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13.05.2012
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Finale von "Desperate Housewives"

"Vorsicht vor solchen Frauen!"

Hoch die Tassen! Am Sonntag läuft in den USA das Finale von "Desperate Housewives"
AP

Hoch die Tassen! Am Sonntag läuft in den USA das Finale von "Desperate Housewives"

Licht aus in der Wisteria Lane: Am Sonntag lief in den USA die letzte Folge der "Desperate Housewives". Im gemeinsamen Interview sprechen Eva Longoria, Felicity Huffman, Teri Hatcher und die anderen Stars der Hit-Serie über acht aufregende Staffeln - und deren Folgen fürs Körpergewicht.

Zickenkriege, Beziehungsdramen, Vorstadtintrigen, Mord und Totschlag - acht Jahre lang, über acht Staffeln. Und jetzt ist Schluss: An diesem Sonntag lief in den USA die letzte Folge von "Desperate Housewives". Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Comedy, Drama und Camp-Humor hat die Serie TV-Geschichte geschrieben und diverse Preise gewonnen, unter anderem drei Golden Globes und sieben Emmys.

Ihre Hauptdarstellerinnen Teri Hatcher, Marcia Cross, Felicity Huffman und vor allem Eva Longoria wurden zu Stars - und Serienschöpfer Marc Cherry zu einem der einflussreichsten Figuren im US-Fernsehen. Im gemeinsamen Interview sprechen Cherry und seine Darsteller nun über die Eigenheiten der Serie, wie alles anfing, wie sie merkten, dass "Desperate Housewives" eine Mega-Marke wurde - und was sie aus acht Jahren mitnehmen.

1. Warum wurde die Serie eigentlich ein Erfolg?

"Man muss sie trotzdem lieben können": Darstellerinnen Huffman, Longoria, Cross (v.l.)
AP/ ABC

"Man muss sie trotzdem lieben können": Darstellerinnen Huffman, Longoria, Cross (v.l.)

Marc Cherry (Autor und Schöpfer): Ich habe einen Trick angewendet, den ich bei den "Golden Girls" gelernt habe: Egal wie egomanisch diese Frauen sind, wie gemein sie zu ihren Männern sind - man muss sie trotzdem lieben können.

Eva Longoria (Gaby Solis): Gaby durfte Dinge sagen und tun, über die andere Leute bloß fantasieren. Sie hat ja eine Art emotionales Tourette-Syndrom.

Felicity Huffman (Lynette Scavo): Und viele Drehbücher waren einfach höllisch komisch!

2. Was waren die haarsträubendsten Plots?

Drama plus Comedy plus Camp-Humor: Bei den "Housewives" waren irre Plots die Regel.
AP/ ABC

Drama plus Comedy plus Camp-Humor: Bei den "Housewives" waren irre Plots die Regel.

Marc Cherry: Ich habe - weiß Gott! - bessere und schlechtere Geschichten geschrieben. Aber die guten haben den Ärger über die schlechten wett gemacht!

Teri Hatcher (Susan Mayer): Ich werde nie die Szene vergessen, in der Susan sich ausschließt und sich nackt im Gebüsch verstecken muss. Es war die dritte Folge, ich war unter lauter mir noch fremden Menschen auf dem Universal-Studiogelände, und die Garderobenfrau sagte zu mir: "Teri, wir können jetzt deine Brustwarzen und deinen Schritt mit Klebeband verdecken."

James Denton (Mike Delfino): Mike lag im Koma, stand unter Drogen und wurde vom Auto überfahren. Den armen Kerl haben sie echt durch die Mangel gedreht! Wir waren weder eine Comedy noch ein Drama noch eine Seifenoper - sondern etwas ganz neues, das sich jedem Label widersetzte.

Ricardo Antonio Chavira (Carlos Solis): Carlos war im Knast, wurde blind, musste in die Reha - ich wäre kaum überrascht gewesen, wenn sich an einem Punkt herausgestellt hätte, dass er schwul ist.

3. Welche Beziehungen waren besonders hinreißend?

"Die stärkste Ehe": Doug Savant und Felicity Huffman als Tom und Lynette Schiavo
AP/ ABC

"Die stärkste Ehe": Doug Savant und Felicity Huffman als Tom und Lynette Schiavo

James Denton: Es hat großen Spaß gemacht, die komplizierte Lovestory zwischen Mike und Susan zu der eines verheirateten Paares zu entwickeln - sie der Trottel, ich die Stimme der Vernunft.

Marc Cherry: Carlos und Gaby wurden eher zufällig zu unserem Comedy-Paar, weil sie so widerlich zueinander waren. Es hat solchen Spaß gemacht, ihnen beim Streiten zuzuschauen.

Felicity Huffman: Die Ehe von Tom und Lynette war die stärkste, und die Beziehung wurde von den Fans so hoch gehalten, dass wir Drohbriefe kriegten, sie ja nicht zerbrechen zu lassen.

4. Wie wurden die "Housewives" zu Stars?

Die "Desparate Housewives" bei den Emmys 2008: Bislang 50 Preise gewann die Serie.
AP/ ABC

Die "Desparate Housewives" bei den Emmys 2008: Bislang 50 Preise gewann die Serie.

Eva Longoria: Ich weiß noch, als ich plötzlich unsere Gesichter überall plakatiert sah - auf Bussen, Parkbänken, Schildern. Und dann wurden wir zu Oprah Winfrey eingeladen. Und ich dachte: "Oh mein Gott! Oprah kennt uns!"

Marc Cherry: Nach der ersten Staffel habe ich Urlaub in London gemacht, und als ich im Hotelzimmer aufs Bett sank, sah ich in der Zeitung eine Anzeige für das Theaterstück "Hedda Gabler" - unter dem Titel "The Original Desperate Housewife"!

5. Wie veränderte die Serie die Fernsehlandschaft?

Superdünn und stets gestylt: Auch modisch setzten die "Housewives" Trends.
AP/ ABC

Superdünn und stets gestylt: Auch modisch setzten die "Housewives" Trends.

Marc Cherry: Im Verlauf der ersten Staffel rief mich jemand an und sagte: "Wusstest du, dass Magersucht bei Frauen über vierzig um sich greift - wegen eurer spindeldürren Schauspielerinnen?" "Super", dachte ich, "da bin ich aber stolz auf mich!"

Eva Longoria: Vor uns gab es "Sex and the City". Aber ich glaube, wir haben hier wirklich eine Lanze für Frauenfiguren gebrochen - jetzt macht ABC mit "Good Christian Bitches" eine Serie über fiese, frömmelnde Texanerinnen! Ganz zu schweigen von den zahllosen "Real Housewives"-Dokusoaps.

Felicity Huffman: Marc Cherry hat Frauen um die vierzig - und, nunja, Eva Longoria - für das Fernsehen interessant gemacht. Inzwischen wimmelt es von Serien, deren Hauptdarstellerinnen erwachsene Frauen sind. Interessant, dass es dazu einen schwulen Mann brauchte.

6. Was nehmen die Schauspieler von ihren Rollen mit?

Vor allem Eva Longoria wurde durch die Serie zum Star.
AP

Vor allem Eva Longoria wurde durch die Serie zum Star.

Eva Longoria: Ich werde mal sehen, ob ich mir nicht auch ab und zu so ein loses Mundwerk leisten kann wie Gaby...

Ricardo Antonio Chavira: Vorsicht vor Frauen wie Gaby! Nein, ich muss schon sagen, die Liebe, die Carlos für seine Frau empfindet und die Geduld, die er aufbringen muss - wenn das keine Lektion über Beziehungen ist.

Doug Savant (Tom Schiavo): Ich würde mir gern eine Scheibe von Toms liebenswerter Naivität abschneiden. Er guckt ja manchmal ziemlich ahnungslos aus der Wäsche und sagt Sachen wie "Hä? Was ist gerade passiert?"

Felicity Huffman: Was ich von Lynette gelernt habe? Nichts! Rein gar nichts!

7. Und was bedeutet der Abschied?

Bree (Marcia Cross, 2. v.l.) wird von den anderen "Desperate Housewives" getröstet.
AP/ ABC

Bree (Marcia Cross, 2. v.l.) wird von den anderen "Desperate Housewives" getröstet.

Marcia Cross (Bree Van de Kamp): Ich werde wohl ein paar Tränchen kullern lassen. Dann: Ausschlafen! Und dann endlich mal wieder spontan Freunde treffen!

Felicity Huffman: Das Ganze fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Begräbnis zu Lebzeiten: "Wie schade, dass du bald weg bist! Was werden wir dich vermissen!" (Zu Marc Cherry:) Tut's dir auch leid?

Marc Cherry: Ich blicke mit Freude zurück auf meinen Aufstieg vom Loser, der bei Mutti lebte und kein Script verkauft kriegte, zum Superstar unter den Drehbuchautoren. Und auf die 25 Kilo, die ich währenddessen abgenommen habe. Vielen Dank!

Das Interview führte Nina Rehfeld

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
1. Oooooohhhhh!
Ippokratis 13.05.2012
Diese Serie hat einen unglaublich großen Anklang bei den großen Mädchen gefunden. Diese Tatsache ist eine viel größere Beleidigung für das weibliche Geschlecht, als sich z.B. ein Mario Barth je hätte ausdenken können ... ;-)
Diese Serie hat einen unglaublich großen Anklang bei den großen Mädchen gefunden. Diese Tatsache ist eine viel größere Beleidigung für das weibliche Geschlecht, als sich z.B. ein Mario Barth je hätte ausdenken können ... ;-)
2.
DJ Doena 13.05.2012
Naja, als ob "wir Männer" immer so viel intelligenteres Zeug gucken würden. Wenigstens ist DH eine fiktionale Serie, ausgedacht von Autoren und wird auch so verkauft. Nicht so ein Scripted-Reality-Mist wie er [...]
Zitat von IppokratisDiese Serie hat einen unglaublich großen Anklang bei den großen Mädchen gefunden. Diese Tatsache ist eine viel größere Beleidigung für das weibliche Geschlecht, als sich z.B. ein Mario Barth je hätte ausdenken können ... ;-)
Naja, als ob "wir Männer" immer so viel intelligenteres Zeug gucken würden. Wenigstens ist DH eine fiktionale Serie, ausgedacht von Autoren und wird auch so verkauft. Nicht so ein Scripted-Reality-Mist wie er seit Jahren massenhaft billig hergestellt und trotzdem geguckt wird.
3.
homeuser 13.05.2012
Scripted-Reality-Mist wird übrigens auch primär (aber sicher nicht ausschließlich) von Frauen geguckt ;-)
Zitat von DJ DoenaNicht so ein Scripted-Reality-Mist wie er seit Jahren massenhaft billig hergestellt und trotzdem geguckt wird.
Scripted-Reality-Mist wird übrigens auch primär (aber sicher nicht ausschließlich) von Frauen geguckt ;-)
4. Housewives
flieder2 13.05.2012
Comedy ist Satire und ich mag Menschen, die sich selbst auf die Schippe nehmen oder eben ihre Geschlechtsgenossinnen. Es gab Folgen, da habe ich Traenen gelacht. Ich konnte mich ein klein wenig mit jeder der Darstellerinnen [...]
Comedy ist Satire und ich mag Menschen, die sich selbst auf die Schippe nehmen oder eben ihre Geschlechtsgenossinnen. Es gab Folgen, da habe ich Traenen gelacht. Ich konnte mich ein klein wenig mit jeder der Darstellerinnen identifizieren loder ihre bestimmte Haltung nachvollziehen. Ich fand die Serie total witzig. Natuerlich wurden die Damen uebertrieben dargestellt - ich kenne niemanden, der in der Realitaet so ist. Und manchmal dachte ich - ja- schmeiss deine gute Kinderstube in die Ecke und sage so klar deine Meinung. Ich denke nicht, das die Serie der Emanzipation oder der Frauenbewgung geschadet hat. Alle 4 oder 5 (mit Edy) waren Individualismen und haben extreme Frauencharaktere dargestellt. Und? maenner schauen Wrestling, Boxen, Formel1? Sind diese Sportler im Privatleben Raser oder Draufhauer? Denke nicht! Sie spielen Rollen! Desperate Housewives war tolle Unterhaltung, ich werde die Serie vermissen.
5.
saarstudentin 13.05.2012
Ich mochte die Serie sehr und bin total aufs Finale gespannt. Die 8. Staffel hat leider ziemlich abgebaut, ich mochte den ganzen Plot nicht (will aber nicht spoilern). Warum die Serie immer in Verbindung mit Frauenthemen [...]
Zitat von sysopLicht aus in der Wisteria Lane: Am Sonntag läuft in den USA die letzte Folge der "Desperate Housewives". Im gemeinsamen Interview sprechen Eva Longoria, Felicity Huffman, Teri Hatcher und die anderen Stars der Hit-Serie über acht aufregende Staffeln - und deren Folgen aufs Körpergewicht. Desperate Housewives: Eva Longoria und Teri Hatcher über das Finale - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,832386,00.html)
Ich mochte die Serie sehr und bin total aufs Finale gespannt. Die 8. Staffel hat leider ziemlich abgebaut, ich mochte den ganzen Plot nicht (will aber nicht spoilern). Warum die Serie immer in Verbindung mit Frauenthemen genannt wird, muss wohl das Geheimnis bleiben...

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