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Kultur

Wegen schlechter Quoten

Fernsehchef Bartl verlässt ProSiebenSat.1

Er galt bereits als angezählt: Andreas Bartl, der Fernsehchef von ProSiebenSat.1, tritt ab. Ihm wurden vor allem die schwindenden Quoten von Sat.1 angelastet. Ob sein Nachfolger Thomas Ebeling den Anschluss an Marktführer RTL schafft, ist aber mehr als fraglich.

dapd

"Langgehegter Wunsch": Andreas Bartl will sich als Medienunternehmer selbständig machen

Donnerstag, 23.02.2012   13:11 Uhr

München - Lang wurde darüber spekuliert, nun steht es fest: Andreas Bartl hört als Fernsehchef von ProSiebenSat.1 auf. Er verlasse den TV-Konzern auf eigenen Wunsch bereits in der kommenden Woche, um sich mit einem eigenem Medienunternehmen selbständig zu machen, teilte die Münchner Sendergruppe am Donnerstag mit.

"Nach 20 spannenden Jahren bei ProSiebenSat.1 möchte ich mich neuen Herausforderungen als Medienunternehmer stellen und mir damit einen langgehegten Wunsch erfüllen", sagte Bartl der Mitteilung zufolge.

Seinen Job übernimmt zunächst Konzernchef Thomas Ebeling. "Andreas Bartl hat ProSiebenSat.1 geprägt wie kaum ein anderer", lobte Ebeling den erfahrenen Fernsehmanager. Über die bevorstehende Trennung hatten in der vergangenen Woche bereits verschiedene Medien berichtet.

Den Berichten zufolge waren die schwachen Zuschauerzahlen beim Flaggschiff Sat.1 einer der Gründe für den Abschied des 49-Jährigen, dessen Vertrag ohnehin Ende des Jahres ausgelaufen wäre. Sat.1 hatte zum Jahresauftakt nochmals Federn lassen müssen und erreichte im Januar nur einen Marktanteil von 9,4 Prozent - so wenig wie seit Jahren nicht. Auch die Castingshow "The Voice of Germany", die Anfang Februar zu Ende ging, konnte trotz großem Zuspruch bei Zuschauern und Kritikern den Senderschnitt nicht wesentlich verbessern.

Bartl ist seit 1991 an Bord, 2008 wurde er Vorstand. Zwischen Januar 2010 und Oktober vergangenen Jahres war er in Personalunion auch Chef von Sat.1 und verordnete dem Sorgenkind eine Rückkehr zu den Wurzeln des Programms. Der Anschluss an den Erfolg von Marktführer RTL gelang aber zu keinem Zeitpunkt.

hpi/dpa

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