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Leben und Lernen

Junge Studenten

Mit 17 im Hörsaal

Jedes Jahr studieren mehr Minderjährige. Doch sind die Überflieger an der Uni angekommen, bleiben sie an vielen Stellen Nesthäkchen. Ohne Mama kriegen sie nicht mal einen Bibliotheksausweis. Drei 17-Jährige berichten.

DPA

Begrüßung der Erstsemester-Studenten in Heidelberg

Von
Freitag, 17.03.2017   11:13 Uhr

Die Zahl der minderjährigen Studenten ist durch das G8-Abitur kontinuierlich gestiegen, auf zuletzt 3737 Erstsemester unter 18 Jahren: Durch die verkürzte Schulzeit können Schüler, die mit fünf Jahren eingeschult wurden oder eine Klasse übersprungen haben, als Minderjährige Abi machen - und noch im selben Jahr an die Uni gehen.

Die Universitäten machen kein großes Aufhebens um die U-18-Studenten, heißt es etwa aus Leipzig, Bonn und der FU Berlin. Die Immatrikulation müssen zwar die Eltern unterschreiben, anschließend sind die jungen Studenten aber ihren volljährigen Kommilitonen in allen Uni-Belangen gleichgestellt: Prüfungen schreiben, Bücher ausleihen, den AStA wählen, Laborversuche durchführen, das alles dürfen die Minderjährigen, obwohl sie noch nicht voll geschäftsfähig sind.

An Berliner Hochschulen haben junge Studenten sogar einen kleinen Vorteil: Fünf Prozent der Studienplätze sind durch eine sogenannte Vorabquote für Bewerber unter 18 Jahren reserviert.

Außerhalb des Campus aber haben minderjährige Studenten im Vergleich zu den volljährigen Kommilitonen das Nachsehen. Arbeiten nach 20 Uhr ist nicht, und den Klub müssen sie spätestens um Mitternacht verlassen. Ohne die Erlaubnis von Mutter oder Vater dürfen sie weder einen Ausweis in der Stadtbücherei beantragen noch SPIEGEL ONLINE ein Interview geben.

Hier berichten drei minderjährige Studenten über den Spagat zwischen Überflieger und Nesthäkchen, Elternabsprachen und Selbstständigkeit.

Privat

Myriel, 17, studiert im ersten Semester Jura an der Uni Leipzig. Ihr zweites Staatsexamen könnte sie bereits als 24-Jährige in der Tasche haben.

privat

Güney, 17, studiert im 3. Semester Biochemie an der FU Berlin. Seinen Master könnte er bereits mit 21 abschließen.

Privat

Caro, 17, studiert im 1. Semester Medizin in Bonn. Sie könnte bereits mit 23 Jahren als Ärztin arbeiten.

insgesamt 17 Beiträge
shanghai96 17.03.2017
1. Mit 21
als Master in die Arbeitswelt entlassen werden... Es ist keine 10 Jahre her, da hat man als maennlicher Student mit 20 erst angefangen zu studieren...
als Master in die Arbeitswelt entlassen werden... Es ist keine 10 Jahre her, da hat man als maennlicher Student mit 20 erst angefangen zu studieren...
g_bec 17.03.2017
2. Wieso Überflieger?
Was soll der Quatsch mit "Überflieger"? Es ist doch völlig normal, dass ein im Oktober geborenes Kind, das mit "fast" 6 Jahren eingeschult wird, nach 12 Jahren Schule mit "noch nicht ganz" 18 an die [...]
Was soll der Quatsch mit "Überflieger"? Es ist doch völlig normal, dass ein im Oktober geborenes Kind, das mit "fast" 6 Jahren eingeschult wird, nach 12 Jahren Schule mit "noch nicht ganz" 18 an die Uni geht. In BY gab es eine Zeit, da war der Stichtag für Muss-Kinder der 31.12., also war es normal, dass die "späten" Kinder mit fünf eingeschult wurden. Und nebenbei: Werden die 17-jährigen Erstis nicht irgendwann auch 18?
Paddel2 17.03.2017
3. Normal, aber nicht ideal
Mit Überfliegern hat das nichts zu tun. Abhängig von Geburtstag und Stichtagen sind derartige Studenten normal. Ich empfehle jedoch allen Eltern, ihre jungen Abiturienten für ein Jahr eine soziale Tätigkeit nachgehen zu [...]
Mit Überfliegern hat das nichts zu tun. Abhängig von Geburtstag und Stichtagen sind derartige Studenten normal. Ich empfehle jedoch allen Eltern, ihre jungen Abiturienten für ein Jahr eine soziale Tätigkeit nachgehen zu lassen. Ein erfolgreiches Studium setzt ein hohes Maß an Selbstdisziplin voraus, dass nur mit viel Eigenständigkeit erreicht werden kann. Studenten sollten nicht mehr zu Hause wohnen und er Unabhängigkeitsprozess hat idealerweise nicht erst mit der ersten Vorlesung begonnen.
schreckgespenst 17.03.2017
4. Blubb
Zumindest das krasseste Beispiel (17 Jahre und im 3. Semester) hat auch nichts mit G8 usw. zu tun, sondern am Überspringen von 2(!) Klassenstufen. Solche Einzelfälle gab es auch früher immer Mal wieder. Die beiden anderen [...]
Zitat von g_becWas soll der Quatsch mit "Überflieger"? Es ist doch völlig normal, dass ein im Oktober geborenes Kind, das mit "fast" 6 Jahren eingeschult wird, nach 12 Jahren Schule mit "noch nicht ganz" 18 an die Uni geht. In BY gab es eine Zeit, da war der Stichtag für Muss-Kinder der 31.12., also war es normal, dass die "späten" Kinder mit fünf eingeschult wurden. Und nebenbei: Werden die 17-jährigen Erstis nicht irgendwann auch 18?
Zumindest das krasseste Beispiel (17 Jahre und im 3. Semester) hat auch nichts mit G8 usw. zu tun, sondern am Überspringen von 2(!) Klassenstufen. Solche Einzelfälle gab es auch früher immer Mal wieder. Die beiden anderen Fälle sind dagegen doch nichts außergewöhnliches. Beide sind mit 17 nur an der Uni, weil sie mit fünf Jahren eingeschult wurden. Mir ging es genauso (Geburtstag im September) nur waren es bei mir noch 12,5 Jahre bis zum Abitur, sodass ich 18 war als ich das Abi bekommen habe. Man ist es dann aber gewohnt, dass man immer "jünger" als die Klassenkameraden etc. ist. Da ist es im Studium auch nicht ungewohnt. Zu Beginn dürfte es ein paar bürokratische Hindernisse geben, aber nach einem halben Jahr wird man dann sowieso 18.
g_bec 17.03.2017
5. Altersbeschränkung
Wieso? Gibt's da ein Mindestalter beim Erlernen von "Selbstdisziplin"?
Zitat von Paddel2Mit Überfliegern hat das nichts zu tun. Abhängig von Geburtstag und Stichtagen sind derartige Studenten normal. Ich empfehle jedoch allen Eltern, ihre jungen Abiturienten für ein Jahr eine soziale Tätigkeit nachgehen zu lassen. Ein erfolgreiches Studium setzt ein hohes Maß an Selbstdisziplin voraus, dass nur mit viel Eigenständigkeit erreicht werden kann. Studenten sollten nicht mehr zu Hause wohnen und er Unabhängigkeitsprozess hat idealerweise nicht erst mit der ersten Vorlesung begonnen.
Wieso? Gibt's da ein Mindestalter beim Erlernen von "Selbstdisziplin"?

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