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Leben und Lernen

Vollverschleierung

Sachsen-Anhalt will Burka an Schulen verbieten

In Niedersachsen und Bayern ist der Gesichtsschleier im Unterricht schon verboten, jetzt will auch Sachsen-Anhalt die Burka verbieten. Das schwarz-rot-grüne Kabinett billigte entsprechende Pläne.

DPA

Vollverschleierte Frauen unter sogenannten Nikabs

Dienstag, 14.11.2017   18:23 Uhr

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt will Gesichtsschleier aus Klassenzimmern verbannen. Das Kabinett billigte am Dienstag Pläne für ein solches Burkaverbot an Schulen. Es sei wichtig, von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren und nicht durch einen Schleier, erklärte Regierungssprecher Matthias Schuppe.

Ein solches Verbot war in der schwarz-rot-grünen Koalition lange umstritten, erst vor kurzem hatten die Grünen ihren Widerstand aufgegeben. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sieht im Verbot der Vollverschleierung im Klassenzimmer keinen Eingriff in die Religionsfreiheit.

Mit dem Beschluss sei Anfang 2018 zu rechnen, sagte Schuppe. In Niedersachsen und Bayern ist die Vollverschleierung an Schulen ebenfalls verboten. Die Fallzahlen an Schulen sind aber gering. Fünf Schülerinnen zählte die niedersächsische Schulbehörde beispielsweise im vergangenen Jahr.

Bundesweit gibt es kein gesetzliches Verbot der Vollverschleierung. In anderen europäischen Ländern, zum Beispiel in Frankreich, Belgien und den Niederlanden, gilt bereits ein Verschleierungsverbot im öffentlichen Raum.

Wie sinnvoll solche Verbote sind, ist umstritten. So warnte schon im vergangenen Jahr die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) davor, vollverschleierte Mädchen vom Unterricht auszuschließen. Schule sei für diese Mädchen aus streng konservativen islamischen Haushalten oft die einzige Möglichkeit, Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen.

sun/dpa

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