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Leben und Lernen

Kölner Abiturienten

Schüler starten Resolution gegen neuen "Abikrieg"

Keine Gewalt: Mit einer gemeinsamen Erklärung wollen Abiturienten von 14 Kölner Gymnasien einen neuen "Abikrieg" verhindern - der hatte im vergangenen Jahr zwei Schwerverletzte gefordert.

DPA

Abiturientin bei der Prüfung (Archiv)

Von
Freitag, 17.03.2017   14:44 Uhr

Randale, Polizei, Schwerverletzte: Vor einem Jahr geriet die letzte Schulwoche der Abiturienten in Köln völlig außer Kontrolle. In der sogenannten Mottowoche gab es nächtliche Straßenschlachten zwischen konkurrierenden Schulen, zwei Schüler des Humboldt-Gymnasiums erlitten durch Wurfgeschosse schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen und wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

"Das darf und wird sich in diesem Jahr auf keinen Fall wiederholen", sagt Emma Schnelting, eine der Schülersprecherinnen am Humboldt-Gymnasium, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, "der Abikrieg ist Vergangenheit." Am Freitag haben die aktuellen Kölner Abiturientenjahrgänge eine gemeinsame Resolution veröffentlicht.

"Wir möchten unsere neu errungene Freiheit feiern, aber auch Abschied nehmen von zwölf Jahren Schulzeit und acht Jahren Gymnasium", heißt es in der Erklärung. Mit Abiball und Abigag - und mit einer ganz besonderen letzten Schulwoche vor den Osterferien vom 3. bis zum 7. April, der Mottowoche.

Feiern ja - aber ohne Gewalt

"Dazu gehören für uns Verkleidungen, Musik hören, Tanzen und andere friedliche Aktivitäten", schreiben die Abiturienten: "Für uns bedeutet dies in keinster Weise, den Schulfrieden zu stören, Schaden zu erzeugen oder den Ruf unserer oder anderer Schulen zu gefährden. Hiermit möchten wir uns von allen gewalttätigen und Gewalt begünstigenden Aktivitäten distanzieren." Die Ausschreitungen im vergangenen Jahr würden verurteilt.

"Ich finde, das ist eine sehr gute und sehr reife Entscheidung der Schüler", sagt Harald Junge, Leiter des Humboldt-Gymnasiums. Nicht zuletzt deshalb sei die Erklärung auch auf den offiziellen Homepages der beteiligten Gymnasien veröffentlicht worden. Zusätzlich werde es in der kommenden Woche noch ein offizielles Gespräch mit Eltern, Schülern und der Polizei geben, um klar zu machen, wo die Grenzen der Feiern liegen.

Auch ein Polizeisprecher begrüßte die Resolution der Schüler. "Da stehen viele richtige Dinge drin, die uns zuversichtlich stimmen. Wir finden es gut, dass die neuen Abiturienten damit ihrer Verantwortung gerecht werden." Gleichwohl werde die Polizei in der letzten Schulwoche vor Ostern das Umfeld der Gymnasien mit besonderer Aufmerksamkeit beobachten. Im vergangenen Jahr war den Beamten zum Teil vorgeworfen worden, zu spät eingeschritten zu sein.

Vermeiden wollen alle Beteiligten auf jeden Fall, dass - wie im vergangenen Jahr - Nicht-Abiturienten die Feiern aufmischen. "Wir bitten darum, dass sich Außenstehende nicht unangemessen in unsere Abiturfeierlichkeiten einmischen", heißt es in der Resolution. Jahrgangsstufensprecherin Emma Schnelting sagt es noch deutlicher: "Wir werden keinen Grund oder Anlass geben, dass jemand Externes dazukommt."

insgesamt 3 Beiträge
robin_of_locksley1 17.03.2017
1. Reifezeugnis
Wer sich schlägt hat keine Reife. Muskeln können kein Hirn ersetzen.
Wer sich schlägt hat keine Reife. Muskeln können kein Hirn ersetzen.
bollocks1 18.03.2017
2. Ja nun
Lasst die Jungs sich doch noch mal richtig kloppen bevor der Ernst des Lebens beginnt. Wo ist das Problem? Immer schoen alles konform.
Lasst die Jungs sich doch noch mal richtig kloppen bevor der Ernst des Lebens beginnt. Wo ist das Problem? Immer schoen alles konform.
wahrscheinlichwahr3 19.03.2017
3. @bollocks2
Aha. Also fanden Sie das damals in Ordnung? Man kann auch anders feiern. Außerdem ist das Leben doch irgendwie immer gleich ernst, oder? Jeder Abschnitt bringt seine eigenen Probleme. Da muss man sich aber durch eine dumme [...]
Aha. Also fanden Sie das damals in Ordnung? Man kann auch anders feiern. Außerdem ist das Leben doch irgendwie immer gleich ernst, oder? Jeder Abschnitt bringt seine eigenen Probleme. Da muss man sich aber durch eine dumme Prügelei nicht unnötig weitere Steine in den Weg legen.

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