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Leben und Lernen

Lehrermangel

Quereinsteiger unterrichten besonders häufig an Brennpunktschulen

Berliner Grundschulen bekämpfen den Lehrermangel, indem sie unausgebildete Seiteneinsteiger einstellen. Diese unterrichten oft an Schulen in sozial schwierigen Lagen, zeigt eine neue Studie.

DPA
Donnerstag, 13.09.2018   10:10 Uhr

Sie sind pädagogisch nicht ausgebildet, dürfen aber trotzdem unterrichten: Quereinsteiger lehren dort, wo ausgebildete Lehrer fehlen. An Berliner Grundschulen haben sie dabei besonders häufig einen schwierigen Job: Quereinsteiger unterrichten in der Hauptstadt überproportional häufig an Grundschulen in sozial schwieriger Lage. Das berichtet die "Zeit" unter Berufung auf eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Der Anteil der Seiteneinsteiger umfasst demnach an Brennpunktschulen knapp zehn Prozent des Kollegiums. An privilegierten Grundschulen, wo höchstens ein Fünftel der Schüler als sozial schwach gilt, sind es nur fünf Prozent. "Wo ohnehin eine besondere Belastung besteht, muss nun also auch noch diese Herausforderung bewältigt werden", sagt Dirk Zorn, einer der Autoren der Studie. Quereinsteiger müssten sich nachqualifizieren, während sie bereits unterrichteten. So könnten die Quereinsteiger selbst und die Schulen überfordert werden.

Im Kampf gegen den Lehrermangel setzt Berlin in allen Schulformen vermehrt auf Quereinsteiger - nur rund ein Drittel aller neuen Lehrer hatte zu Beginn des Schuljahres 2018 ein Lehramtsstudium absolviert. An den Grundschulen ist die Lage laut Zorn sogar noch drastischer. Nur jede achte Lehrkraft, die dort eingestellt wurde, habe sich im Studium auf die Arbeit mit Grundschülern vorbereitet.

Im Video: Lehrermangel - Wenn die Deutschlehrerin täglich aus Polen anreist

Foto: SPIEGEL TV

lmd

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