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Kultur

Grammy-Preisträger 2019

"This Is America" zum besten Song gekürt, "Golden Hour" zum besten Album

Childish Gambino ist einer der großen Gewinner der Grammys - der Musiker blieb der Preisverleihung aber fern. Country-Star Kacey Musgraves holte gleich vier Preise. Alles Wichtige zur Show.

DPA
Montag, 11.02.2019   05:52 Uhr

Childish Gambino hat mit "This Is America" den Grammy für das beste Lied des Jahres gewonnen. Der Musiker setzte sich zusammen mit Songschreiber Ludwig Göransson bei der Gala in Los Angeles gegen die Mit-Nominierten durch. Darunter waren auch Kendrick Lamar und SZA mit "All The Stars", Drake mit "God's Plan", Shawn Mendes mit "In My Blood" sowie Lady Gaga und Bradley Cooper mit "Shallow".

"This Is America" setzt sich in Text und Video mit Rassismus und Schusswaffengewalt in den USA auseinander. Auch für den Clip wurde Childish Gambino geehrt und zwar mit dem Preis für das beste Musikvideo des Jahres. Außerdem wurde "This Is America" als beste Aufnahme gekürt. Der Preisträger - Comedian, Serienautor und Rapper Donald Glover - war allerdings bei der Show nicht anwesend.

Mit dem Song-Preis wird der Komponist geehrt, mit dem Aufnahme-Preis der Künstler sowie die Produzenten und Tontechniker. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Grammys, dass diese beiden Preise für einen Rap-Song verliehen werden.

Den Grammy für das beste Album des Jahres bekam Country-Star Kacey Musgraves für "Golden Hour". Sie setzte sich damit unter anderem gegen Rapper Drake, Kendrick Lamar und Cardi B durch. Musgraves gewann insgesamt vier Grammys. Ausgezeichnet wurde sie auch in der Country-Sparte für die beste Solodarbietung, den besten Song und das beste Album.

REUTERS

Kacey Musgraves (r.) mit Katy Perry und Dolly Parton auf der Grammy-Bühne

Den Grammy als beste neue Künstlerin gewann die 23 Jahre alte britische Sängerin Dua Lipa ("New Rules"). Sie wurde auch für die beste Dance-Aufnahme ausgezeichnet ("Electricity"). Neben den Kategorien Lied des Jahres, Aufnahme des Jahres und Album des Jahres ist die Auszeichnung als bester neuer Künstler eine der vier Hauptkategorien des wichtigsten Musikpreises der Welt.

REUTERS

Dua Lipa mit ihren Grammys

Drei Grammys gingen an Lady Gaga: Für ihren Song "Shallow" aus dem Musikfilm "A Star Is Born" wurde sie als Komponistin ausgezeichnet sowie für ihr Gesangsduett mit Bradley Cooper. Außerdem holte sie den Preis für die beste Solodarbietung in der Popsparte mit dem Song "Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)"

Überraschungsauftritt von Michelle Obama

Einen besonderen Auftritt legte die ehemalige First Lady der USA hin: Michelle Obama erschien überraschend gemeinsam mit den Sängerinnen und Schauspielerinnen Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Jennifer Lopez und Alicia Keys auf der Bühne - und erntete viel Applaus.

"Ob wir Country, Rap oder Rock mögen: Musik hilft uns dabei, uns selbst, unsere Würde und unser Leid, unsere Hoffnungen und Freude zu teilen", sagte Obama. "Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen. Und ich weiß, das trifft für jeden hier zu."

Ariana Grande zeigt trotz Grammy-Absage ihr Abendkleid

Überraschend war auch die Absage von Sängerin Ariana Grande, über die Gründe hatte sie sich mit den Produzenten der Show öffentlich gestritten. Auf Instagram postete die 25-Jährige nun parallel zur Gala mehrere Fotos, die sie in einem silberfarbenen Kleid und mit Schmuck zeigen: "Wenn Zac Posen dir ein Kleid maßschneidert, ist es egal, ob du singst oder nicht."

Laut den Produzenten der Show konnte Grande, die am Freitag ihr neues Album "Thank U, Next" veröffentlichte, kurzfristig keinen Auftritt auf die Beine stellen. Die Sängerin widersprach dieser Darstellung und erklärte, drei verschiedene Songs vorgeschlagen zu haben und "über Nacht einen Auftritt" vorbereiten zu können. Es gehe aber um "Kunst und Ehrlichkeit" und nicht darum, "anderen einen Gefallen zu tun".

Die Grammys wurden in diesem Jahr zum 61. Mal verliehen. Alicia Keys moderierte die Show. Alle Gewinner finden Sie hier auf der Homepage der Veranstalter.

aar/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 19 Beiträge
grandma_moses 11.02.2019
1. Starke Auftritte von starken Frauen...
...die sicherlich aufgrund ihrer 'Stärke' alle komplett beinfrei und mit Riesen-Dekolleté auftreten, um dann in eindeutigen Tanzposen zu zeigen, wie eindeutig in der Postmoderne immer noch gilt: 'Sex sells'. Natürlich sind die [...]
...die sicherlich aufgrund ihrer 'Stärke' alle komplett beinfrei und mit Riesen-Dekolleté auftreten, um dann in eindeutigen Tanzposen zu zeigen, wie eindeutig in der Postmoderne immer noch gilt: 'Sex sells'. Natürlich sind die weiblichen Sängerinnen auch zufällig alle äusserst attraktiv und durchtrainiert, was natürlich als Zeichen ihrer Stärke gedeutet werden kann - oder als Zeichen dafür, dass Pop so bedeutungslos und irrelevant wurde, dass nur noch attraktive, lasziv tanzende Damen - die nirgends anecken - als Weltstars aufgebaut werden können. Wobei sich amüsanterweise andererseits die Damen unter den Popkonsumenten eher nach der Kaminfeuerromantik und dem Bären-Charme eines Ed Sheeran zu sehnen scheinen als nach Waschbrettbäuchen und Tanzchoreografien. Lange Rede, wenig Sinn: Wo ein Autor starke Damen in starken Performances erkennt, kann ein Leser sich die Bilder des Artikels ansehen und sich fragen, warum denn Damen, die wie Models aussehen und halbnackt auftreten, um mit ihrem Körper Musik zu verkaufen, die keine eigenen Lieder schreiben und die kein Instrument spielen, eigentlich in irgendeiner Metrik als stark bezeichnet werden können. Aber wahrscheinlich geht das dann für den Autor als Selbstermächtigung der weiblichen Stars durch - was es natürlich nicht ist, da eine Sängerin für ihre Stimme bewertet werden möchte, nicht für ihren Körper. Also würde auch keine Sängerin auf die Idee kommen zu sagen 'Ich finde das Lied gut, es fehlt nur noch etwas Nacktheit auf der Bühne, dann ist es ein Hit!' Insofern darf man auch einmal nachdenken, wer oder was die 'starken' Damen dann dazu bringt, sich so zu vermarkten - und man darf sicherlich auch darüber nachdenken, ob die Art und Weise, mit der sie es tun, nicht zutiefst sexistisch und triebbedienend ist. Und letztlich könnte man sich dann auch fragen, was daran, sich dieser Maschinerie hinzugeben und das Spiel mitzuspielen, eigentlich genau eine Frau 'stark' machen soll. Vielen Dank fürs Lesen, einen schönen Tag.
H.P. 11.02.2019
2. Alternativen
Zumindest Björk hat ja eine Nominierung bekommen, die ja nun eindeutiog nicht dem kritisiertem Klischee entspricht, ansonsten finden sich die wirklich spannenden Interpretinnen und Interpreten abseits vom Mainstream, z.B. Aurora [...]
Zumindest Björk hat ja eine Nominierung bekommen, die ja nun eindeutiog nicht dem kritisiertem Klischee entspricht, ansonsten finden sich die wirklich spannenden Interpretinnen und Interpreten abseits vom Mainstream, z.B. Aurora Aksnes, Marjana Semkina (Iamthemorning), Daughter, Steven Wilson (sogar sein letztes, eher seichtes Album, übertrifft den grössten Teil der sogenannten "Mainstream" Musik), Haken (und die meisten genannten auch mit zumindest 2-stellligen Millionen Views auf Youtune).
enforca 11.02.2019
3.
Es mag Sie schockieren, aber es soll wohl durchaus Frauen geben, die gerne für ihre Schönheit bewundert werden und denen ihr Äußeres wichtig ist. Es soll Frauen geben, die sich stylen, um sich selbst zu gefallen. Es soll [...]
Zitat von grandma_moses...die sicherlich aufgrund ihrer 'Stärke' alle komplett beinfrei und mit Riesen-Dekolleté auftreten, um dann in eindeutigen Tanzposen zu zeigen, wie eindeutig in der Postmoderne immer noch gilt: 'Sex sells'. Natürlich sind die weiblichen Sängerinnen auch zufällig alle äusserst attraktiv und durchtrainiert, was natürlich als Zeichen ihrer Stärke gedeutet werden kann - oder als Zeichen dafür, dass Pop so bedeutungslos und irrelevant wurde, dass nur noch attraktive, lasziv tanzende Damen - die nirgends anecken - als Weltstars aufgebaut werden können. Wobei sich amüsanterweise andererseits die Damen unter den Popkonsumenten eher nach der Kaminfeuerromantik und dem Bären-Charme eines Ed Sheeran zu sehnen scheinen als nach Waschbrettbäuchen und Tanzchoreografien. Lange Rede, wenig Sinn: Wo ein Autor starke Damen in starken Performances erkennt, kann ein Leser sich die Bilder des Artikels ansehen und sich fragen, warum denn Damen, die wie Models aussehen und halbnackt auftreten, um mit ihrem Körper Musik zu verkaufen, die keine eigenen Lieder schreiben und die kein Instrument spielen, eigentlich in irgendeiner Metrik als stark bezeichnet werden können. Aber wahrscheinlich geht das dann für den Autor als Selbstermächtigung der weiblichen Stars durch - was es natürlich nicht ist, da eine Sängerin für ihre Stimme bewertet werden möchte, nicht für ihren Körper. Also würde auch keine Sängerin auf die Idee kommen zu sagen 'Ich finde das Lied gut, es fehlt nur noch etwas Nacktheit auf der Bühne, dann ist es ein Hit!' Insofern darf man auch einmal nachdenken, wer oder was die 'starken' Damen dann dazu bringt, sich so zu vermarkten - und man darf sicherlich auch darüber nachdenken, ob die Art und Weise, mit der sie es tun, nicht zutiefst sexistisch und triebbedienend ist. Und letztlich könnte man sich dann auch fragen, was daran, sich dieser Maschinerie hinzugeben und das Spiel mitzuspielen, eigentlich genau eine Frau 'stark' machen soll. Vielen Dank fürs Lesen, einen schönen Tag.
Es mag Sie schockieren, aber es soll wohl durchaus Frauen geben, die gerne für ihre Schönheit bewundert werden und denen ihr Äußeres wichtig ist. Es soll Frauen geben, die sich stylen, um sich selbst zu gefallen. Es soll auch Frauen geben, die gerne Komplimente bekommen. Es gibt aber auch ebenso Frauen, die nicht wie Topmodels aussehen und dennoch Millionen Platten verkaufen, wie z.B. Adele. Popmusik war schon immer "bedeutungslos" und nicht tiefsinnig oder anspruchsvoll.
TS_Alien 11.02.2019
4.
Wenn man seit mehr als zehn Jahren die Chartmusik verpasst hat, hat man musikalisch tatsächlich nichts verpasst. Sehr seichte Musik, die im besten Fall nicht nach wenigen Sekunden extrem auf die Nerven fällt, ist nicht die [...]
Wenn man seit mehr als zehn Jahren die Chartmusik verpasst hat, hat man musikalisch tatsächlich nichts verpasst. Sehr seichte Musik, die im besten Fall nicht nach wenigen Sekunden extrem auf die Nerven fällt, ist nicht die Musik, die ich mit Preisen ausgezeichnet haben möchte. Dazu noch Sängerinnen, denen ich abspreche, gute Sängerinnen zu sein. Und tanzen können sie auch nicht. In Kombination wird es nicht besser. Die 80er waren musikalisch das letzte Jahrzehnt, in dem es sehr gute Chartmusik gegeben hat.
karl-wanninger 11.02.2019
5.
Danke für Ihren Beitrag, Sie haben die Verdrehung der Tatsachen in diesem Zusammenhang wunderbar auf den Punkt gebracht.
Zitat von grandma_moses...die sicherlich aufgrund ihrer 'Stärke' alle komplett beinfrei und mit Riesen-Dekolleté auftreten, um dann in eindeutigen Tanzposen zu zeigen, wie eindeutig in der Postmoderne immer noch gilt: 'Sex sells'. Natürlich sind die weiblichen Sängerinnen auch zufällig alle äusserst attraktiv und durchtrainiert, was natürlich als Zeichen ihrer Stärke gedeutet werden kann - oder als Zeichen dafür, dass Pop so bedeutungslos und irrelevant wurde, dass nur noch attraktive, lasziv tanzende Damen - die nirgends anecken - als Weltstars aufgebaut werden können. Wobei sich amüsanterweise andererseits die Damen unter den Popkonsumenten eher nach der Kaminfeuerromantik und dem Bären-Charme eines Ed Sheeran zu sehnen scheinen als nach Waschbrettbäuchen und Tanzchoreografien. Lange Rede, wenig Sinn: Wo ein Autor starke Damen in starken Performances erkennt, kann ein Leser sich die Bilder des Artikels ansehen und sich fragen, warum denn Damen, die wie Models aussehen und halbnackt auftreten, um mit ihrem Körper Musik zu verkaufen, die keine eigenen Lieder schreiben und die kein Instrument spielen, eigentlich in irgendeiner Metrik als stark bezeichnet werden können. Aber wahrscheinlich geht das dann für den Autor als Selbstermächtigung der weiblichen Stars durch - was es natürlich nicht ist, da eine Sängerin für ihre Stimme bewertet werden möchte, nicht für ihren Körper. Also würde auch keine Sängerin auf die Idee kommen zu sagen 'Ich finde das Lied gut, es fehlt nur noch etwas Nacktheit auf der Bühne, dann ist es ein Hit!' Insofern darf man auch einmal nachdenken, wer oder was die 'starken' Damen dann dazu bringt, sich so zu vermarkten - und man darf sicherlich auch darüber nachdenken, ob die Art und Weise, mit der sie es tun, nicht zutiefst sexistisch und triebbedienend ist. Und letztlich könnte man sich dann auch fragen, was daran, sich dieser Maschinerie hinzugeben und das Spiel mitzuspielen, eigentlich genau eine Frau 'stark' machen soll. Vielen Dank fürs Lesen, einen schönen Tag.
Danke für Ihren Beitrag, Sie haben die Verdrehung der Tatsachen in diesem Zusammenhang wunderbar auf den Punkt gebracht.
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