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Kultur

Nach Schwächeanfall bei "Tagesschau"

Sendepause für Jan Hofer

Vorerst keine "Tagesschau" mit Jan Hofer: Nachdem der Chefsprecher während der Nachrichtensendung einen Schwächeanfall erlitt, hat ARD-Chefredakteur Kai Gniffke mitgeteilt, wie es um Hofer steht.

DPA

Jan Hofer

Freitag, 15.03.2019   16:15 Uhr

"Tagesschau"-Chefsprecher Jan Hofer wird zunächst nicht mehr in den ARD-Hauptnachrichten zu sehen sein. Nachdem die 20-Uhr-Ausgabe der Nachrichtensendung am Donnerstag wegen gesundheitlicher Probleme Hofers abgebrochen werden musste, legt er laut ARD-Chefredakteur Kai Gniffke erst einmal eine Pause ein.

"Heute geht es ihm wieder deutlich besser", erklärte Gniffke am Freitag im "Tagesschau"-Blog. "Jetzt kuriert er sich erstmal aus. (...) Das muss man ihm nicht erst sagen. Er ist ein Vollprofi und hat selbst den absoluten Perfektionsanspruch."

Hofer ist seit 1986 "Tagesschau"-Sprecher, seit Oktober 2004 Chefsprecher. Bis zu seiner Rückkehr werden die Sendungen auf das Sprecher-Kollegium verteilt. Ursprünglich hätte er am Freitagabend wieder die 20-Uhr-Tagesschau präsentieren sollen. Für ihn wird dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) zufolge Susanne Daubner einspringen.

Hofer hatte bei der Live-Ausstrahlung der Nachrichtensendung mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Zunehmende Versprecher, immer stärker werdendes Nuscheln und ein am Ende wie gelähmt am Moderationstisch stehender und in die Ferne starrender Sprecher - viele Zuschauer sorgten sich in den sozialen Netzwerken um ihn.

Schon wenig später gab Hofer selbst auf Twitter Entwarnung. Beim Check im Krankenhaus seien keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden. "Ich nehme an, dass ich ein Medikament nicht vertrage, das ich seit heute wegen einer verschleppten Grippe nehmen muss", schrieb er kurz danach auf Twitter.

Der Grund für das Unwohlsein während der Sendung war Gniffke zufolge eine offenbar verschleppte Infektion, die Hofer sich vor wenigen Wochen zu Beginn seines Urlaubs zugezogen hatte. In Deutschland sei er deshalb auch behandelt worden und die Werte hätten sich daraufhin gebessert. Schließlich aber hätten die Medikamente nicht so gewirkt wie erwartet, weshalb sich die Entzündung wieder zurück gemeldet habe. Deshalb sei während der Sendung Hofers Kreislauf abgesackt.

Für solche Fälle existiert ein Krisenszenario: Es springen Kollegen ein oder Sprecher verlesen die Texte aus dem Off und es werden nur die Bilder und Videos dazu abgespielt. Dass die Kamera trotzdem so lang auf dem sich sichtlich unwohl fühlenden Hofer gerichtet blieb, erklärte Gniffke so: "Zunächst gingen alle davon aus, dass Jan Hofer noch "ins Ziel" kommt." Als klar wurde, dass eine Verabschiedung keinen Sinn mehr machen würde, sollte ein kürzerer Abspann eingesetzt werden. "Dies misslang, so dass weder der normale noch der kurze Abspann abfuhren und das Bild lange, zu lange stehen blieb."

Schon im November 2016 hatte Hofer eine Moderation der "Tagesthemen" aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, damals hatte er ein Magen-Darm-Virus.

hpi/dpa

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