20.05.2012
Sonntagskrimi
Der neue "Polizeiruf" im Schnellcheck
Zeigen die Ermittler richtigen Einsatz?
Und wie: Die Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler) bereiten eine Überraschungsparty für die junge Kollegin Lindner (Isabell Gerschke) vor, samt Torte und italienischem Buffet. Für den Fall ist der Elan dann verpufft: Beim Ermitteln in der Hausbesetzerszene blaffen die beiden missliebige Punks an statt echten Spuren und Hinweisen zu folgen. Schwamm drüber, noch eine Folge, dann geht es für Schmücke und Schneider in Rente.
Wie blutig ist die neue Folge?
Überhaupt nicht. Statt Kunstblut zu verspritzen sprühte man hier lieber ordentlich Farben in die Haare der Hausbesetzer-Punks. So also stellt sich der MDR linksradikalen Widerstand vor: Occupy als Kinderfasching.
Wie steht's um die Komik?
Zwei Polizisten sind im Laufe der Geschichte tot. Die sonst betont drolligen Cop-Oldies Schmücke und Schneider geben sich deshalb betont grimmig. Nicht schlimm, ihre Witze zündeten sowieso nie.
Kann man die Geschichte glauben?
Nein, das Prinzip Zufall wird in Halle wieder überstrapaziert. Am Ende nimmt der Krimi zwar unerwartet melodramatisch an Fahrt auf, aber da will man längst nichts mehr glauben.
Bester Dialog?
Sorry, kein guter Dialog in Sicht weit und breit. Kostprobe? Bitte: "Sie sind ein billiger Handlanger kapitalistischer Unterdrücker", sagt einer der Hausbesetzer zu Kommissar Schneider. Erwidert der ganz pfiffig: "Erstens bin ich nicht billig, und zweitens sind Sie viel zu jung, um zu wissen, was Unterdrückung bedeutet."
Lohnt das Einschalten?
Nein. Einmal noch das "Polizeiruf"-Ermittlerduo Schmücke und Schneider aus Halle ignorieren. Und dafür bei der Abschiedsfolge im Herbst zum großen Zapfenstreich antreten.
Und wenn ich mehr über diesen "Polizeiruf" wissen will?
Dann lesen Sie bitte hier weiter!
"Polizeiruf 110: Bullenklatschen", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
cbu

