Schrift:
Ansicht Home:
Leben und Lernen

FSJ, Bufdi und FÖJ

Familienministerin will Freiwilligendienste aufwerten

Mindestens zwölf Euro mehr im Monat und einen Zuschuss zur Busfahrkarte: Familienministerin Franziska Giffey will die Freiwilligendienste für junge Menschen attraktiver machen.

DPA

Freiwilligendienst im Seniorenheim (Archivbild)

Montag, 03.12.2018   15:07 Uhr

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will mehr Jugendliche zu ehrenamtlichem Engagement bewegen - mit mehr Geld vom Bund. "Alle Jugendlichen sollen einen Rechtsanspruch darauf bekommen, dass ihre Freiwilligendienst-Vereinbarung vom Bund gefördert wird", sagte die SPD-Politikerin bei der Vorstellung ihres Konzepts für das künftige "Jugendfreiwilligenjahr" am Montag in Berlin.

Es solle einen Zuschuss zur Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr und bundesweit ein einheitliches Freiwilligengeld von 402 Euro geben, sagte Giffey. Zusätzlich sollten die Sozialversicherungsbeiträge garantiert werden. Der Bundesfreiwilligendienst ist als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst, bislang erhalten die Teilnehmer ein Taschengeld von bis zu 390 Euro.

"Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die sich freiwillig einbringen", sagte Giffey. Engagement brauche aber gute Rahmenbedingungen. "Genau die wollen wir mit unserem Vorschlag für ein neues 'Jugendfreiwilligenjahr' schaffen."

Der Rechtsanspruch auf Bundesförderung soll für die bestehenden Dienste, das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) für alle Teilnehmer unter 27 Jahren geschaffen werden.

Bereits zuvor hatte Giffey angekündigt, den Bundesfreiwilligendienst besonders für finanzschwache Bewerber attraktiver machen zu wollen.

Nach Angaben des Familienministeriums absolvieren derzeit jährlich mehr als 80.000 junge Menschen einen Freiwilligendienst in Deutschland, und zwar rund 53.000 im FSJ, etwa 3000 im FÖJ und rund 27.000 im BFD. Das Ausbaupotenzial sei "noch lange nicht ausgeschöpft". Bis zu 120.000 junge Menschen könnten jährlich für ein "Jugendfreiwilligenjahr" gewonnen werden, hieß es aus dem Ministerium.

Im Jahr 2018 standen den Angaben zufolge für die Freiwilligendienste rund 263 Millionen Euro im Haushalt des Familienministeriums zur Verfügung. Für 2019 sieht der Bundeshaushalt eine Steigerung um rund 65 Millionen Euro vor.

lov/AFP

insgesamt 15 Beiträge
bandelier 03.12.2018
1. Für jeden Minister ist es selbstverständlich,
dass er first class überall hintransportiert wird. Und Freiwillige sollen nun einen Zuschuss zur Fahrkarte erhalten. Das ist schlichtweg unanständig und keineswegs besser als die vorherige Lösung, nämlich gar nichts zu zahlen. [...]
dass er first class überall hintransportiert wird. Und Freiwillige sollen nun einen Zuschuss zur Fahrkarte erhalten. Das ist schlichtweg unanständig und keineswegs besser als die vorherige Lösung, nämlich gar nichts zu zahlen. Da muss niemand die wichtige Arbeit von Freiwilligen oder gar Ehrenamtlern preisen, sondern das auch finanziell angemessen unterstützen. Ehrenamtler zahlen auch ihre Fahrtkosten selbst. Ich arbeite in einer Gruppe, die arme und hilfebedürftige Menschen begleiten, mit dem eigenen Pkw. Sollte es einen Unfall geben, muss ich die eigene Versicherung belasten und eine eventuelle Rückstufung aus eigener Tasche bezahlen. Auch darüber sollte man in Berlin mal nachdenken.
gerosr 03.12.2018
2. Warum
... kann der Bund diese Leute nicht nach Mindestlohn bezahlen? Die 400€ im Monat für 160 Stunden Arbeit machen ja mal gerde 2,50€/Sunde aus! Da kostet ja ein Kaffe schon mehr! Und wo werden diese Leute eingesetzt, meistens doch [...]
... kann der Bund diese Leute nicht nach Mindestlohn bezahlen? Die 400€ im Monat für 160 Stunden Arbeit machen ja mal gerde 2,50€/Sunde aus! Da kostet ja ein Kaffe schon mehr! Und wo werden diese Leute eingesetzt, meistens doch in sozialen Einrichtungen! Wenn man dafür den Mindestlohn erhalten würde, würden sich viel mehr junge Erwachsene für diese Dienste entscheiden!!
genugistgenug 03.12.2018
3. 12,- € mehr - der Reichtum bricht aus!
was für eine Unverschämtheit - wieder mal. Überall wird von Politik/Bürokratur nach Freiwilligen/Ehrenamt geschrieen - aus bestens bezahlten Jobs heraus - und der schwarze Peter einfach weitergegeben, statt de seit Jahrzehnten [...]
was für eine Unverschämtheit - wieder mal. Überall wird von Politik/Bürokratur nach Freiwilligen/Ehrenamt geschrieen - aus bestens bezahlten Jobs heraus - und der schwarze Peter einfach weitergegeben, statt de seit Jahrzehnten bekannten Probleme zu lösen. Wir persönlich hoffen, dass die ganzen Freiwilligen mal alles gleichzeitig hinwerfen und dann bricht es endlich zusammen, statt nur als Staffage für Politikerfotos zu dienen. Vor kurzem haben Politiker nach mehr ehrenamtlichen Betreuern geschrieen, natürlich ohne auf die persönliche Verantwortung hinzuweisen. Denn die stehen dann mit einem Bein im Gefängnis. Doch da lassen die Politiker die Helfer immer alleine.
genugistgenug 03.12.2018
4. Nachtrag: 12,- € mehr - der Reichtum bricht aus!
Enter bei Zeilenwechsel hat leider gesendet: was für eine Unverschämtheit - wieder mal. Überall wird von Politik/Bürokratur nach Freiwilligen/Ehrenamt geschrieen - aus bestens bezahlten Jobs heraus - und der schwarze Peter [...]
Enter bei Zeilenwechsel hat leider gesendet: was für eine Unverschämtheit - wieder mal. Überall wird von Politik/Bürokratur nach Freiwilligen/Ehrenamt geschrieen - aus bestens bezahlten Jobs heraus - und der schwarze Peter einfach weitergegeben, statt de seit Jahrzehnten bekannten Probleme zu lösen. Wir persönlich hoffen, dass die ganzen Freiwilligen mal alles gleichzeitig hinwerfen und dann bricht es endlich zusammen, statt nur als Staffage für Politikerfotos zu dienen. Vor kurzem haben Politiker nach mehr ehrenamtlichen Betreuern geschrieen, natürlich ohne auf die persönliche Verantwortung hinzuweisen. Denn die stehen dann mit einem Bein im Gefängnis. Doch da lassen die Politiker die Helfer immer alleine. Wir sind auf Bufdis angewiesen und die bekommen 400,- €/Monat und KEINEN Fahrtzuschuss.- ackern aber um die 7 - 8 Std/Tag - gleichzeitig rechnet der Hilfsdienst pro Stunde aber 16,- € plus km ab - mal 4 Bufdis. da kommt schon was zusammen. Persönlich freuen wir uns über die Hilfe, kriegen aber wegen dieser Ausnutzung zu Kosten der Freiwilligen gleichzeitig das große koxxen.
martine-primus 03.12.2018
5. ach.... vom Ehrenamt lebt die Gesellschaft...
...soso... Offenbar auch sehr gut. Ich weiss nicht, wie ich das als Jugendliche gesehen hätte, aber verpflichtend irgendwo meine Zeit (ganztägig) zu opfern, aber mir NICHTS davon leisten zu können - oder aber die Eltern zahlen [...]
...soso... Offenbar auch sehr gut. Ich weiss nicht, wie ich das als Jugendliche gesehen hätte, aber verpflichtend irgendwo meine Zeit (ganztägig) zu opfern, aber mir NICHTS davon leisten zu können - oder aber die Eltern zahlen ja den Unterhalt! - das kommt mir nicht in die Tüte! Ich kann das alles nicht mehr hören mit dem Ehrenamt. Das ist Ausbeutung! Und wir wohnen hier mit sehr vielen Alten in einer Nachbarschaft - da helfe ich natürlich, wenn Hilfe benötigt wird. Aber keine 40 Stunden in der Woche!
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP