USA gilt der Kaiserslauterner Anton Zaslavski, genannt Zedd, als kommender Star. Der Techno-Produzent und DJ arbeitete bereits mit Lady Gaga und Justin Bieber - in Deutschland ist er bislang so gut wie unbekannt. Nun erscheint sein Debüt-Album "Clarity". http://www.spiegel.de/kultur/musik/die-cd-clarity-von-zedd-a-866126.html
Mit Verlaub, aber dann war die Band einfach schlecht! Besuch mal ordentliche Rockkonzerte!
2. optional
gbk666 09.11.2012
"Der Zeitung "International Herald Tribune"sagte er kürzlich: "Als ich noch in einer Band spielte, standen die Leute bewegungslos rum. Bei einer DJ-Show dreht das Publikum durch. Niemand kann bestreiten, dass [...]
"Der Zeitung "International Herald Tribune"sagte er kürzlich: "Als ich noch in einer Band spielte, standen die Leute bewegungslos rum. Bei einer DJ-Show dreht das Publikum durch. Niemand kann bestreiten, dass der Energie-Level weit über dem eines Rock-Konzertes liegt" Na das lag wohl eher an deiner Band, bei ner guten Singen die Leute mit , oder tanzen /hüpfen/headbangen zu der Rock / Metal Band. Und ja..bei Techno und Dubstep hüpft jeder Trottel.
3. ...
deus-Lo-vult 09.11.2012
Hardcore Metal Band? Spielte er nun in einer Hardcore Punk Band oder in einer Metalcore Band?
Zitat von sysopGetty ImagesIn den USA gilt der Kaiserslauterner Anton Zaslavski, genannt Zedd, als kommender Star. Der Techno-Produzent und DJ arbeitete bereits mit Lady Gaga und Justin Bieber - in Deutschland ist er bislang so gut wie unbekannt. Nun erscheint sein Debüt-Album "Clarity". http://www.spiegel.de/kultur/musik/die-cd-clarity-von-zedd-a-866126.html
Hardcore Metal Band? Spielte er nun in einer Hardcore Punk Band oder in einer Metalcore Band?
4. .
Rahvin 09.11.2012
Wow. Die Amerikaner entdecken Techno. *gähn*
Wow. Die Amerikaner entdecken Techno. *gähn*
5. ...
anonymous86 09.11.2012
Ich weiss nicht, ob ich diesen Artikel einfach nur peinlich oder einfach nur schlecht finden soll? Wenn man von Popmusik spricht, sollte man Wörter wie "Techno" "Dubstep" oder "Progressive House" [...]
Ich weiss nicht, ob ich diesen Artikel einfach nur peinlich oder einfach nur schlecht finden soll? Wenn man von Popmusik spricht, sollte man Wörter wie "Techno" "Dubstep" oder "Progressive House" einfach weglassen. Diese Musik hat weder etwas mit der Rave Kultur der 90er Jahre, noch mit elektronischer Tanzmusik zu tun. Wer sich auch nur ein wenig mit elektronischer Musikm auskennt, wird diesen Artikel mitsamt dessen Autor einfach nur peinlich (...oder vielleicht doch schlecht?) finden.

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