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Leben und Lernen

Analphabeten

Mehr als jeder zehnte Berufstätige kann nicht richtig lesen

Zwölf Prozent der Berufstätigen scheitern schon an kurzen Texten. Wie kann man ihnen helfen? Bildungsministerin Wanka setzt auf Kurse am Arbeitsplatz.

imago/ Steinach

Wörterbuch (Symbolbild)

Freitag, 08.09.2017   10:56 Uhr

Betroffen sind vor allem Menschen, die einfachen Hilfstätigkeiten nachgehen: Zwölf Prozent der Berufstätigen in Deutschland können laut Bildungsministerium nicht richtig lesen und schreiben. Das zeigt eine Studie der Universität Hamburg, die Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zum Welttag der Alphabetisierung an diesem Freitag vorgelegt hat.

Dabei geht es um die sogenannten funktionalen Analphabeten. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, aber keine zusammenhängenden Texte verstehen, auch wenn sie kürzer sind. Das bedeutet, dass sie auch kurze Arbeitsanweisungen nicht lesen können.

Der Anteil funktionaler Analphabeten unter Hilfskräften beträgt laut der Studie sogar 27 Prozent. In einzelnen Branchen sei die Quote gar doppelt so hoch.

Wanka spricht sich für einen verstärkten Kampf gegen Lese- und Schreibschwäche aus. Diesen Kampf will sie vor allem in deutschen Unternehmen führen.

Dort sollen betriebliche Weiterbildungsangebote für Beschäftigte mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten weiterhelfen. Weil sich die Arbeitnehmer mit diesen Weiterbildungskursen für bessere Stellen qualifizieren könnten, erhöhe das die Motivation zum Lernen, so Wanka.

Allerdings muss es auch Angebote für Arbeitssuchende geben. Unter den Erwerbslosen liegt der Anteil von funktionalen Analphabeten bei 32 Prozent.

mamk/dpa

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