30.12.2012
Sonntagskrimi
Der neue "Tatort" im Schnellcheck
Zeigen die Kommissare den richtigen Einsatz?
Einsatz? Die Münchner? A geh. Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) sind bei Schnitzel und Weißbier viel zu sehr damit beschäftigt, ihren neuen Assistenten Gisbert Engelhardt (Fabian Hinrichs) zu mobben. Der geht dafür tatsächlich bis an die Schmerzgrenzen - von allen Beteiligten. Und als Batic und Leitmayr endlich die Qualitäten des leicht irre wirkenden Neuen erkennen, ist es zu spät. Ein Mord reißt das Trio auseinander...
Wie blutig ist die neue Folge?
Nicht sehr. Der Schrecken kommt in diesem "Tatort" um die rituelle Tötung einer Schülerin eher suggestiv daher. Perfide: Die Sonne brennt über Bayern, die Vögel zwitschern, alles scheint so friedlich. Pure Illusion.
Kann man die Geschichte glauben?
Ja, das eigentliche Verbrechen tritt zwar in den Hintergrund, die kriminalistische Arbeit wirkt aber detailgenau und überzeugend.
Bester Auftritt?
Fabian Hinrichs als Möchtegern-Cop Gisbert Engelhardt. Nachts stürzt er sich in abstruse technische Frickeleien, tagsüber verstört er Zeugen mit seiner aggressiven Fragetechnik. Ein Mann, der Angst macht. Ein Mann, den man streicheln möchte. Hinrichs macht den Sidekick zum Star.
Wie steht's mit der Komik?
Prächtig. Ebenfalls dank Hinrichs. Drollig, wie sein Gisbert mit aktivierter Kindersicherung auf der Rückbank des Ermittler-Fahrzeugs zurückgelassen wird, nachdem er mal wieder alle genervt hat.
Lohnt das Einschalten?
Ja. Kein großartiges Täterrätsel, aber eine wunderbare Hommage an eine Krimi-Figur, die man sonst im "Tatort" kaum bemerkt: den Assistenten.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
"Tatort: Der tiefe Schlaf", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Unser Kollege Christoph Sydow guckt heute für SPIEGEL ONLINE den "Tatort" und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.
cbu

