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Leben und Lernen

Sanierungsstau und Personalmangel

Lehrerverband fordert 118 Milliarden Euro für deutsche Schulen

Wenn Bund und Länder nicht Milliarden in die Schulen steckten, könnte Deutschland beim Pisa-Test wieder schlechter abschneiden. Davor warnt der Präsident des Lehrerverbands - und sagt, wo der Bedarf besonders groß ist.

DPA

Renovierungsbedürftige Schulturnhalle in Darmstadt (Archivbild)

Freitag, 24.08.2018   12:05 Uhr

Marode Gebäude, Unterrichtsausfall, digitale Steinzeit: Um die zahlreichen Probleme an den Schulen in Deutschland zu beheben, sind nach Berechnungen des Deutschen Lehrerverbands 118 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre nötig. Diese Summe nannte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Magazin "Focus".

Der Betrag setze sich laut Meidinger aus mehreren Einzelposten zusammen:

Aber: Können Bund, Länder und Kommunen die Summe von 118 Milliarden Euro überhaupt stemmen? Ja, sagt Heinz-Peter Meidinger. Pro Jahr entspreche das Zusatzkosten von knapp zwölf Milliarden Euro. Und das, so der Präsident des Lehrerverbands, sei "angesichts des Umfangs der Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen eine durchaus darstellbare und machbare Größe."

Zumal ein Teil der von Meidinger veranschlagten Summe ohnehin schon eingeplant ist: So sind etwa für den Digitalpakt fünf Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren vorgesehen. Und für Schulsanierungen stellt der Bund 3,5 Milliarden zur Verfügung. Die allerdings werden bisher nach Angaben des Bundesfinanzministeriums von den Bundesländern nur zögerlich abgerufen.

Ohne höhere Investitionen befürchtet Meidinger weiter wachsende Probleme. Vor allem der Personalmangel könnte zu einem deutlichen Rückgang der Schülerleistungen führen. "Es ist zu erwarten, dass gerade Grundschülern wichtiges Wissen nicht richtig vermittelt wird", warnt Meidinger. "Es sollte niemanden verwundern, wenn Deutschland in Vergleichstests wie Pisa in den nächsten Jahren wieder deutlich schlechter abschneidet."

him/dpa/AFP

insgesamt 77 Beiträge
darkk 24.08.2018
1. Ist wohl so
Langsam wäre es doch einfacher, die Ämter , Behörden, Einrichtungen, sowie Infrastrukturbereiche aufzuzählen, die in Deutschland nicht kaputt gespart wurden. Das dürfte sich gegen 0 bewegen. Naja die armen Reichen können [...]
Langsam wäre es doch einfacher, die Ämter , Behörden, Einrichtungen, sowie Infrastrukturbereiche aufzuzählen, die in Deutschland nicht kaputt gespart wurden. Das dürfte sich gegen 0 bewegen. Naja die armen Reichen können ihre Kinder ja auf Privatschulen schicken, und die armen Armen wählen ja sowieso gegen ihre Interessen, also alles wie gehabt.
vox veritas 24.08.2018
2.
Das Schüler bei den PISA Tests schlecht abschneiden, liegt nicht am Geld, sondern an überfrachteten Lehrplänen und an Unterrichten, die deshalb huschi-huschi durchgeführt werden müssen.
Das Schüler bei den PISA Tests schlecht abschneiden, liegt nicht am Geld, sondern an überfrachteten Lehrplänen und an Unterrichten, die deshalb huschi-huschi durchgeführt werden müssen.
frazis 24.08.2018
3. In diesem Staat
wird so viel Geld für alles Mögliche ausgegeben, über dessen Sinnhaftigkeit durchaus diskutiert werden könnte. Da sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, in die zukünftige Bildung unserer Kinder und Jugendlichen [...]
wird so viel Geld für alles Mögliche ausgegeben, über dessen Sinnhaftigkeit durchaus diskutiert werden könnte. Da sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, in die zukünftige Bildung unserer Kinder und Jugendlichen zu investieren, denn außer Bildung hat Deutschland nicht mehr so viel zu bieten. Ohne kräftige Investition in diesem Bereich werden wir auf der Ranking Skala weiter abrutschen und das kann sich ein Land wie Deutschland nun wahrlich nicht leisten. Der Nachholbedarf (marode Gebäude, Lehrer, Sozialarbeiter, digi- tales usw.) ist gewaltig und eines -noch - so reichen Landes unwürdig. Andere Länder haben dies schon lange begriffen und in ihre Bildung prozentual wesentlich mehr Gelder in die Bildung ihrer Jugend investiert. Das wird sich langfristig wesentlich positiver auswirken als das, was bei uns in vielen Bereichen gemacht wird.
leo Pold 165 24.08.2018
4. Richtig es wird Zeit
In vielen Schulen wird schon aufgeben. 118 mrd. ist ein Witz für eine einmalige Investition diese sollte dringend getätigt werden. Des weiteren sollte man das Konzept Schule komplett überdenken. Wir sind da 30-40 Jahre zurück. [...]
In vielen Schulen wird schon aufgeben. 118 mrd. ist ein Witz für eine einmalige Investition diese sollte dringend getätigt werden. Des weiteren sollte man das Konzept Schule komplett überdenken. Wir sind da 30-40 Jahre zurück. Finnland ist in dem Bereich viel weiter. Wir müssen Gehirn gerechtes Lernen in die Schule bringen. Wir müssen mehr die Fähigkeiten des Einzeln fördern. 80% frustrierte Leher unterrichten 80% Frustrierten Schülern. Ideologien müssen aus den Schulen verband werden. In Berlin werden gerade Generationen von Harz4 Empfängern Produziert weil ein Unterricht mit einem Migranten Anteil von 90% nicht machbar ist. Wir brauchen dringen Speziallisten die Migranten in kleinen Gruppen unterrichten können. Wir brauchen Ingenieure Wissenschaftler, Kreative, Mediziner, Pferdekräfte, wenn wir jetzt nichts machen bekommen wir Kriminelle die das schnelle Geld wollen und abstürzen. Die Zeit rennt!
spiejo 24.08.2018
5. Peanuts
Diese 118 Milliarden an Bedarf für die Schulen sind doch Kleinigkeiten für uns. Die Konjunktur brummt. Wenn die Meldungen denn stimmen sollten, erwirtschaftete Deutschland im ersten Halbjahr einen Überschuss an Steuereinnahmen [...]
Diese 118 Milliarden an Bedarf für die Schulen sind doch Kleinigkeiten für uns. Die Konjunktur brummt. Wenn die Meldungen denn stimmen sollten, erwirtschaftete Deutschland im ersten Halbjahr einen Überschuss an Steuereinnahmen von 48 Milliarden. Also: an Weihnachten kann das aus der Portokasse bestritten werden.

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