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Leben und Lernen

Bildungstest in den Bundesländern

Der Norden holt auf, Baden-Württemberg schmiert ab

Wie gut sind Neuntklässler in Deutsch und Englisch? Der Bildungstrend, eine große Studie zum Schulerfolg, zeigt: Schleswig-Holstein macht einen Sprung nach vorn, Baden-Württemberg fällt stark zurück.

DPA

Unterricht in Straubing

Freitag, 28.10.2016   12:19 Uhr

Spitzenreiter Bayern, Aufsteiger Schleswig-Holstein und Sachsen, Verlierer Baden-Württemberg, Schlusslichter Bremen und Berlin - so lassen sich die Ergebnisse eines Vergleichstests für die Schulfächer Deutsch und Englisch in der 9. Klasse zusammenfassen.

Die Kultusminister der Länder hatten den Test beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Auftrag gegeben. Der bundesweite Ländervergleich wurde erstmals 2008/2009 durchgeführt. Er ist seitdem praktisch das deutsche Pendant zur internationalen Pisa-Studie.

Was wurde getestet?

Diesmal ging es in allen 16 Ländern um Kompetenzen in Deutsch und Englisch. Nur in sechs Ländern - Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland - zusätzlich um Französisch. In den Fremdsprachen wurde Lesen und Zuhören getestet. In Deutsch wurden zudem die Rechtschreibkenntnisse untersucht. Grundlage sind die Bildungsstandards für die 9. Klasse, die die Kultusminister definieren.

In Französisch sollten die Schüler ihr Textverständnis zum Beispiel anhand einer SMS beweisen. Darin hieß es: "Sommes partis avec 1 heure de retard. 1 fille est arrivée à 9h. Sommes depuis 5 minutes en Allemagne." Die Schüler mussten auf Französisch ankreuzen, was richtig ist: a) die Austauschschüler kommen um neun Uhr, b) sie sind zu spät, oder c) sie kommen in fünf Minuten? Hier finden Sie die Lösung und weitere Beispielaufgaben.

Wer nahm teil?

Bei dem Test, der bereits im vergangenen Jahr durchgeführt wurde, machten laut dem IQB mehr als 37.000 Mädchen und Jungen der 9. Jahrgangsstufe aus mehr als 1700 Schulen mit. Die Schulen wurden nach einem Zufallsverfahren ermittelt, ebenfalls per Zufall wurde eine Teilnehmerklasse bestimmt.

Die wichtigsten Ergebnisse



Wie haben sich die Länder entwickelt?

Beim ersten Ländervergleich des IQB, der 2010 vorgestellt wurde, punktete besonders der Süden: Bayern war Spitzenreiter, gefolgt meist von Baden-Württemberg - die Position hat das Land verloren. Sachsen und Rheinland-Pfalz konnten sich ebenfalls in der Spitzengruppe platzieren; zum Teil galt dies auch für Hessen. Schlusslicht in fast allen Disziplinen war Bremen.

Bereits die erste Untersuchung bestätigte frühere Pisa-Befunde, nach denen die soziale Herkunft den Schulerfolg massiv beeinflusst. Auch aus dem aktuellen Bildungstrend geht hervor, dass die Chancen, ein Gymnasium zu besuchen, für Akademikerkinder höher sind als für gleich intelligente Facharbeiterkinder.

Positive Entwicklungen gibt es hier kaum: Einzig in Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern sei es gelungen, die soziale Ungleichheit in den Kompetenzbereichen Lesen und Rechtschreibung im Fach Deutsch zu reduzieren. In Brandenburg hingegen hat sich der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Leseverstehen im Fach Englisch verstärkt.

sun/dpa

insgesamt 115 Beiträge
kuschl 28.10.2016
1. Hatte jemand etwas anderes erwartet?
Da hilft kein populärer Ministerpräsident! Rotgrüner Filz breitet sich schnell aus und Bildungsideologen machen schneller kaputt als man je aufgebaut hat. Zunächst bekämpft man die Eliten und fördert nur das Mittelmaß und [...]
Da hilft kein populärer Ministerpräsident! Rotgrüner Filz breitet sich schnell aus und Bildungsideologen machen schneller kaputt als man je aufgebaut hat. Zunächst bekämpft man die Eliten und fördert nur das Mittelmaß und zum Schluss will man nicht wahr haben, daß man alles heruntergewirtschaftet hat.
scissor 28.10.2016
2. Testeritis
Wann hört denn diese überbordende Testeritis auf? Das ist ja Bulimieschule. Die Schüler sollten möglichst zu umfassend gebildeten Persönlichkeiten gebildet werden. Aber es soll ja nur Futter für die Verwertungsindustrie raus [...]
Wann hört denn diese überbordende Testeritis auf? Das ist ja Bulimieschule. Die Schüler sollten möglichst zu umfassend gebildeten Persönlichkeiten gebildet werden. Aber es soll ja nur Futter für die Verwertungsindustrie raus kommen, Menschen die möglichst nicht mehr nachfragen nach Sinn und Zweck. Deswegen auch diese Testeritis.
Genardo de Conti 28.10.2016
3. Frisierte Statistiken
Aus eigener Erfahrung ist mir bekannt, dass solche Statistiken nur so aussagekräftig sind wie sie unter gleichen Voraussetzungen in den einzelnen Bundesländern erstellt wurden. Wenn einzelne Bundesländer, wie dies für die [...]
Aus eigener Erfahrung ist mir bekannt, dass solche Statistiken nur so aussagekräftig sind wie sie unter gleichen Voraussetzungen in den einzelnen Bundesländern erstellt wurden. Wenn einzelne Bundesländer, wie dies für die Pisastudien beispielsweise in Österreich üblich ist, immer nur die Ergebnisse der besten Schüler einer Klasse oder einer Schule bewertet, sind die Ergebnisse wohl nur bedingt aussagekräftig.
kommentator911 28.10.2016
4. Schulsystem
Hier tritt genau das zutage, was ich schon vor 10 Jahren bei meiner Tochter beobachtet habe: Ein eigentlich einfaches Problem wird durch eine total verquere Frageformulierung, und im konkreten Fall durch abstruse [...]
Hier tritt genau das zutage, was ich schon vor 10 Jahren bei meiner Tochter beobachtet habe: Ein eigentlich einfaches Problem wird durch eine total verquere Frageformulierung, und im konkreten Fall durch abstruse Antwortmöglichkeiten (in denen es auf total unwichtige Kleinigkeiten und Interpretationen ankommt) so unnötig komplex gemacht, dass eine Lösung wesentlich mehr Zeit benötigt und auch sicher öfter falsch ist (obwohl der Schüler die Sätze selbständig absolut korrekt übersetzen könnte). Nicht jeder, der Französisch in der Schule hat, will später Übersetzer werden - zum Verständigen reicht es vollkommen aus, um was es in der SMS geht. Ich hatte 14 Punkte im Matheabi, hab aber bei jeder Textaufgabe meiner Tochter fast 10 min gebraucht, um zu verstehen, was überhaupt die Frage ist. Mit so einem Müll demotiviert man Schüler nur, statt ihnen etwas beizubringen.
jogi2001 28.10.2016
5. Baden-Württemberg
Man könnte jetzt darüber diskutieren, warum BW so abgerutscht ist .......
Man könnte jetzt darüber diskutieren, warum BW so abgerutscht ist .......
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