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Kultur

TV-Pannenserie

Sieht bei Arte eigentlich niemand Arte?

Fernsehen? Wir gehen lieber ins Kino. Das dachten sich offenbar die verantwortlichen Mitarbeiter des deutsch-französischen TV-Senders Arte am Dienstagabend. Eine fatale Idee. Denn im Programm lief alles schief, ausgerechnet bei einer Doku über die NS-Besatzung Frankreichs.

AFP

TV-Publikum: Der Sender Arte lässt die Zuschauer über Pannen im Programm im Dunkeln

Mittwoch, 05.12.2012   10:33 Uhr

Straßburg/Hamburg - Peinliche Panne im Abendprogramm von Arte: Eine zweiteilige Dokumentation über die deutsche Besatzung in Frankreich ist am Dienstag mitten während der Ausstrahlung mehrfach abgebrochen. Hinweise im Anschluss? Fehlanzeige. Kein Verantwortlicher scheint den Fehler bemerkt zu haben. Der absurde Grund: Offenbar waren verantwortliche Mitarbeiter des Senders im Kino.

Besonders pikant: Der deutsch-französische Prestigesender patzt bei einem der wichtigsten deutsch-französischen Themen überhaupt - der Okkupation. In dem Dokumentarfilm "Frankreich und die deutsche Besatzungszeit", den Arte um 20.15 Uhr auf dem Hauptsendeplatz gezeigt hat, lief einfach alles schief.

Der erste Teil der Sendung geht noch wie erwartet um kurz nach 21 Uhr zu Ende. Teil zwei wird angekündigt, in dem auch die Rolle der SS in Frankreich beleuchtet wird. Doch ausgerechnet während der Aufnahmen, die die Erschießung einer französischen Geisel zeigen, bricht die Dokumentation ab - und springt mitten in den ersten Teil zurück. Niemand erklärt den Fehler. Keiner moderiert die Panne. Verwirrt reibt sich der Zuschauer auf dem Sofa die Augen.

Gegen 22 Uhr läuft Teil zwei erneut an. Endlich. Doch nur für kurze Zeit: Etwa zehn Minuten nach Start präsentiert Arte plötzlich den Politiker Daniel Cohn-Bendit im EU-Parlament - aber auch diese Folgesendung, die im Programm steht, beginnt mitten im Film. Keine Anmoderation, keine Abmoderation. Sieht denn bei Arte niemand Arte?

Beim Sender war am Mittwochmorgen zunächst niemand für eine konkrete Stellungnahme erreichbar. In der Presseabteilung hieß es vorerst nur: "Anscheinend gab es ein Problem." Eine Begründung sollte per E-Mail folgen.

Der Sender entschuldigt sich

Informationen von SPIEGEL ONLINE zufolge hat die Programmpanne eine sonderbare Ursache: Viele Arte-Mitarbeiter - offenbar auch die verantwortliche Belegschaft - haben sich die Preview eines neuen 3-D-Dokumentarfilms über das "Straßburger Münster" angesehen. Sogar Kollegen aus dem Hauptschaltraum waren im Kino.

Inzwischen hat sich der Kulturkanal für die Pannenserie entschuldigt. Die Ursache dafür sei ein Stromausfall gewesen, auch das Notstromaggregat sei ausgefallen, hieß es.

Eine Arte-Sprecherin dementierte jedoch, dass verantwortliche Mitarbeiter im Kino saßen, während es zu der Pannenserie kam, wie es SPIEGEL ONLINE berichtet worden war. Intern wird allerdings diskutiert, warum im Hauptschaltraum niemand die Probleme bemerkte und wo die Verantwortlichen tatsächlich waren, die während der rund zwei Stunden dauernden Pannenserie hätten eingreifen können.

bos/mit Material von dpa

insgesamt 274 Beiträge
Andr.e 05.12.2012
1. Lieber SPON
(Journalistisch) perfektes Artikel-Finish...
Zitat von sysopAFPFernsehen? Wir gehen lieber ins Kino. Eigentlich eine schöne Idee - für die verantwortlichen Mitarbeiter des TV-Senders Arte aber fatal. Vor allem wenn im Programm alles schief läuft. Und das ausgerechnet bei einer Doku über die deutsche Besatzung Frankreichs. http://www.spiegel.de/kultur/tv/tv-panne-bei-arte-a-871044.html
(Journalistisch) perfektes Artikel-Finish...
kdshp 05.12.2012
2. Gez
WER sieht sonst arte? DAS ganze zeigt doch das mit dem geld der gebührenzahler (7mrd pa) schludrig umgegangen wird UND es nicht mehr um eine GRUND-versorgung geht. HIER müßte reformiert werden und die öffentlich rechtlichen TV [...]
WER sieht sonst arte? DAS ganze zeigt doch das mit dem geld der gebührenzahler (7mrd pa) schludrig umgegangen wird UND es nicht mehr um eine GRUND-versorgung geht. HIER müßte reformiert werden und die öffentlich rechtlichen TV anstallten auf das gestutzt werden wozu sie gedacht sind. DA würden 2-3 euro im monat an gebühren vollkommen ausreichen!
deus-Lo-vult 05.12.2012
3. ...
Na und? Sind doch nur Steuergelder, respektive GEZ Gebühren, mit welchen fahrlässig umgegangen wird. Wen interessierts?
Zitat von sysopAFPFernsehen? Wir gehen lieber ins Kino. Eigentlich eine schöne Idee - für die verantwortlichen Mitarbeiter des TV-Senders Arte aber fatal. Vor allem wenn im Programm alles schief läuft. Und das ausgerechnet bei einer Doku über die deutsche Besatzung Frankreichs. http://www.spiegel.de/kultur/tv/tv-panne-bei-arte-a-871044.html
Na und? Sind doch nur Steuergelder, respektive GEZ Gebühren, mit welchen fahrlässig umgegangen wird. Wen interessierts?
betasheet 05.12.2012
4.
Alle paar Jahre läuft bei Arte mal eine gute Doku, aber ansonsten ist der Sender sowieso nicht zu gebrauchen.
Zitat von sysopAFPFernsehen? Wir gehen lieber ins Kino. Eigentlich eine schöne Idee - für die verantwortlichen Mitarbeiter des TV-Senders Arte aber fatal. Vor allem wenn im Programm alles schief läuft. Und das ausgerechnet bei einer Doku über die deutsche Besatzung Frankreichs. http://www.spiegel.de/kultur/tv/tv-panne-bei-arte-a-871044.html
Alle paar Jahre läuft bei Arte mal eine gute Doku, aber ansonsten ist der Sender sowieso nicht zu gebrauchen.
spiegelwelt 05.12.2012
5. Hehe
Das mache ich auch oft so. Schalte ARTE ein, drehe die Lautstärke hoch, so dass der Nachbar hört, dass ich ein ARTE-Zuschauer bin und ich gehe derweil in Kino.
Das mache ich auch oft so. Schalte ARTE ein, drehe die Lautstärke hoch, so dass der Nachbar hört, dass ich ein ARTE-Zuschauer bin und ich gehe derweil in Kino.

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