02.05.2012
Wechsel ins Pay-TV
Harald Schmidt macht Late Night für Sky
Hamburg - Jetzt hat er wieder ein Zuhause: Der Pay-TV-Kanal Sky hat bestätigt, dass Moderator Harald Schmidt zu dem Münchner Sender wechseln wird. Geplant sind laut Sky drei Sendungen pro Woche, dienstags bis donnerstags um 22.15 Uhr. Im Herbst soll es losgehen, ein genauer Starttermin steht noch nicht fest. Schmidt kommentierte den Wechsel gewohnt ironisch-überschwänglich: "Late Night bei Sky - für mich der Himmel auf Erden."
Zuvor war spekuliert worden, ob Schmidt nicht zum Schwestersender Kabel 1 gehen würde, da er wiederholt in der Sendung damit kokettiert hatte, man würde ihn an anderer Stelle schon ziemlich bald wiedersehen. Da außerdem keine größere Kündigungswelle das Team der Show traf, galt es als sehr wahrscheinlich, dass Schmidt mit einem neuen Sender in Verhandlungen war.
Schmidts bisheriger Sender Sat.1 hatte Ende März das Ende seiner Late-Night-Show verkündet, da die Quoten konstant schwach waren. Zum Teil schalteten nur noch rund 500.000 Zuschauer ein. Am 3. Mai wird Schmidts letzte Show auf Sat.1 zu sehen sein.
Erst im vergangenen September war Schmidt von der ARD zu Sat.1 zurückgekehrt, anfangs noch für zwei Sendungen pro Woche. Weil die Quoten nicht den Erwartungen entsprachen, reagierte Sat.1 und räumte Schmidt einen weiteren Sendeplatz auch am Donnerstag frei. Die erhöhte Präsenz sollte mehr Publikum bringen, doch der Plan ging nicht auf.
Bei seinem neuen Sender wird Schmidt solchem Quotendruck nicht mehr ausgesetzt sein. Wie viele Fans ihm ins Bezahlfernsehen folgen, ist völlig unklar. Als ein Baustein in Skys Programmoffensive, zu der unter anderem die erstmalige Produktion eigener Serien gehört, könnte der Wechsel jedoch Sinn ergeben. Einen Schub bei den Abo-Zahlen braucht der Sender in jedem Fall. Entsprechend kommentierte der Sky-Programmchef Gary Davey Schmidts Wechsel auch mit den Worten: "Das sind großartige Neuigkeiten für unsere Kunden."
Wie es um die wirtschaftliche Situation von Sky bestellt ist, sagte der Sky-Deutschland-Vorstandsvorsitzende Brian Sullivan im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Demnach soll der Sender im Sommer einen operativen Gewinn erwirtschaften und 2013 das ganze Jahr über. 2012 lägen die Verluste vermutlich noch bei knapp 200 Millionen Euro.
Mit Schmidts Wechsel zu Sky löst sich übrigens eine Wette auf: Im aktuellen SPIEGEL hatten die ehemaligen Sidekicks Manuel Andrack und Herbert Feuerstein gewettet, was aus ihrem ehemaligen Chef wird. Feuerstein hatte vermutet, dass Schmidt nach seinem Aus bei Sat.1 innerhalb eines Jahres wieder auf dem Bildschirm sei. Andrack hatte dagegen gesetzt und gesagt: "Dann war's das erst mal." Eigentlich wollte Andrack eine Million Euro einsetzen, entschloss sich zum Glück aber doch, nur um die Ehre zu wetten.
hpi/dapd/dpa

