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Kultur

Netflix-Serie "Stranger Things"

Alles nur geklaut?

"Stranger Things" ist die heißeste Netflix-Serie. Das zeigen die satten Gehaltserhöhungen für die Darsteller - und ein Gerichtsverfahren wegen Ideendiebstahls.

imago/ Cinema Publishers Collecti

Die "Stranger Things"-Hauptdarsteller

Mittwoch, 04.04.2018   11:52 Uhr

Wollte man hämisch sein, ließe sich durchaus behaupten, dass die Netflix-Serie "Stranger Things" aus lauter "geliehenen" Ideen besteht. Schließlich spielt der Streaming-Hit nicht nur in den Achtzigerjahren, er ist auch eine Hommage an die Zeit und ihre Künstler, an Stephen King, Steven Spielberg und Wes Craven.

Jetzt aber behauptet ein Filmemacher namens Charlie Kessler, die "Stranger Things"-Macher Matt und Ross Duffer hätten auch die Idee zu der Geschichte von ihm gestohlen. Das meldet der "Hollywood Reporter". Sein Anwalt reichte Klage wegen Verletzung eines stillschweigenden Vertrags ein.

Bei einer Party während des Tribeca-Filmfestivals in New York habe Kessler den Duffers im Jahr 2014 von einem Konzept für eine Science-Fiction-Geschichte erzählt, die in der Nähe eines verlassenen Militärkomplexes spielen sollte. Auf dieser Idee basiere auch sein eigener Kurzfilm "Montauk". Von diesem und seinem Drehbuch für eine geplante Langfilm-Version "The Montauk Project" hätten die Duffer-Brüder abgekupfert.

Getty Images

"Stranger Things"-Macher Matt und Ross Duffer

Nun ist es in Hollywood an der Tagesordnung, dass die Macher erfolgreicher Filme und Serien wegen angeblichen Ideenklaus verklagt werden. Von "Fluch der Karibik" bis "Alles steht Kopf" - immer wieder ziehen Drehbuchautoren vor Gericht, weil ihre Storys oder Teile davon von Studios verwendet worden sein sollen, ohne dafür zu bezahlen oder zumindest die wahren Urheber zu nennen.

Selten haben diese Verfahren für die Kläger Aussicht auf Erfolg, weil es sehr schwer nachzuweisen ist, woher eine Idee für ein Drehbuch tatsächlich stammt, und oft viele verschiedene Kreative über einen langen Zeitraum involviert sind. Ganz zu schweigen davon, dass große Studios oder Produktionsfirmen über gute Anwälte und viel Geld verfügen und vor Gericht einen langen Atem haben.

In Kesslers Fall darf man schon die Frage stellen, warum er jetzt erst ein Verfahren anstrengt. Schließlich liegt die Premiere von "Stranger Things" schon zwei Jahre zurück. Der Verdacht drängt sich auf, sein plötzlicher Vorwurf könnte mit dem ungeahnten Erfolg der Serie zu tun haben.

Denn "Stranger Things" ist mittlerweile zum neuen Aushängeschild von Netflix geworden. Der Konzern gibt traditionell keine Zugriffszahlen bekannt, aber es ist kein Geheimnis, dass die Show zu seinen am meisten gesehenen gehört. Netflix hat inzwischen sogar Lizenz-Deals mit Modelabels wie Hybrid Angel und Hot Topic abgeschlossen.

Und das Geschäft brummt weiter, die dritte Staffel geht am 23. April in Produktion. Vorher berichteten US-Medien ausführlich über satte Gehaltserhöhungen für die Darsteller der Serie. Vor allem die jugendlichen Schauspieler sollen erfolgreich verhandelt haben und für die neue Staffel das - festhalten - Zwölffache ihrer bisherigen Gage bekommen.

Finn Wolfhard, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin und Noah Schnapp verdienten in den ersten beiden Staffeln um die 20.000 Dollar pro Folge - jetzt sollen es mindestens 250.000 Dollar sein. Auch die erwachsenen Hauptdarsteller Winona Ryder und David Harbour gingen bei der Gehaltsrunde nicht leer aus: Sie bekommen ab Staffel Drei jeweils 350.000 Dollar, mehr als doppelt so viel wie zuvor.

Dass auch Charlie Kessler ein Stück von dem Kuchen abbekommt, dürfte dagegen unwahrscheinlich sein.

kae

insgesamt 9 Beiträge
PremiumB 04.04.2018
1. Also na ja,
ich verstehe den Hype um diese Serie nicht. Sie ist ja ganz nett, so die Kategorie "Kann man gucken". Aber sie macht auch einen eher billigen Eindruck. Die Darsteller sind durchaus o.k., aber die Story eher dünn. [...]
ich verstehe den Hype um diese Serie nicht. Sie ist ja ganz nett, so die Kategorie "Kann man gucken". Aber sie macht auch einen eher billigen Eindruck. Die Darsteller sind durchaus o.k., aber die Story eher dünn. Vielleicht sollte man der Parallelwelt mehr Aufmerksamkeit widmen. Etwas mehr Tricktechnik und vor allem storymäßig mehr Fleisch. Aber ist nur meine Meinung.
palerider78 04.04.2018
2. Just for fun
ST macht in erster Linie Dank der Retrospektive auf die 80er und den liebevollen Charakteren Spass. Es muss nicht immer alles bis ins Mark durchdacht sein - dafür gibt's dann DARK.
ST macht in erster Linie Dank der Retrospektive auf die 80er und den liebevollen Charakteren Spass. Es muss nicht immer alles bis ins Mark durchdacht sein - dafür gibt's dann DARK.
benmartin70 04.04.2018
3.
Genau Dark hat nichts davon, keine liebevollen Charaktere, furchtbare Optik, fürchterliche Musik und reizt null zum weiterschauen. Alles richtig gemacht ....
Zitat von palerider78ST macht in erster Linie Dank der Retrospektive auf die 80er und den liebevollen Charakteren Spass. Es muss nicht immer alles bis ins Mark durchdacht sein - dafür gibt's dann DARK.
Genau Dark hat nichts davon, keine liebevollen Charaktere, furchtbare Optik, fürchterliche Musik und reizt null zum weiterschauen. Alles richtig gemacht ....
bakero 04.04.2018
4.
Die Serie spielt in den 80ern. So gesehen sind die Effekte und Tricktechnik top ;)
Die Serie spielt in den 80ern. So gesehen sind die Effekte und Tricktechnik top ;)
palerider78 04.04.2018
5. @benmartin70
Ich wollte DARK gewiss nicht schlecht reden. Das ist eine hervorragende Serie. Das Konzept ist halt "ernster" und wegen der komplizierteren Zeitreise-Thematik verkopfter - was auch so sein muss und prima gelöst wurde.
Ich wollte DARK gewiss nicht schlecht reden. Das ist eine hervorragende Serie. Das Konzept ist halt "ernster" und wegen der komplizierteren Zeitreise-Thematik verkopfter - was auch so sein muss und prima gelöst wurde.

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