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06.01.2013
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ARD-Sonntagskrimi

Der neue "Tatort" im Schnellcheck

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rbb

Welche Drogen haben die Kommissare mutmaßlich eingeworfen, und welcher Auftritt schläfert besonders schnell ein? SPIEGEL ONLINE liefert die Fakten zum ARD-Sonntagskrimi. Im Berliner "Tatort" schleichen die Ermittler diesmal durch einen Entführungsfall. Warnung: nicht einschalten!

Zeigen die Kommissare den richtigen Einsatz?

Oje, was ist bloß mit den Berlinern los? Kommissar Stark (Boris Aljinovic) schläft beinahe im Stehen ein, Kollege Ritter (Dominic Raacke) spricht wie auf Valium. Und zwar immer das Gleiche. Klar, das soll zeigen, wie zermürbend der Entführungsfall ist, der die beiden in dieser Episode beschäftigt. Als Zuschauer schnarcht man bei der sich endlos dahinziehenden Handlung aber leider auch schnell weg.

Wie blutig ist die neue Folge?

Gar nicht blutig. Trotzdem Hardcore. Nur was für extrem hartgesottene Fernsehcouchkriminologen, die auch brutal zähe Verhörtechniken aushalten. Dieser "Tatort" erinnert sogar an schlechtere "Derrick"-Folgen. Täuschen wir uns, oder sieht die Banker-Villa in Berlin-Grunewald aus wie eine Banker-Villa in München-Grünwald?

Kann man die Geschichte glauben?

Nein. Was als normaler Entführungsfall beginnt, wird zur abstrusen Rachegeschichte an einem Banker. Der Kidnapper will offenbar Genugtuung für faule Kredite, im Laufe der Verhöre erschließt sich aber keineswegs der tiefere Sinn seines Handelns.

Bester Auftritt?

Sorry, es gibt in diesem "Tatort" keinen guten Auftritt. Als ob die Dreharbeiten unter einem Fluch gestanden hätten, kapituliert sogar der Großschauspieler Edgar Selge irgendwann. Er spielt den Entführer, vermag ihm aber keine Kontur zu verleihen. Besonders tragisch, da Selge hier mit Jakob Walser vor der Kamera steht, seinem Sohn aus der Ehe mit der Schauspielerin Franziska Walser, der Tochter des berühmten Schriftstellers.

Wie steht's mit der Komik?

Keine Komik, nicht im Ansatz.

Lohnt das Einschalten?

Nein. Erstmals sprechen wir eine explizite Warnung aus. Eine Hühnerbrühe und früh ins Bett - das wäre eine aufregendere Abendgestaltung.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Machtlos", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den "Tatort" und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.

cbu

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 82 Beiträge
1. Aus anderer Perspektive!
keyjay 06.01.2013
... Hier ist dem Team ein Meisterstück gelungen. Kammerspielartig, quälend intensiv strukturiert, entfaltet sich allmählich die politische Dimension des exzellent konzipierten Dramas..." - Kritik von "TV [...]
Zitat von sysopWelche Drogen haben die Kommissare mutmaßlich eingeworfen, und welcher Auftritt schläfert besonders schnell ein? SPIEGEL ONLINE liefert die Fakten zum ARD-Sonntagskrimi. Im Berliner "Tatort" schleichen die Ermittler diesmal durch einen Entführungsfall. Warnung: nicht einschalten! Der neue "Tatort" aus Berlin im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/der-neue-tatort-aus-berlin-im-schnellcheck-a-875457.html)
... Hier ist dem Team ein Meisterstück gelungen. Kammerspielartig, quälend intensiv strukturiert, entfaltet sich allmählich die politische Dimension des exzellent konzipierten Dramas..." - Kritik von "TV Today". Ich freue mich jedenfalls auf den Tatort. Schönen Abend!
2. Tendenziös
Rinus1 06.01.2013
Der tendenziöse Ton mit dem hier Fernsehschaffen beurteilt wird ist ärgerlich und boulevardesk! Würde sich der Herr Autor doch lieber mal mit der zeitgleich gesendeten Adlon Saga kritisch auseinandersetzen! Ich bin froh, dass es [...]
Der tendenziöse Ton mit dem hier Fernsehschaffen beurteilt wird ist ärgerlich und boulevardesk! Würde sich der Herr Autor doch lieber mal mit der zeitgleich gesendeten Adlon Saga kritisch auseinandersetzen! Ich bin froh, dass es in den Printmedien noch Feuilletons gibt, die ernstzunehmen sind!
3. Warum nicht einfach ignorieren?
Karbonator 06.01.2013
Ich frage mich ja, wie wir früher das Fernsehprogramm überleben konnten, als nicht jede Sendung vor, während und nach der Ausstrahlung auf SPON (und vergleichbar großen Nachrichtenportalen) begleitet wurde. Es kommt jede Woche [...]
Ich frage mich ja, wie wir früher das Fernsehprogramm überleben konnten, als nicht jede Sendung vor, während und nach der Ausstrahlung auf SPON (und vergleichbar großen Nachrichtenportalen) begleitet wurde. Es kommt jede Woche ein Tatort... ich frage mich, ob es wirklich viele Leute gibt, die einen Tatort anschauen oder eben nicht anschauen, weil der entsprechende Tip hier gegeben wird. Vermutlich weniger... also warum dann solche relativ unnötigen Beiträge? Kramt doch stattdessen etwas aus dem Fernsehprogramm heraus, von dem nicht sowieso schon jeder weiß. Was weiß ich, vielleicht irgendeine tolle Doku auf ServusTV oder einen Bericht auf N24 oder irgendwas. Wäre immer noch besser als jede Woche Artikel über den Tatort rauszuhauen, die bei den meisten eh keinerleie Wirkung erzielen (und wenn, dann wohl meistens die gegenteilige).
4. Kann es so schlimm sein
spon-facebook-10000172069 06.01.2013
Angesichts der Unbegeisterung ist das Risiko wohl zu groß - also lieber das Alternativprogramm und dann eine vorsichtige Preview auf fernsehstrom.de oder in der Mediathek - da geht dann nichts verloren.
Angesichts der Unbegeisterung ist das Risiko wohl zu groß - also lieber das Alternativprogramm und dann eine vorsichtige Preview auf fernsehstrom.de oder in der Mediathek - da geht dann nichts verloren.
5.
bramsel 06.01.2013
Eine schlechte Kritik von SPON? Dann muss der Tatort also sehr gut sein, den werde ich mir ansehen. Danke für die Empfehlung!
Eine schlechte Kritik von SPON? Dann muss der Tatort also sehr gut sein, den werde ich mir ansehen. Danke für die Empfehlung!

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