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18.02.2013
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Country-Pop-Sängerin

Mindy McCready tot aufgefunden

AP

In ihrem größten Hit wetterte sie gegen Machos: "Guys Do It All The Time" kam 1996 auf Platz eins der Billboard-Country-Charts. Doch den frühen Erfolg konnte die blonde Sängerin nicht wiederholen, auch wegen persönlicher Probleme. Nun ist Mindy McCready tot, sie wurde nur 37 Jahre alt.

Ihr Debüt in der großen Öffentlichkeit war sehr selbstbewusst: Morgens um vier sei sie nach Hause gekommen, habe mit den Mädels gequatscht und getrunken - na und, kein Grund zur Aufregung: Männer machen das ja schließlich ständig.

"Guys Do It All The Time" schoss 1996 in den Country-Charts ganz nach oben, und die Attacke gegen Machos brachte Mindy McCready sogar in die genreübergreifende Billboard-Hitparade. Das dazugehörige Album "Ten Thousand Angels" verkaufte sich zwei Millionen Mal.

Mindy McCready war auf dem Weg, ein Superstar zu werden, sie ritt in der zweiten Hälfte der Neunziger auf der Welle von Countrysängerinnen, die sich offensiv auch einem Pop-Publikum öffneten - und zwar "mit unverhüllter Sexualität, die jüngere Hörer anspricht, die mit der Shopping Mall vertrauter sind als mit der Farm", so die "New York Times". Zu den "Power Cheerleader Blondes" zählten neben McCready zum Beispiel Shania Twain, LeAnn Rimes oder Faith Hill.

Nur wenige Jahre vor ihrem ersten Hit, als 19-Jährige im Jahre 1994, war Melinda Gayle McCready aus Florida ins Country-Mekka Nashville gekommen, doch ihre schnellen Erfolge konnte sie in der Folgezeit nicht mehr wiederholen. Zugleich setzten ihr persönliche Probleme immer mehr zu - Drogen, Alkohol, Festnahmen, ein Sorgerechtsstreit mit ihrer Mutter um ihren älteren Sohn.

2010 unternahm sie einen großen Comebackversuch mit der trotzigen Ballade "I'm Still Here", die sie unter anderem mit einem Auftritt in der Reality-TV-Sendung "Celebrity Rehab" bewarb.

Am Sonntag wurde Mindy McCready in der Ortschaft Heber Strings im US-Staat Arkansas tot aufgefunden. McCready sei offenbar durch einen einzigen Schuss gestorben, den sie selbst abgegeben habe, erklärte das Büro des Sheriffs im Bezirk Cleburne. Demnach soll eine Autopsie die Todesursache klären.

Aufgrund ihrer auch öffentlich ausgetragenen Leidensgeschichte nahmen US-Medien starken Anteil an McCreadys Tod. Erst im Januar war ihr Partner David Wilson gestorben, sein Leichnam wurde auf derselben Veranda gefunden wie nun McCreadys. Auch sein Tod wurde als Selbstmord eingestuft.

McCreadys Tod sorgte in der Countrymusic-Szene für Bestürzung. "Es waren einfach zu viele Tragödien. Ruhe in Frieden, Mindy McCready", schrieb Natalie Maines von der Band Dixie Chicks. Mindy McCready hinterlässt zwei kleine Kinder. Sie wurde 37 Jahre alt.

feb/AP/dpa/AFP

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