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Leben und Lernen

SPIEGEL-Umfrage

Neun von zehn Deutschen wünschen sich Handyverbot an Schulen

In Frankreich sind Smartphones an fast allen Schulen verboten. Eine neue Umfrage zeigt: Diese strikte Regelung findet eine große Mehrheit der Deutschen gut.

DPA

Schüler mit Handy

Samstag, 06.10.2018   12:27 Uhr

86 Prozent der Deutschen wünschen sich ein gesetzliches Handyverbot an Schulen nach französischem Vorbild. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Public für den SPIEGEL.

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Heft 41/2018
Mein Kind, sein Handy und ich
Vom richtigen Umgang mit der Generation Smartphone

In Frankreich hat die Nationalversammlung in diesem Sommer per Gesetz beschlossen, dass Schüler unter 16 Jahren zwischen Schulbeginn und Schulschluss ihr Handy nicht nutzen dürfen. Das Gerät muss sich - sofern es überhaupt mitgebracht wird - ausgeschaltet in der Tasche befinden. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen befürwortet diesen Schritt. Hierzulande gibt es ein pauschales Handyverbot bisher nur an bayerischen Schulen.

Knapp drei Viertel der Teilnehmer meinen laut der SPIEGEL-Umfrage zudem, dass Handys und Smartphones Jugendlichen in ihrer Entwicklung schaden. Zugleich teilte fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) die Ansicht, dass Smartphones sich eher positiv auf das Familienleben und den Freundeskreis auswirkten - etwa, weil man sich besser verabreden könne oder mehr über Gruppenchats austausche. 43 Prozent gaben dagegen an, die Nutzung der Geräte habe eher negative Auswirkungen auf das Zusammenleben. (Lesen Sie mehr zum Thema bei SPIEGEL+)

Kantar Public befragte 1039 repräsentativ ausgewählte Menschen am 24., 25. und 26. September am Telefon.

Ob Smartphones nützlich oder eher störend sind, ist gerade im Bildungsbereich ein sehr hitzig diskutiertes Thema. Zwei sehr konträre Meinungen vertreten zum Beispiel der Lehrer und Buchautor Arne Ulbricht und die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Simone Fleischmann.

Anfang September sorgte der siebenjährige Emil Rustige für einen bundesweiten Medienrummel, als er in Hamburg mit anderen Kindern dagegen protestierte, dass Eltern ständig aufs Handy schauen. Wenn Sie Ihr Smartphone zu Hause nutzen wollen, ohne Ihr Kind zu verstören, sollten Sie dafür klare Regeln aufstellen. Weitere Tipps finden Sie hier.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 121 Beiträge
Ein tatsächlicher Schüler 06.10.2018
1.
Wann haben sie zuletzt ein Wort in einem tatsächlichen Wörterbuch nachschlagen? Vor 10 Jahren ? Nun an Schulen ist das Gang und gebe, weil Schule sich gegen Fortschritt und digitale Medien stellt. Und jetzt stellen sich hier 9 [...]
Wann haben sie zuletzt ein Wort in einem tatsächlichen Wörterbuch nachschlagen? Vor 10 Jahren ? Nun an Schulen ist das Gang und gebe, weil Schule sich gegen Fortschritt und digitale Medien stellt. Und jetzt stellen sich hier 9 von 10 Menschen hin und sagen Handys müssen verboten werden. Ich behaupte das die Schulzeit dieser neun min. 30 Jahre zurückliegt. Ein verbot ist praktisch nicht durchsetzbar und der absolut falsche Ansatz.
stefan.p1 06.10.2018
2. Ich bin auch für ein Handy-Verbot in der Schule
aber ich bezweifele mal ganz stark, das bei der repräsentativen Umfrage auch die Betroffenen (Schüler und Lehrer) befragt worden sind. Soviel zu der Aussagekraft von Umfragen.
aber ich bezweifele mal ganz stark, das bei der repräsentativen Umfrage auch die Betroffenen (Schüler und Lehrer) befragt worden sind. Soviel zu der Aussagekraft von Umfragen.
graf koks 06.10.2018
3. wenn, dann aber richtig
Ein Handyverbot wäre natürlich wünschenswert. Aber es muss auch konsequent durchgesetzt werden, sonst ist es wertlos. Hierfür brauchen die Lehrer klare Befugnisse.
Ein Handyverbot wäre natürlich wünschenswert. Aber es muss auch konsequent durchgesetzt werden, sonst ist es wertlos. Hierfür brauchen die Lehrer klare Befugnisse.
hileute 06.10.2018
4. Das problem daran ist,
das viele Lehrer auch gerne im Unterricht Internetrecherchen machen möchten, was angesichts katastrophaler digitaler Möglichkeiteb an den Schulen ohne Handy schwer gestaltet. Ich weiß nicht ob die Lehrer Lust haben sich da [...]
das viele Lehrer auch gerne im Unterricht Internetrecherchen machen möchten, was angesichts katastrophaler digitaler Möglichkeiteb an den Schulen ohne Handy schwer gestaltet. Ich weiß nicht ob die Lehrer Lust haben sich da umzugewöhnen
mwroer 06.10.2018
5.
Ein Benutzungsverbot im Unterricht - und darüber reden wir letztlich - ist aber das einzige Mittel gegen die private Nutzung des Mobiltelefons im Unterricht für Facebook und Co. Notwendig gemacht wird diese Einschränkung [...]
Zitat von Ein tatsächlicher SchülerWann haben sie zuletzt ein Wort in einem tatsächlichen Wörterbuch nachschlagen? Vor 10 Jahren ? Nun an Schulen ist das Gang und gebe, weil Schule sich gegen Fortschritt und digitale Medien stellt. Und jetzt stellen sich hier 9 von 10 Menschen hin und sagen Handys müssen verboten werden. Ich behaupte das die Schulzeit dieser neun min. 30 Jahre zurückliegt. Ein verbot ist praktisch nicht durchsetzbar und der absolut falsche Ansatz.
Ein Benutzungsverbot im Unterricht - und darüber reden wir letztlich - ist aber das einzige Mittel gegen die private Nutzung des Mobiltelefons im Unterricht für Facebook und Co. Notwendig gemacht wird diese Einschränkung nicht dadurch dass sich Schulen 'gegen den Fortschritt und digitale Medien' stellt sondern durch den ausgeprägten Mangel an Selbstdisziplin bei vielen Schülern die es schlicht nicht gebacken kriegen *nicht* dauernd auf 'Social Media' Plattformen zu gucken. Das ist übrigens problemlos durchsetzbar. Wer das Mobiltelefon während des Unterrichtes benutzt bekommt es abgenommen und kann es sich nach Schulschluss abholen. Wer ein bis dreimal ohne Mobiltelefon durch den Tag muss lernt ziemlich sicher die Finger davon zu lassen. Auch wenn dann wieder ein paar Leute von unzulässigen Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht Ihres Kindes reden werden ... kann man ignorieren.
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