02.12.2012
Sonntagskrimi
Der neue "Tatort" im Schnellcheck
Zeigen die Ermittler richtigen Einsatz?
Machen die Leipziger nie, die laufen immer auf Vollautomatik. Verständlich, wenn die Hauptdarsteller über den dramaturgischen Murks nachdächten, würden sie wahrscheinlich schreiend vom Set rennen. Diesmal staksen Kommissarin Saalfeld (Simone Thomalla) und Kollege Andreas Keppler (Martin Wuttke) durch ein Szenario um Jugendgewalt und Amtsmissbrauch.
Wie blutig ist die neue Folge?
Ziemlich. Der Schauspieler Stefan Kurt läuft als Opfer eines Gewaltausbruchs in der Leipziger Straßenbahn mit schwarzen Schorfwucherungen im Gesicht herum. Ansonsten wird hier in jeder Szene mit Fäusten und Schusswaffen rumgewedelt. Nicht immer ist die Motivation dafür ganz klar.
Kann man die Geschichte glauben?
Nein. Die reale Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln wird mit einem unausgegorenen Vater-Sohn-Drama verquickt.
Beste Auftritte?
Nichts oberhalb des "Tatort"-Mittelmaßes auszumachen.
Wie steht's mit der Komik?
Eine Szene, die in einer Problemfamilie spielt, erinnert an die "Switch Reloaded"-Parodien von RTL-Doku-Soaps aus dem Hartz-IV-Milieu. Es ist allerdings nicht anzunehmen, dass die "Tatort"-Macher diese als satirisch verstanden wissen wollen.
Lohnt das Einschalten?
Nein.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
"Tatort: Todesschütze", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den Tatort und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.
cbu

