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Leben und Lernen

Grundschule

Kommunen lehnen Recht auf Ganztagsbetreuung ab

Zu teuer und zu wenig Personal: Die Kommunen halten den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler für kaum umsetzbar. Deutschland sei keine Insel des Wohlstands.

DPA

Eine Ganztagsbetreuung ist zwar wünschenswert, aber schwer umsetzbar (Symbolbild).

Mittwoch, 04.04.2018   14:27 Uhr

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund lehnt ein zentrales Anliegen der neuen Bundesregierung ab. Das Ziel, eine Ganztagsbetreuung von Grundschülern umzusetzen, sei kaum erfüllbar, argumentierte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es fehle an Personal und finanziellen Mitteln.

Im Koalitionsvertrag haben SPD und Union vorgesehen, ein solches ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot für alle Schüler im Grundschulalter zu gewährleisten. Nach Plänen von Union und SPD soll der Bund für die Investition zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

600.000 Erzieher und Lehrer wären nötig

Auch wenn das Vorhaben wünschenswert sei, könnten die Kommunen dies inhaltlich, organisatorisch, personell und finanziell nicht leisten, sagte Landsberg. "Nicht alles, was wünschenswert ist, ist mittelfristig umsetzbar." Die Politik müsse aufhören, den Eindruck zu vermitteln, Deutschland sei eine Insel des Wohlstands, so Landsberg. Teilweise werde eine "All-inclusive-Mentalität" propagiert, die vom Staat niemals erfüllt werden könne.

Bis zum Jahr 2025 wären nach Einschätzung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds mehr als 600.000 Erzieher und Lehrer nötig, um den umfassenden Anspruch der Eltern auf Betreuung in Grundschule und Kita zu gewährleisten. Die Kosten für eine flächendeckende Kindertagesbetreuung schätzte der Deutsche Städte und Gemeindebund auf bis zu 18 Milliarden Euro.

mae/AFP

insgesamt 61 Beiträge
kain1 04.04.2018
1.
Welch ein Sarkasmus: "Insel des Wohlstands" - da muss jetzt die Politik mal Farbe bekennen: Entweder will man Gleichberechtigung, Mobilität und Beschäftigung über das patriachale System hinaus - dann muss man aber [...]
Welch ein Sarkasmus: "Insel des Wohlstands" - da muss jetzt die Politik mal Farbe bekennen: Entweder will man Gleichberechtigung, Mobilität und Beschäftigung über das patriachale System hinaus - dann muss man aber auch die Möglichkeit für die Betreuung schaffen. Oder die Politik, also wir, wollen zurück zu Kind & Küche. Herr Landsberg soll mal darstellen wie man mit einem Grundschulkind (Schulende 12:00) vollständig erwerbstätig sein soll ?
HerrH. 04.04.2018
2. Sparen ist angesagt!!
Es ist schließlich schon etwas her dass der deutsche Steuerzahler 236 Milliarden für die "Rettung" der Banken zahlen musste. Da sind 18 Milliarden leider einfach nicht drin. schließlich sind die Boni der Manager [...]
Es ist schließlich schon etwas her dass der deutsche Steuerzahler 236 Milliarden für die "Rettung" der Banken zahlen musste. Da sind 18 Milliarden leider einfach nicht drin. schließlich sind die Boni der Manager wieder so üppig ausgefallen dass wir die Banken bald wieder "retten" müssen.
carlitom 04.04.2018
3.
Ich verstehe den Einwand Patriarchismus nicht. Wer sagt denn, dass die Mütter die Betreuung übernehmen müssen? Davon abgesehen gibt es ja heute schon Horte und Kernzeitbetreuung überall. Ob es wirklich nötig ist, die [...]
Zitat von kain1Welch ein Sarkasmus: "Insel des Wohlstands" - da muss jetzt die Politik mal Farbe bekennen: Entweder will man Gleichberechtigung, Mobilität und Beschäftigung über das patriachale System hinaus - dann muss man aber auch die Möglichkeit für die Betreuung schaffen. Oder die Politik, also wir, wollen zurück zu Kind & Küche. Herr Landsberg soll mal darstellen wie man mit einem Grundschulkind (Schulende 12:00) vollständig erwerbstätig sein soll ?
Ich verstehe den Einwand Patriarchismus nicht. Wer sagt denn, dass die Mütter die Betreuung übernehmen müssen? Davon abgesehen gibt es ja heute schon Horte und Kernzeitbetreuung überall. Ob es wirklich nötig ist, die Betreuung bis in den Abend hinein bereitzustellen, scheint nicht klar zu sein. Unabhängig davon gibt es für Schichtarbeitende sowieso keine kompatible Lösung. Denen nutzt auch die Ganztagsbetreuung nichts.
carlitom 04.04.2018
4.
Hübsch, wie da alles drunter und drüber geht in der Argumentation. Die Bankenrettung war die Rettung unser aller Gelder. Diese Gelder gehören nicht der Bank, sondern waren das Ersparte der Bürger. Von daher gibt es gegen [...]
Zitat von HerrH.Es ist schließlich schon etwas her dass der deutsche Steuerzahler 236 Milliarden für die "Rettung" der Banken zahlen musste. Da sind 18 Milliarden leider einfach nicht drin. schließlich sind die Boni der Manager wieder so üppig ausgefallen dass wir die Banken bald wieder "retten" müssen.
Hübsch, wie da alles drunter und drüber geht in der Argumentation. Die Bankenrettung war die Rettung unser aller Gelder. Diese Gelder gehören nicht der Bank, sondern waren das Ersparte der Bürger. Von daher gibt es gegen die Rettung der Banken zunächst mal nichts einzuwenden. Ein anderer Punkt sind die Boni. Diese werden - meist zu unrecht - von den Banken gezahlt. Damit hat der Staat rein gar nichts zu tun. Er gibt auch praktisch nichts dazu (hat lediglich dafür gesorgt, dass es die Banken, die diese zahlen, noch gibt). Er darf den Banken da auch nicht reinreden. Wir sind ja nicht im Sozialismus und die Banken gehören nicht dem Staat.
redbluhm 04.04.2018
5. Immer die selben Ausreden
Unbezahlbare Wunschträume, naja, in der ,,ddr", stand Ganztagsbetreuung nicht zur Debatte und jedes Kind bekam täglich ein Mittagsessen, für 2, 75 Ostmark die Woche.
Unbezahlbare Wunschträume, naja, in der ,,ddr", stand Ganztagsbetreuung nicht zur Debatte und jedes Kind bekam täglich ein Mittagsessen, für 2, 75 Ostmark die Woche.

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