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Leben und Lernen

Deutsche Studenten im europäischen Vergleich

Langsam - aber glücklich

Wie schneiden deutsche Hochschulen im europäischen Vergleich ab? In vielen Punkten nicht besonders gut, wie eine Studie zeigt. Trotzdem sind Studenten hierzulande recht zufrieden.

DPA

Campus der Goethe-Universität in Frankfurt

Freitag, 11.01.2019   18:35 Uhr

Weniger Dozenten, langsame Studenten: Deutsche Hochschulen stehen in einem europäischen Vergleich nicht besonders gut da. Zu diesem Ergebnis kommt das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in einer aktuellen Auswertung. Trotzdem sind Studierende in Deutschland mit der Qualität der Lehre zufriedener als anderswo.

Die Analyse basiert auf Daten des internationalen Hochschulrankings "U-Multirank" aus dem vergangenen Jahr. Sie stammen von rund 1600 Hochschulen in mehr als 90 Ländern, darunter 73 deutsche Hochschulen mit 330 Fachbereichen.

Die Fachleute des CHE stellten fest, dass das Verhältnis von Studierenden zu Lehrenden an deutschen Hochschulen schlechter ist als im europaweiten Schnitt. Nur knapp ein Drittel aller deutschen Fachbereiche hat eine überdurchschnittlich gute Betreuungsrelation. In ganz Europa ist das an fast jeder zweiten Hochschule der Fall.

Knapp ein Drittel der Fachbereiche in Deutschland schneidet sogar unterdurchschnittlich ab. Europaweit sind es dagegen nur 16 Prozent. Wie viele Studenten für ein gutes Betreuungsverhältnis höchstens auf jeden Lehrenden kommen dürfen, haben die CHE-Forscher in ihrer Studie nicht erörtert.

Deutsche Studenten sind zufriedener

An vielen Standorten brauchen Studierende hierzulande außerdem vergleichsweise lange für ihren Abschluss. Die Studie zeigt: In 47 Prozent der deutschen Fachbereiche schaffen überdurchschnittlich viele Studenten ihren Abschluss nicht innerhalb der Regelstudienzeit. Europaweit trifft das nur auf etwa 30 Prozent der Fachbereiche zu.

An knapp jeder zweiten europäischen Hochschule (46 Prozent) ist der Anteil der Abschlüsse in Regelstudienzeit dagegen überdurchschnittlich hoch. In Deutschland trifft das auf 26 Prozent der Fachbereiche zu. Wie lange deutsche Studierende für ihren Abschluss brauchen, geht aus der Auswertung nicht hervor.

Trotz allem sind die deutschen Studierenden zufriedener mit ihrer Studiensituation als Studierende in anderen Ländern. An mehr als der Hälfte der Fachbereiche bewerten sie ihre Lernerfahrung als überdurchschnittlich gut, teilt das CHE mit. In Europa landet bei diesem Kriterium nur etwa ein Drittel der Fachbereiche in den Spitzengruppen.

Auch bei den Kriterien "Kontakt zu den Lehrenden", "Organisation der Studiengänge" und "Qualität der Lehrveranstaltung" fällt das Urteil der deutschen Studierenden insgesamt besser aus als im europäischen Vergleich.

lov/dpa

insgesamt 24 Beiträge
interstitial 11.01.2019
1. Statistik....
Soso, in gesamt-Europa ist knapp die Hälfte überdurchschnittlich? Bahnbrechend. Knapp die Hälfte zu umfassen ist doch eine Eigenschaft des überdurchschnittlichen Bereichs jeder Verteilung? Thank you, Cpt. Obvious.
Soso, in gesamt-Europa ist knapp die Hälfte überdurchschnittlich? Bahnbrechend. Knapp die Hälfte zu umfassen ist doch eine Eigenschaft des überdurchschnittlichen Bereichs jeder Verteilung? Thank you, Cpt. Obvious.
wk1603 11.01.2019
2. Ist langsamer vielleicht doch besser ?
Die Kriterien von CHE für eine "gute" Universität sind mal wieder atemberaubend. Es zählt nur die Zahl der Dozenten (nicht deren Qualität) und das Durchziehen eines Studiums in der Regelstudienzeit. All das wird dann [...]
Die Kriterien von CHE für eine "gute" Universität sind mal wieder atemberaubend. Es zählt nur die Zahl der Dozenten (nicht deren Qualität) und das Durchziehen eines Studiums in der Regelstudienzeit. All das wird dann vom Urteil der Studenten ad absurdum geführt: "An mehr als der Hälfte der Fachbereiche bewerten sie ihre Lernerfahrung als überdurchschnittlich gut, ... " Hat vielleicht damit zu tun, dass langsamer lernen zu einem grösseren Lernerfolg führt als den Bachelor in 6 Semestern durchzupauken. Wir müssen ja wieder nicht in die Zeiten zurück fallen, als eine Diplomarbeit gerne mal 2-3 Jahre dauerte, aber die 6 monatigen Masterarbeiten, führen schwerlich zu einem belastbaren wissenschaftlichen Resultat.
curiosus_ 11.01.2019
3. Nach der ausführlichen Diskussion über...
...die Vergleichbarkeit des deutschen bundesländerspezifischen Abiturs, bei der es deutliche Unterschiede zu geben scheint, fehlt in der Studie das Wichtigste: Wie sieht es mit der Vergleichbarkeit der Abschlüsse aus? Und, [...]
...die Vergleichbarkeit des deutschen bundesländerspezifischen Abiturs, bei der es deutliche Unterschiede zu geben scheint, fehlt in der Studie das Wichtigste: Wie sieht es mit der Vergleichbarkeit der Abschlüsse aus? Und, daraus abgeleitet: Wie sieht es mit der Effizienz aus? Also der Leistungsfähigkeit nach Studienabschluss geteilt durch die Studiendauer? Oder, multipliziert mit dem Studierenden zu Lehrenden-Verhältnis? Bei derartigen Studien habe ich immer das Gefühl, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden.
kreuzschnabel 11.01.2019
4. Haha, lustig
diese Fachleute von CHE. Sie beurteilen die Unis komplett entgegengesetzt als die Studenten. Schade, dass der Link zur CHE-Auswertung nicht funktioniert.
diese Fachleute von CHE. Sie beurteilen die Unis komplett entgegengesetzt als die Studenten. Schade, dass der Link zur CHE-Auswertung nicht funktioniert.
Newspeak 11.01.2019
5. ...
"geht aus der Auswertung nicht hervor." Ohne Zahlen ist so eine "Studie" nur eins. Sinnlos.
"geht aus der Auswertung nicht hervor." Ohne Zahlen ist so eine "Studie" nur eins. Sinnlos.
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