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Kultur

"Gottschalk Live"-Chef Peichl

"Thomas bringt im Moment nur 40 PS"

Raus aus dem Quotenloch: Der legendäre Medienmacher Markus Peichl ("Tempo") soll ab März die schlappe "Gottschalk Live"-Sendung auf Kurs bringen. Im Interview erklärt Gottschalks neuer Redaktionsleiter, wie er seinem Chef helfen will - und warum er als Österreicher der richtige für den Job ist.

dapd

Moderator Gottschalk: Schützenhilfe von Markus Peichl

Freitag, 24.02.2012   20:39 Uhr

SPIEGEL: Die Quoten sind schlecht, die Kritiken verheerend - glauben Sie, Thomas Gottschalks Vorabendprojekt noch retten zu können?

Peichl: Und ob! Thomas ist wie ein Auto, das locker 300 PS schafft, im Moment aber nur 40 auf die Straße bringt. Jetzt muss die Redaktion an den richtigen Schrauben drehen.

SPIEGEL: Was wollen Sie verändern?

Peichl: Das Problem ist: Es gibt kein klares Konzept. Mal führt er Gespräche, mal kommentiert er das Tagesgeschehen. Mal gibt es Einspielfilme, mal keine. Mal kommen Superpromis ins Studio, mal Unbekannte. Der Zuschauer muss wissen, was ihn erwartet.

SPIEGEL: In den vergangenen Wochen erwartete ihn häufig ein fahrig und unkonzentriert wirkender Moderator.

Peichl: Wir werden dafür sorgen, dass Gottschalk sich im Studio wohlfühlt.

SPIEGEL: Sie haben mit Beckmann, Biolek und Maischberger gearbeitet. Ist Gottschalk Ihr schwerster Fall?

Peichl: Es gibt keine schweren Fälle. Jeder Moderator hat seine eigenen Qualitäten. Man muss nur den richtigen Rahmen schaffen, damit sie zur Geltung kommen. Ich lasse gerade eine DVD zusammenstellen mit gelungenen Momenten der vergangenen Wochen. Damit die Redaktion sieht, dass nicht alles schlecht war.

SPIEGEL: Werden Sie Gottschalk über einen Knopf im Ohr Fragen einflüstern, wie in Talkshows heute üblich?

Peichl: Gottschalk braucht das nicht. In den achtziger Jahren, als ich Chefredakteur des Magazins "Tempo" war, kam ich mal als Gast in seine damalige Radiosendung beim BR. Diese unglaubliche Gabe, alles aus dem Stand heraus witzig zu kontern, hatte damals keiner so wie er. Ich bin überzeugt, dass sie ihm nicht verlorengegangen ist.

SPIEGEL: Ab wann wird man der Sendung Veränderungen anmerken?

Peichl: Bis zur Sommerpause sitzt das Konzept. Ab Herbst wird sich das auf die Quoten auswirken.

SPIEGEL: Was macht Sie so sicher, dass es die Sendung dann noch gibt?

Peichl: Ich bin Österreicher. Wir gelten als Pessimisten, sind aber im tiefsten Innern unerschütterliche Grundoptimisten.

Das Interview führte Alexander Kühn

insgesamt 47 Beiträge
frank_w._abagnale 24.02.2012
1. Time to say goodbye
Gottschalk hat sich mit diesem Format verhoben. Es ist ein Flop. Die Frage ist nur, wann sich das die ARD und vor allem Gottschalk selbst eingestehen und diese Sendung dorthin verschwinden lassen, wo sie herkam: Nämlich in der [...]
Gottschalk hat sich mit diesem Format verhoben. Es ist ein Flop. Die Frage ist nur, wann sich das die ARD und vor allem Gottschalk selbst eingestehen und diese Sendung dorthin verschwinden lassen, wo sie herkam: Nämlich in der untersten Schublade der Fernsehformate.
Stuhlbeinsäger 24.02.2012
2. Alles geht einmal zu Ende
...so auch die Ära dieser Labernase.
...so auch die Ära dieser Labernase.
CA-Fire 24.02.2012
3. Die sind
doch alle vom gleichen "Pattex-Clan" wie der Wulff. Nach Möglichkeit verlassen die die "Bühne" erst im Leichensack. Solange muss der GEZ Zahler leiden.
Zitat von frank_w._abagnaleGottschalk hat sich mit diesem Format verhoben. Es ist ein Flop. Die Frage ist nur, wann sich das die ARD und vor allem Gottschalk selbst eingestehen und diese Sendung dorthin verschwinden lassen, wo sie herkam: Nämlich in der untersten Schublade der Fernsehformate.
doch alle vom gleichen "Pattex-Clan" wie der Wulff. Nach Möglichkeit verlassen die die "Bühne" erst im Leichensack. Solange muss der GEZ Zahler leiden.
weizenbier warrior 24.02.2012
4. Nix Web
"ARD" - ist das nicht so ein Spartensender, den man über das Internet gar nicht rein kriegt?
"ARD" - ist das nicht so ein Spartensender, den man über das Internet gar nicht rein kriegt?
hoppla_h 24.02.2012
5. Sommerpause?
Mal wieder ein Österreicher? - Der Peichl hat Nerven: "Die Quoten werden nach der Sommerpause steigen!" ... Glaubt jemand, dass es eine zweite Staffel "Gottschalk live" gibt? Wenn, dann ohne Gottschalk [...]
Mal wieder ein Österreicher? - Der Peichl hat Nerven: "Die Quoten werden nach der Sommerpause steigen!" ... Glaubt jemand, dass es eine zweite Staffel "Gottschalk live" gibt? Wenn, dann ohne Gottschalk unter anderem Namen. Arbeitstitel: "Caro live!"

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Zur Person

  • obs/ news aktuell
    Markus Peichl gründete zusammen mit dem Art Director Lo Breier das Magazin "Tempo", das er bis 1990 als Chefredakteur leitete. Anschließend betätigte sich der österreichische Journalist als Medienberater und entwickelte TV-Formate für Sender wie die ARD, Sat.1 und Arte. Zwischen 2003 und 2007 leitete Peichl die Redaktion der ARD-Talkrunde "Beckmann". Ab 1. März 2012 ist er neuer Redaktionsleiter der täglichen ARD-Vorabend-Show "Gottschalk Live".

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