Schrift:
Ansicht Home:
Kultur

Konkurrenz für Netflix und Disney

Warner plant eigene Streamingplattform

Nach Disney kündigt nun auch Warner einen eigenen Dienst mit Streaming-Angeboten an. Der strategische Vorteil: Zum Konzern gehört der Pay-TV-Sender HBO, der Serienhits wie "Game of Thrones" produziert.

HBO/ Sky

Szene aus HBO-Hit "Game of Thrones"

Donnerstag, 11.10.2018   11:22 Uhr

Im Rennen um die Etablierung der nächsten Streamingplattform ist jetzt auch WarnerMedia eingestiegen: Wie das Branchenmagazin "Variety" berichtet, will das Medienunternehmen mit großem Etat ein eigenes Video-on-Demand-Portal gründen. An den Start soll es Ende 2019 gehen.

Wie WarnerMedia-CEO John Stankey erklärte, wolle man mit der neuen Plattform auch in Konkurrenz mit dem Streaming-Riesen Netflix treten. Dieser wird in diesem Jahr nach eigenen Angaben rund acht Milliarden Dollar für Eigenproduktionen ausgegeben haben. Eine Größenordnung, die laut Stankey auch der Warner-Streamingdienst anpeilt.

Trotzdem ist die angekündigte Neuaufstellung nicht nur eine Positionierung gegen Netflix, sondern auch eine gegen den direkten Konkurrenten Disney. Das Unternehmen hatte unlängst angekündigt, im Herbst 2019 mit einer eigenen VoD-Plattform an den Markt zu gehen. Dafür wollen die Disney-Manager viele Kassenhit-Titel, an denen sie die Rechte halten, als Serien-Reboots produzieren. Angedacht ist unter anderem eine zehnteilige "Star Wars"-Serie. Zu den Disney-Schätzen gehören unter anderem auch Marvel und Pixar.

Doch auch WarnerMedia hat gewaltige Ressourcen in der Hinterhand. Zum Konzern gehören die Kino-Superhelden von DC Comics, aber auch der Pay-TV-Sender HBO, der Serienhits wie "Game of Thrones" oder "Westworld" produziert. HBO soll deshalb Aushängeschild der neuen Warner-Plattform werden.

Die Ankündigungen der großen US-Medienkonzerne sind Teil eines Wettbewerbs, bei dem es darum geht, möglichst große, stabile Pflöcke in die Zukunftsbranche Streaming zu schlagen. Beobachter wie der deutsche Fernsehproduzent Nico Hofmann sehen die Entwicklung durchaus kritisch - auch deshalb, weil absehbar ist, dass am Ende dieses mit gewaltigen Investitionssummen ausgetragenen Verdrängungswettbewerbs schlagartig sehr viel weniger Geld für Serien da sein wird.

cbu

insgesamt 5 Beiträge
Falcon030 11.10.2018
1. Wer soll
... das bezahlen? Wenn jeder Streamingdienst mit einer Minimalforderung von nur 7 Euro an den Start ginge - und es wird wohl eher mehr werden-, dürfte man jeden Monat rund 30 Euro auf den Tisch legen, um wenigstens eine gewisse [...]
... das bezahlen? Wenn jeder Streamingdienst mit einer Minimalforderung von nur 7 Euro an den Start ginge - und es wird wohl eher mehr werden-, dürfte man jeden Monat rund 30 Euro auf den Tisch legen, um wenigstens eine gewisse Vielfalt zu bekommen (nur Disney oder Warner wäre ja auch mittelfristig eher langweilig). Und das wird vermutlich die Zahlungsbereitschaft (und das Budget) vieler potentieller Kunden eher nicht hergeben. Ich fürchte daher, die Streamingdienste kannibalisieren sich auf diese Weise selber.
TobiWahnKenobi 11.10.2018
2.
Dann zücke ich mal meine Bankkarte und werde Mitglied bei Amazon, Maxdome, Netflix, Sky, usw. Und weil ich gerne auch mal Fußball gucke, buche ich noch Eurosport und DAZN dazu. Auf Youtube kaufe ich mir die werbefreie [...]
Dann zücke ich mal meine Bankkarte und werde Mitglied bei Amazon, Maxdome, Netflix, Sky, usw. Und weil ich gerne auch mal Fußball gucke, buche ich noch Eurosport und DAZN dazu. Auf Youtube kaufe ich mir die werbefreie Mitgliedschaft, und Spotify brauche ich für die Musik. Ohne Internetzugang geht das natürlich alles nicht... Mal ehrlich: Wer soll oder will das alles bezahlen? Und wenn es 100 VoD-Plattformen gibt, dann wird es für mich eben wie vorm Fernseher: Ich kann halt nicht alles gucken! Muss ich aber auch nicht. Ich frage mich nur manchmal, bei all den Angeboten, ob die Anbieter sich das auch mal ausrechnen? Es gibt so viele Dienste & Angebote, meist für 10-15€ pro Monat...wäre ich überall dabei, ginge eine Menge Geld dafür drauf. Gut, dass ich so ein genügsamer Mensch bin...puh!
urbuerger 12.10.2018
3. Und wer verschläft diese ganze Sache wiedermal?
Good Old Germany, die kriegen aber garnichts mehr auf die Reihe! Wäre doch mal interessant, nach dem Deutschland den Run um die Suchmaschinen und alle anderen Sozial Media Produkte schon verschlafen hat, zu sehen, wie sie sich [...]
Good Old Germany, die kriegen aber garnichts mehr auf die Reihe! Wäre doch mal interessant, nach dem Deutschland den Run um die Suchmaschinen und alle anderen Sozial Media Produkte schon verschlafen hat, zu sehen, wie sie sich bei den Streaming Diensten anstellen! Teilweise ist es auch unserer Rückwärts gerichteten Politik zu verdanken, das jede Anstrengung in diese Richtungen verhindert wurden, durch unsägliche Regulierungen usw.! Alle Anstrengungen der Unternehmen deutsche Software zu etablieren sind bereits fehlgeschlagen, nur richtig erklären lässt sich das nicht! Es gab einmal eine Firma in München, von der habe ich eine Office Lösung aus Zeiten von Windows 3.11, die ich noch heute nutze. Das Office läuft tatsächlich auf PC und Laptop mit Win 7 und Win 10 sehr stabil und mit nur sehr wenigen abstrichen in den Applikationen und Feauture zur Filmbearbeitung, aber, wie gesagt, ich arbeite noch heute mit diesem rein deutschen Office Programm! Deshalb ist es mir aucch nicht verständlich, dass es so wenige deutsche Softwar zur privaten Nutzung gibt! Was es mal gab, war ausgereift und brauchbar! Hier müsste die Politik mehr zur Förderung der Innovationen tun!!!
sh.stefan.heitmann 12.10.2018
4.
Niemand soll das bezahlen, dann wird halt wieder kostenlos gestreamt und die Studios/Verbreiter/ETC haben sich ins eigene Fleisch geschossen.
Zitat von Falcon030... das bezahlen? Wenn jeder Streamingdienst mit einer Minimalforderung von nur 7 Euro an den Start ginge - und es wird wohl eher mehr werden-, dürfte man jeden Monat rund 30 Euro auf den Tisch legen, um wenigstens eine gewisse Vielfalt zu bekommen (nur Disney oder Warner wäre ja auch mittelfristig eher langweilig). Und das wird vermutlich die Zahlungsbereitschaft (und das Budget) vieler potentieller Kunden eher nicht hergeben. Ich fürchte daher, die Streamingdienste kannibalisieren sich auf diese Weise selber.
Niemand soll das bezahlen, dann wird halt wieder kostenlos gestreamt und die Studios/Verbreiter/ETC haben sich ins eigene Fleisch geschossen.
dondon 13.10.2018
5. Sky
Das könnte einen heftigen Stoß für Sky bedeuten. Denn soweit mir bekannt, gehören hbo und Disney bislang zu den Zugpferden im Sky- Stall. Zusammen mit der deutlich gestiegenen und günstigeren Konkurrenz und der zunehmenden [...]
Das könnte einen heftigen Stoß für Sky bedeuten. Denn soweit mir bekannt, gehören hbo und Disney bislang zu den Zugpferden im Sky- Stall. Zusammen mit der deutlich gestiegenen und günstigeren Konkurrenz und der zunehmenden Einschränkung der Fußballrechte, könnte es echt eng werden bei Sky.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP